"Neues Volksblatt" Kommentar: "Manifestiert" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 12. Oktober 2004

Linz (OTS) - =

Mit der Erhöhung des Pflegegeldes ist es wie mit dem
berühmten Bild vom zur Hälfte gefüllten Glas: Positiv-Denker sehen es halb voll, Negativisten halb leer. Das lässt sich auch auf das Plus von zwei Prozent umlegen. Negativ gedacht ist das Plus von zwei Prozent überfällig und angesichts jahrelanger Nicht-Anpassungen viel zu gering. Positiv gesehen wird ein fälliger sozialpolitischer Akzent in die richtige Richtung gesetzt.
Wer nun suggeriert, die Regierung müsste eigentlich gleich die ganze Inflationsabgeltung seit 1996 - dem Jahr der letzten Pflegegeld-Valorisierung - bewerkstelligen, ergibt sich in Polit-Gaukelei. Es ist realitätsfremd, finanzielle Anpassungen, die über Jahre nicht getätigt wurden - übrigens auch unter SPÖ-Kanzlerschaft nicht - nun mit einem Schlag zu erwarten. Erwarten können muss man aber, dass die Tendenz, das Pflegegeld immer weniger wert sein zu lassen, künftig nicht mehr zum Tragen kommt. Im Klartext: Trotz zunehmender demografischer Belastungen sollte eine jährliche Valorisierung künftig zum budgetären Fixpunkt werden. Damit sich Ansatz zwei, die richtige Richtung, auch wirklich manifestiert.

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