ÖVP-Bundeskongress: Integration ist keine Einbahnstraße BILD

Integration.gestalten: Sprache als Mittel der Integration unverzichtbar

Alpbach, 16. Oktober 2004 (ÖVP-PD) "Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein Weg, auf dem wir aufeinander zugehen", sagte Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz heute, Samstag, in Alpbach. Unter dem Vorsitz von Innenminister Dr. Ernst Strasser diskutierten im Arbeitskreis "Integration.gestalten" Politiker, Experten und die Olympiasiegerin Kate Allen über Perspektiven der Migration und Erfahrungen mit Integration.****

"Ich bin sehr gut integriert", sagte die Triathlon-Olympiasiegerin von Athen 2004, Kate Allen. Die sympathische Sportlerin machte 1996 auf ihrer Weltreise auch in Österreich Station und lernte in Kitzbühel ihren heutigen Mann kennen. Seither lebt und arbeitet die Australierin in Österreich. Allen sieht vor allem im Sport einen wichtigen Integrationsfaktor. Sie freue sich gerade jetzt nach ihrem sportlichen Erfolg über ihre "perfekte Integration".

Der Wiener Stadtrat Dr. Johannes (Gio) Hahn betonte, dass es im Zusammenhang mit Integration und Migration einen Umdenkprozess
geben müsse. "Wir dürfen Zuwanderung nicht als etwas Negatives empfinden, sondern als etwas, das unser Land braucht." Er möchte die Vielfalt forcieren: "Es ist die europäische Vielfalt, die uns global so stark sein lässt." Der geschäftsführende Wiener ÖVP-Landesparteiobmann sieht vor allem auch in der sprachlichen Integration einen wichtigen Faktor. Er möchte bereits im Kindergarten in einer kindgerechten Art und Weise die Sprache zum Thema machen und fordert, dass das letzte Kindergartenjahr vor dem Schulbeginn gratis sein soll. Er kann auch der Idee, ein Jahr vor der Einschulung einen Sprachtest durchzuführen, einiges abgewinnen. Weiters forderte Hahn die "sanfte Öffnung" der Wiener Gemeindewohnungen sowie die Mängel in der Gesundheitsversorgung und -prävention zu beheben.

Dass Österreich seit 2004 auch zu jenen Ländern zählt, die weniger Geburten als Sterbefälle hat, liege nicht an einer verfehlten Familienpolitik, so Münz. "Aus potentiellen Eltern auch wirkliche Eltern machen - das ist gute Familienpolitik", sagte Münz. Die schrumpfende Zahl an Kindern und steigende Zahl an älteren Menschen werde zu einem Dauerzustand. Antworten auf diese Entwicklung seien unter anderem eine gezielte Zuwanderung, länger arbeiten, eine höhere Frauenerwerbsquote sowie früher in das Erwerbsleben einzusteigen. "Alle diese Lösungen haben einen unpopulären Aspekt", gibt Münz zu.

"Es ist unsere politische Aufgabe, den Fremden die Furcht vor der Fremde zu nehmen", betonte ÖVP-Verkehrssprecher Abg.z.NR Werner Miedl. Für Miedl ist die Sprache ein "unverzichtbares und unbestrittenes Instrument der Integration." In diesem Zusammenhang erwähnte Miedl auch die Integrationsvereinbarung aus dem Jahr 2002, durch die politische Asylwerber zu 100 Stunden Deutschunterricht verpflichtet sind. Der von manchen Seiten kritisierte "sanfte
Druck" sei dazu geschaffen worden, damit das Angebot auch wahrgenommen werde. Gerade auch in der an den Arbeitskreis anschließenden Diskussion hat sich gezeigt, dass in der Praxis sehr viele Probleme auf Sprachbarrieren beruhen. "Ein integrierter Bürger ist ein guter Bürger, ein guter Nachbar und kann das tägliche Leben gut bestreiten", so Miedl.

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