AK zu Berufslenkern (3): Kritik an EU-Fahrerbescheinigungen für nicht angemeldete Fahrer

Auch ungarische Grenzgänger mit in Österreich ausgestellten Fahrerbescheinigungen angetroffen, berichtet Christoph Thaler vom Hauptzollamt München

Wien (OTS) - EU-Fahrerbescheinigungen für nachweislich nicht angemeldete Lkw-Lenker aus Drittstaaten, die dann in der ganzen EU unterwegs sein können: Solche Bestätigungen stellten die Verwaltungsbehörden nahezu aller EU-Staaten bis April 2004 aus - auch die österreichischen Behörden, berichtete Christoph Thaler vom Hauptzollamt München (Abteilung Finanzkontrolle/Schwarzarbeit) heute, Freitag, in Wien bei der AK Veranstaltung "Ausgeliefert -Arbeitsbedingungen der Berufslenker". Bei Kontrollen wurden auch ungarische Grenzgänger mit in Österreich ausgestellten Fahrerbescheinigungen angetroffen, so Thaler weiter. Nach dem EU-Beitritt der osteuropäischen Länder machte sich ein Großteil der Fahrer aus den Beitrittsländern in den alten EU-Ländern durch Gewerbeanmeldung selbstständig, so der neue Trend laut Thaler.

Thaler über die Praktiken von Frächtern, wie sie das Hauptzollamt München bei Kontrollen feststellt: "Die Fahrer werden weiterhin nach gefahrenen Kilometern entlohnt. Die Lenkzeitüberschreitungen werden weiterhin von den Fuhrunternehmern organisiert. Nur ein Unterschied besteht: Die Fahrer sind nicht mehr illegal, sie können sich als Gewerbetreibende in der EU frei bewegen, jedoch weiterhin ohne Versicherungsschutz. Und Vermittlerorganisationen für selbstständige Kraftfahrer treten auf dem Markt auf."

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