Stahlpreis entwickelt sich weiter nach oben

Betriebe sind auch 2005 mit weiteren Erhöhungen konfrontiert

Wien (PWK766) - Mit einer sich weiter verschärfenden Situation in Sachen Stahlpreis rechnen die Fachverbände Maschinen und Metallwaren. Die ersten drei Quartale des Jahres 2004 haben gezeigt, dass sich die Preisschraube stetig nach oben entwickelt.

Im Februar dieses Jahres hat der für die Verbände relevante bereinigte Stahlpreisindex mit einem Wert von 118,8 Punkten begonnen, stieg Ende des ersten Quartals auf den Wert von 138,5 Punkte, im zweiten Quartal dann weiter auf die Werte 152,4, bzw.168,9 und hat nun im dritten Quartal den Höchststand von 184 Punkten erreicht.

"Die Hoffnung, dass damit ein Ende der Preissteigerungen in Sicht ist, erfüllt sich nicht", unterstreicht Wolfgang Welser, Obmann des Fachverbandes der Metallwarenindustrie. "Für das vierte Quartal wurden bereits, je nach Produkt, die Stahlpreise um rund 40 bis 50 Euro pro Tonne erhöht und für das erste Quartal 2005 ist eine weitere Erhöhung in der gleichen Größenordnung angekündigt." Diese Erhöhungen werden damit begründet, dass die europäischen Stahlpreise momentan noch den US-amerikanischen und asiatischen Preisen sehr stark hinterherhinken.

Um einen Überblick über die aktuelle Situation in den Mitgliedsbetrieben zu erhalten, wurde bei den Fachverbänden eine Umfrage unter den besonders betroffenen Betrieben durchgeführt. Die Situation wird dabei von einer überwiegenden Mehrheit als äußert schwierig und teilweise sogar kritisch bezeichnet. Mit einer Entspannung der gegenwärtigen Situation wird nicht gerechnet - im Gegenteil: "Unsere Mitgliedsunternehmen teilen uns mit, dass sich die Preisspirale weiter nach oben dreht und sie die größten Schwierigkeiten haben, diese Preissteigerungen weiterzugeben", so der Geschäftsführer der beiden Fachverbände, Berndt-Thomas Krafft.

"Mit einer Abkühlung der weltweiten Stahlkonjunktur ist jedenfalls nicht zu rechnen. Der Stahlverbrauch in China steigt weiter, die Schrottverfügbarkeit in USA bleibt weiterhin angespannt. Das Angebot und die Nachfrage bei Rohstoffen wie Erz und Koks werden erst 2008 wieder im Gleichgewicht sein, da dann die Fördermengen dem hohen, nachhaltigen Bedarf angepasst sind", betont Bernd Wehling, österreichischer Vertreter der Stahlverbrauchergruppe ORGALIME in Brüssel. Die hohen Seefrachten werden sich auch erst in diesem Zeitraum wieder normalisieren, da dann genügend Schüttgutfrachter wieder vom Stapel gelaufen sind und das hohe Transportvolumen bewältigt werden kann.

Die Preissteigerungen schlagen aufgrund der unterschiedlichen Rohstoffkosten je nach Produktgruppe auch unterschiedlich stark in den Erhöhungen durch: bei Flachprodukten durch die gestiegenen Koks-und Eisenerzpreise, bei Langprodukten durch den hohen Schrottpreis und beim Edelstahl durch die hohen Legierungszuschläge, die sich in den letzten zwölf Monaten teilweise verfünffacht haben.

Zudem wird durch die Ungleichbehandlung der Abnehmer- und Verbrauchergruppen durch die Stahlproduzenten die Situation weiter verschärft. Die Automobilhersteller haben langfristige Preisabschlüsse über ein oder mehrere Jahre. Bei Neuabschlüssen, die für 2005 anstehen, werden nur Teile der Preiserhöhungen im Ausmaß von 50 bis 100 Euro pro Tonne weitergegeben, während bei Zulieferern oder bei Verbrauchern in der Bauzulieferindustrie im Jahr 2004 bis zu 250 Euro pro Tonne die Preise bereits erhöht wurden und weitere 40 Euro pro Tonne für das erste Quartal 2005 angekündigt sind.
Diese beschriebene Situation wird dazu führen, dass die metall- und stahlverarbeitenden Betriebe gezwungen sind ihre Preiserhöhungen unbedingt weiterzugeben, da sie ansonsten insolvenzgefährdet sind. "Weitere Kostenschübe wie bei Strom und Öl sowie anstehende Lohnkostenerhöhungen im Herbst tragen ebenfalls nicht zur Entspannung der Situation bei", meint Welser.

METALL MACHT’S! Die Fachverbände MASCHINEN & METALLWAREN stellen die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren dar.

Als einer der größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände Österreichs vertreten sie 1.300 Top-Unternehmen aus 68 Branchen, die mit fast einem Drittel an der gesamten Sachgütererzeugung zu den führenden Industriezweigen Österreichs zählen: 2003 erwirtschafteten rund 157.600 Beschäftigte einen Produktionswert von 27,9 Milliarden Euro. Auch weltweit herrscht großes Interesse an den Produkten der Fachverbände: 2003 betrug der Exportwert rund 19 Milliarden Euro. (RH)

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