"Konsument" rechnet ab: Die Jahresbilanz des Praxistests Investmentfonds

Verluste mit Aktienfonds. Rentenfonds mit moderatem Plus.

Wien (OTS) - Vor fünf Jahren hat "Konsument" zehn Investmentfonds im Wert von umgerechnet 7.267 Euro (100.000 Schilling) gekauft. Das Verbrauchermagazin hat damals sechs "sichere" Renten- und vier "ertragreichere" Aktien- bzw. Mischfonds erworben und zieht seither jährlich Bilanz über deren Wertentwicklung. Der Blick aufs Depot war allerdings nur bedingt erfreulich: Aktien- und Mischfonds befinden sich immer noch in der Verlustzone. Die Mehrheit der Rentenfonds konnte den moderaten Wachstumskurs zumindest halten. Die Tester haben sich heuer außerdem in Beratungsgesprächen über die weitere Vorgangsweise erkundigt. Der Rat der meisten Banken: Fonds behalten.

Die Performance-Reihung der zehn Testfonds hat sich seit dem Vorjahr kaum geändert. Nur "Capital Invest Mündel Bond" der Bank Austria Creditanstalt tauschte mit dem "ESPA Bond Euro-Mündelrent" die Plätze und liegt nun auf Rang vier. Nach wie vor rangiert der "Volksbank-Interbond" an erster Stelle vor dem "Raiffeisen-EuroPlus-Rent" und dem "AustroRent".

Die Aktien- und Mischfonds befinden sich immer noch in der Verlustzone. Die Aktienfonds erzielten nur im ersten Jahr Gewinne, seither sind die Kurse im Keller. Insgesamt haben sie seit 1999 ein Drittel ihres Wertes verloren. Der "Bawag P.S.K. Global Stock" liegt derzeit 32 Prozent unter dem Anfangskapital - die Bankberater hatten hingegen seinerzeit einen Wertzuwachs von 12 Prozent pro Jahr versprochen. Auch den Mischfonds gelang bisher keine Trendwende zurück in die Gewinnzone.

Die meisten Rentenfonds konnten hingegen einen moderaten Wachstumskurs halten. Aber von den seinerzeit bei den Beratungsgesprächen in Aussicht gestellten Renditen sind fast alle Fonds meilenweilt entfernt. Die Spitze führt auch heuer wieder der "Volksbank-Interbond" an, auch wenn er im vergangenen Jahr nur ein bescheidenes Plus von 40 Euro einfuhr. Den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr erzielte der "Raiffeisen-EuroPlus-Rent", der mit einem Kurswert von aktuell 8613 Euro nur mehr knapp hinter dem "Volksbank-Interbond" (8657 Euro) liegt.

Im Rahmen des Investmentfonds-Dauertests, bei dem "Konsument" seit Oktober Monat für Monat 1700 Produkte bewertet, wurde auch die Wertentwicklung der zehn Investmentfonds beurteilt. Nur zwei sind hervorzuheben: Der Etappensieger "Volksband-Interbond" schneidet "stark überdurchschnittlich" ab, der "Raiffeisen-EuroPlus-Rent" gerade noch "überdurchschnittlich". Alle anderen Fonds liegen im oder unter dem Durchschnitt.

In den Beratungsgesprächen empfahlen die meisten Bankberater, die Fonds zu behalten. Lediglich drei schlugen Umschichtungen vor. Besonders negativ fiel die Raiffeisenbank NÖ-Wien auf. Obwohl sich der hauseigene Fonds - Raiffeisen-EuroPlus-Rent - zuletzt äußerst positiv entwickelte, wurden andere Produkte angepriesen. Auf die persönliche Situation des Kunden - niedrige Risikobereitschaft und mögliche Anlagedauer - wurde dabei nicht eingegangen. "Konsument" rät: Auch wer mit der Rendite bislang unzufrieden ist, aber Experimente scheut, sollte sich nicht zu mehr Risiko mit finanziell ungewissem Ausgang drängen lassen. Hohen Ertragschancen steht immer ein hohes Verlustrisiko gegenüber. Zudem gilt es zu beachten, dass die in den Prospekten und Verkaufsgesprächen angeführten Prognosen über die Wertsteigerung der Fonds unverbindlich und oft überzogen sind.

Die "Konsument"-Tester haben auch die neuen Fondsprospekte analysiert und sparen nicht mit Kritik. Die Unterlagen sind zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, mit der Verständlichkeit hapert es aber nach wie vor. Kein einziger Anbieter lieferte - so die Tester - einfache und verständliche Produkterklärungen.

Wie die Testfonds im "Konsument"-Dauertest im Detail abschneiden und was es bei Umschichtungen zu beachten gilt, darüber berichtet das Verbrauchermagazin in seiner November-Ausgabe. Ausführliche Informationen finden Leser auch unter www.konsument.at.

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