Der Bund lässt misshandelte Frauen und Kinder im Stich

SPÖ BV und -Stv. aus sieben Wiener Bezirken fordern umgehend mehr Geld für die Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie

Wien (SPW-K) - Die SPÖ BezirksvorsteherInnen und Bezirksvorsteher Stellvertreter aus sieben Wiener Bezirken fordern Innenminister Ernst Strasser auf, die Finanzierung der "Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie" sicher zu stellen. "Der brutale Sparkurs, den Strasser gegenüber Wien fährt, trifft geschätzte 1.000 misshandelte Frauen und Kinder!", empört sich die Hernalser Bezirksvorsteherin Dr. Ilse Pfeffer, stellvertretend für ihre Kollegen Franz Prokop, Ferdinand Glatzl, Gerald Kopecky, Ing. Heinz Lehner, Franz-Karl Effenberg und Manfred Wurm.

Betroffen von den Strasserschen Sparmaßnahmen sind Ottakring, Hernals, Währing, Döbling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing. "Nicht nur, dass der ÖVP-Innenminister nicht auf die rasant steigende Zahl der Betreuungsfälle mit zusätzlichen Mitteln reagiert, kürzt er die Zuwendungen mitten im Jahr auch noch um fünf Prozent", sagt Liesings Bezirksvorsteher Manfred Wurm und fordert eine umgehende Aufstockung des Budgets für die Interventionsstelle.

Die vom Innen- und Gesundheitsministerium anerkannten Interventionsstellen wurden als Begleitmaßnahme zum Gewaltschutzgesetz eingerichtet. Wichtigstes Element in diesem Gesetz ist das Betretungsverbot. Nicht mehr die Opfer müssen flüchten, sondern die Täter müssen gehen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 40 Prozent aller Betretungsverbote wurden im vergangenen Jahr in Wien verhängt. Die Opfer brauchen aber eine Betreuung, um weitere und schwere Gewalttaten sowie Morde und Mordversuche zu verhindern. Dafür ist die Interventionsstelle geschaffen worden. In Wien wurden im Jahr 2003 knapp 3.700 Frauen und Kinder betreut, Tendenz steigend.

Der Donaustädter Bezirksvorsteher Franz-Karl Effenberg ist empört:
"Es kann nicht sein, dass sich der Bund hier wieder einmal still und heimlich aus seiner Verantwortung stiehlt. Noch dazu bei steigenden Beratungszahlen in sämtlichen Einrichtungen. Nicht kürzen, aufstocken lautet die Devise!" (Schluss)

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