Sima zu Gentechnik: "Pröll hat große Chance verschenkt!"

Umweltstadträtin hat Initiativen zu Gentechnik-Verzicht mit Wiener Landwirten gestartet. Bundeseinheitliche Lösung überfällig!

Wien (OTS) - "Minister Pröll hat eine große Chance verschenkt", so kommentiert Umweltstadträtin Ulli Sima einen Tag vor dem Beschluss der Gentechnik-Novelle im Parlament. Die Novelle sei leider unzureichend, um die Bevölkerung und die Umwelt vor der Gentechnik zu schützen. Es fehlt laut Sima vor allem eine bundeseinheitliche Regelung für die Koexistenz. Insbesondere seien klare Abstandsregelungen nötig, denn gerade in einem kleinen Land wie Österreich ist es wenig zielführend, wenn jedes Bundesland in der Koexistenz-Frage eigene Regelungen trifft", so Sima. Sie fordert vom zuständigen Minister Pröll seit langem Maßnahmen in diese Richtung. In Wien hat Umweltstadträtin Sima inzwischen eine Initiative mit den Wiener Bauern und Bäuerinnen gestartet, deren Ziel ein freiwilliger Verzicht auf gentechnisch verändertes Saatgut ist. "Es ist dies ein wichtiger Schritt, um das Wiener Gemüse auch weiterhin gentechnikfrei zu halten, dennoch muss das Ziel eine österreichweite Lösung sein", so Sima. Sie erinnert in diesem Zusammenhang auch an den Vier-Parteien-Resolutionsantrag im Wiener Landtag vom 24. September, in dem die Österreichische Bundesregierung aufgefordert wird, eine "bundeseinheitliche Regelung der Koexistenz hinsichtlich des Einsatzes gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft zum Schutz der Wiener Bevölkerung zu schnell wie möglich vorzulegen".

Entwicklung auf EU-Ebene geht in völlig falsche Richtung

"Auf EU-Ebene geht die Entwicklung in Sachen Gentech in die völlig falsche Richtung. Erst kürzlich hat die EU-Kommission mit der Eintragung von 17 Genmais-Sorten in das Sortenregister der EU den Anbau von gentechnisch manipuliertem Mais erstmals in ganz Europa zugelassen", so Sima. "Entsprechende Maßnahmen sind daher überfällig. Minister Pröll muss die heimischen Landwirte und die Bevölkerung, die die Gentechnik auf Feldern und Tellern einhellig ablehnt, ausreichend schützen", so Sima. Das vorliegende Gesetz greife dazu jedoch viel zu kurz. Auch wenn es in Haftungsfragen kleine Fortschritte gäbe, so gestaltet sich dies bei näherer Analyse als kompliziert, es ist eine Mediation vorgesehen und auch ein Schlichtungsverfahren, was in der Praxis vermutlich dazu führt, dass eine Klärung von Schadensfällen durch den Einsatz von GVO langwierig wird. "Es müssen klare Haftungsbestimmungen her, die einfach und praktikabel sind. Diese Debatten dürfen nicht auf dem Rücken der betroffenen Bauern und Bäuerinnen ausgetragen werden", so die Umweltstadträtin abschließend. (Schluss) vor

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