ÖVP-Bundeskongress: "Forscher sein muss cool sein"

Arbeitskreis "Forschung.fördern"

Alpbach, 16. Oktober 2004 (ÖVP-PK) Unter Vorsitz des Tiroler Landeshauptmannes DDr. Herwig van Staa, wurde gestern, Freitag, im Rahmen einer Diskussionsrunde das Thema Forschung erörtert. Neben einer Analyse des Ist-Bestandes der Forschungsförderung in Österreich wurden weitere Maßnahmen zur Erreichung des EU-Ziels von drei Prozent des BIP besprochen. Österreich, so die Teilnehmer der Diskussion unisono, habe auf Grund bisher erfolgter Maßnahmen die durchaus realistische Chance bis 2010 dieses Ziel zu erreichen.
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ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek skizzierte die Forschungspolitik der Bundesregierung und wies
darauf hin, dass man "vor Mikrofonen gerne den angeblich desaströsen Zustand auf den Universitäten" bemängle. "Aber", so Brinek, "wir lassen uns die Leistungen der Bundesregierung nicht kaputt reden". Brinek verwies auf verschiedene Offensivprogramme im Forschungsbereich, die Gründung der Nationalstiftung für Forschung, sowie die Erhöhung des Forschungsfreibetrages und der Forschungsprämie für Unternehmen. Dies alles seien Leistungen, die dazu führten, dass der zuständige EU-Kommissar Österreich als "gutes Beispiel" hervorgehoben habe. Brinek erwähnte die Forschungsquote von 2,27 Prozent des BIP, die es durchaus als realistisch erscheinen lasse, bis 2010 das EU-Ziel von drei Prozent zu erreichen. In Zukunft müsse vor allem Augenmerk auf die Motivation der Jugend, Forscher werden zu wollen, gelegt werden. "Forscher sein, wie Zeilinger und Schröder, muss als cool empfunden werden", sagte Brinek. Neben Elite-Unis, für die sie eine Lanze breche, erwähnte die ÖVP-Wissenschaftssprecherin auch die Notwendigkeit, nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern gezielt zu fördern.

Wirtschaftsbund-Generalsekretär Abg.z.NR Karlheinz Kopf legte das Hauptaugenmerk seiner Ausführungen auf die Klein- und Mittelbetriebe (KMU), den schließlich hätten diese mit 59 Prozent einen Anteil am Bereich Forschung und Entwicklung, der weit über jenem des EU-Durchschnitts liege. Ein Problem sei, dass KMU oft nicht in der Nähe von Ballungszentren und damit Universitäten lägen und damit ein Problem hätten, einen Zugang zur Wissenschaft zu finden. Daher, so Kopf, brauche es mehr Flexibilität bei den Forschungsgebieten, auch die EU müsse sich bei der Förderung internationaler Projekte mehr auf die KMU konzentrieren. Die Bundesregierung brauche sich mit der Höhe der Forschungsförderung jedenfalls nicht verstecken, die Erhöhung von Forschungsbeitrag und -prämie habe ihre Wirkung jedenfalls nicht verfehlt.

Der Generaldirektor von Böhler-Uddeholm, Dr. Claus Raidl, stellte die Frage, warum man Forschungsförderung benötige. "Forschung ist ein Instrument, um Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Forschen ist also kein Selbstzweck, Mystifizierung ist unangebracht." Raidl betonte, dass man mehr Forschung erzeugen könne, indem man auf steuerlicher Seite Maßnahmen ergreife, er wies aber auch auf die Wichtigkeit der Schnittstelle zwischen Universitäten und Wirtschaft hin. Die Grundlagenforschung sei auf die Uni auszulagern, weil für die KMU die angewandte Forschung im Betrieb wichtiger sei. Launig bemerkte er zur Frage, wann und wie gefördert werde: "Das Problem ist oft: Die Förderer sind überfordert und die Forderer überfördert."

Die Geschäftsführerin der Forschungsförderungs-Gesellschaft FFG, Dr. Henrietta Egerth, umriss die Aufgaben ihrer Institution.
So sei die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die derzeit noch bestehenden 190 Programme zur Forschung besser zu "clustern". Sie betonte, dass der "Gap" zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bei weitem nicht so groß sei, wie behauptet. "Aber wir werden dazu beitragen, dass sich die noch bestehende Lücke weiter schließt." Abschließend berichtete Hon.Prof. DI Manfred Horvat als Leiter des Innovation Relay Centre Austria über die Vernetzung Österreichs mit der europäischen und internationalen Forschungslandschaft. "Das ist bei weitem kein Minderheitenprogramm", so Horvat, der dies mit der wachsenden Zahl an interessierten und teilnehmenden Unternehmen illustrierte.

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