Haupt mit gerichtlichem Etappensieg gegen Modelagentur Superlook zufrieden

Urteil gegen sittenwidriges Anlocken von Kunden

Wien (BMSG/OTS) - Konsumentenschutzminister Mag. Herbert Haupt
nahm heute zu einem Urteil des OLG Wien gegen die Modelagentur Superlook Stellung. Das Anlocken von Kunden durch
Zeitungsinserate, in denen eine lukrative Verdienstmöglichkeit als Model angeboten wird, zu dem Zweck, Kunden zu einem entgeltlichen Modelvertrag ohne konkrete Verdienstaussichten zu überrumpeln, ist demnach sittenwidrig. "Es wurde höchst an der Zeit, diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten. Es ist mehr als unredlich, mit den Hoffnungen Arbeitssuchender zu spielen", erklärte Haupt wörtlich. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hatte im Auftrag des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz ein UWG-Verbandsklagverfahren geführt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. ****

Im Frühjahr 2003 häuften sich die Beschwerden im Konsumentenschutzministerium: Von der Modelagentur "Superlook" wurden laufend in verschiedenen Tageszeitungen (Kurier, Kronen Zeitung, U-Express) in der Rubrik Stellenangebote Inserate wie etwa "WASCHMITTELWERBESPOT: Jüngere Damen, Herren, Kinder, als Darsteller dringend gesucht, EUR 2.000,- Gage" oder "Tolle, attraktive, interessante Leute, außergewöhnliche Kinder, für Sonnencreme Werbespot gesucht. Topgage !" geschaltet.

Es war jedoch dabei kein Inserent angegeben, sondern lediglich eine gleichlautende Wiener Telefonnummer. Angelockt durch diese Anzeigen meldeten sich Interessierte telefonisch, um sich für den Auftrag zu bewerben. Es meldete sich die Modelagentur "Superlook"; vereinbart wurde ein Präsentationstermin. In den Agenturräumlichkeiten spielte sich immer wieder derselbe Vorgang ab:
Den Interessenten wurde seitens des Agenturinhabers vermittelt, sie wären als Models sehr geeignet und hätten gute Aussichten auf Aufträge. Notwendig dafür wären jedoch professionelle Fotos sowie der Besuch eines Modelseminars zum Gesamtpreis von EUR 590,-. Es bestehe großer Zeitdruck, da die Fotos auf einem "Head-Sheet-Poster", veröffentlicht würden, auf welchem nur noch wenige Plätze frei wären. Dieses Poster würde in absehbarer Zeit nicht neu erscheinen und an diverse Firmen (potentielle Auftraggeber)
verschickt.

Auf die konkret geschalteten Inserate wurde aber in der Folge gar nicht oder nur oberflächlich eingegangen. Die Konsumenten wurden mit großer Überzeugungskraft überredet und unterfertigten vielfach das Anmeldeformular für das Modelseminar. Sie wurden über einen Hinterausgang hinausgeschleust, wo ihnen in der Regel rasch bewusst wurde, dass sie gerade eine Unüberlegtheit begangen und sich finanziell zu etwas verpflichteten hatten, weshalb sie jedoch nicht gekommen waren. Die Modelagentur akzeptierte dann aber einen Rücktritt vom Vertrag nicht.

Im Konsumentenschutzministerium häuften sich die Beschwerden. BM Haupt beauftragte daher den VKI, Konsumenten, die von Superlook reihenweise auf Zahlung des Entgelts geklagt worden waren, im Gerichtsverfahren zu unterstützen. In rund 30 Fällen wurde Unterstützung gegeben. Diese Verfahren sind noch gerichtsanhängig. Anderseits wurde im Auftrag von Konsumentenschutzminister Haupt mit Verbandsklage wegen irreführender Werbung gegen Superlook vorgegangen. Diese
UWG-Klage wurde nun vom Oberlandesgericht Wien positiv entschieden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Oberlandesgericht Wien bestätigte die Beweisergebnisse des Erstgerichtes: Es mag schon sein, dass Superlook in einzelnen Fällen Aufträge für Werbespots an Interessierte vermittelt hat. Der Hauptzweck der Inseratenaktion war jedoch, Kunden in die Geschäftslokalitäten zu locken, um sie zur Buchung eines entgeltlichen Modelseminars zu überreden. Das Gericht beurteilte dieses Verhalten von "Superlook" als "Hereinlege (Neppen)" und erkannte: Das systematische Anlocken von Kunden durch Inserate,
in welchen eine konkrete Verdienstmöglichkeit angeboten wird, zu Terminen, bei denen die Erschienenen dazu überredet wurden, ein entgeltliches Modelseminar zu buchen, ohne dass damit konkrete Vermittlungen in Aussicht gestellt werden, widerspricht den guten Sitten im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Der Inhaber von Superlook wurde daher zur Unterlassung dieser Werbemethoden verpflichtet.

"Ein wichtiger Etappensieg im Kampf gegen unseriöse Geschäftemacherei", zeigte sich Konsumentenschutzminister Haupt erfreut. So ein Vorgehen ist einfach nicht zu tolerieren. Die Konsumentinnen und Konsumenten, die nach wie vor in diesem Bereich Arbeit finden möchten, können nun wieder aufatmen. Wenngleich man Missbrauch nie ganz ausschließen kann, so wurde es dubiosen Geschäftsleuten nun wieder ein Stück schwerer gemacht, gutgläubige Menschen hinters Licht zu führen", so Haupt weiter. "Es ist zu hoffen, dass auch die zahlreichen Musterverfahren in meinem Auftrag ebenso bald zu einem positiven Abschluss kommen und klargestellt wird, dass Konsumenten keine finanziellen Nachteile aus der groß angelegten Täuschungsaktion erleiden.", so der Konsumentenschutzminister abschließend. (Schluss) bxf

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