Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 08.Okt. 04 1,232 2,15% 3,99% 2115,8 4057,9 10125,4 01.Okt. 04 1,241 2,15% 4,00% 2041,9 3912,2 10080,3 Veränderung 0,76% 0,00%Pkt -0,01%Pkt 3,62% 3,72% 0,45%

Die Mehrzahl der Wirtschaftsdaten, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, fiel schwach aus. In den USA ist der ISM Einkaufsmanagerindex von 59,0 Punkten im August auf 58,5 Punkte im September zurückgegangen. Die Auftragseingänge in der US-Industrie verzeichneten im August einen Rückgang um 0,1% M/M (Juli: +1,7%). Auch die Konsumentenkredite gingen im Monatsvergleich überraschend um USD 2,4 Mrd zurück, was dem ersten Rückgang seit November 2003 entsprach. Der Einkaufsmanagerindex in der Eurozone ist im September auf 53,1 Punkte zurückgegangen (August: 53,9). Der Einzelhandelsumsatz ist um 1,3% M/M gefallen (Juli: 0,0%). In der Schweiz fiel der Einkaufsmanagerindex im September auf 54,2 (August:
55,6). In Japan hat sich die Stimmung bei den Großunternehmen im Produktionsbereich nach der jüngsten Tankan-Umfrage deutlich verbessert. Der entsprechende Index stieg im September auf 26 Punkte im Vergleich zu 22 Punkten im Juli, das höchste Niveau seit Anfang der 90er Jahre. Heute Nachmittag werden noch die wichtigen US-Arbeitsmarktzahlen für September veröffentlicht. In der Eurozone steht in der nächsten Woche der ZEW-Geschäftsklimaindex auf dem Programm.

Wie erwartet ließ die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Leitzins unverändert auf dem Niveau von 2%. Auch die Bank von England (BoE) hat ihren Leitzins erwartungsgemäß nicht verändert. Somit beträgt der Schlüsselzins weiterhin 4,75 Prozent.

Wie von uns erwartet hat der Dollar in dieser Woche etwas an Wert zugelegt. Den bedeutendsten Einflussfaktor für die Dollarentwicklung auf Wochenfrist stellt bereits heute die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten dar. Von dieser Seite besteht eher Enttäuschungspotential. Wir rechnen daher in den nächsten Tagen mit einen etwas schwächeren US-Dollar im Verhältnis zum Euro.

Die Ölpreise sind auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Die Gründe für den erneuten Preisanstieg lagen in einem Streik beim Ölproduzenten Nigeria und der zögerlichen Erholung der Produktion nach den Hurrikan-Schäden am Golf von Mexiko. Mit 53,0 Dollar je Barrel erreichte der Ölpreis (US Light Crude) am Donnerstag den neuesten Rekordhochstand und lag damit mehr als 60 Prozent höher zu Jahresbeginn. Auch die in Europa wichtigste Ölsorte Brent markierte mit 49,2 US-Dollar ein neues Rekordhoch.

Trotz der eher schwachen Wirtschaftsdaten und den neuen Rekordständen bei den Ölpreisen präsentierten sich die Aktienmärkte in der vergangenen Woche erstaunlich robust. Der ATX markierte mit 2137,9 Punkten vor allem aufgrund des deutlichen Kursanstiegs des Ölwertes OMV ein neues Allzeithoch. In den USA begann kürzlich bereits wieder die neue Ergebnisberichtssaison der Unternehmen. Das traditionell erste Unternehmen aus dem Dow, der Aluminiumproduzent Alcoa, verzeichnete im dritten Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal aufgrund von Produktionsausfällen wegen eines mittlerweile schon drei Monate andauernden Streiks in einem kanadischen Werk und Hurrikan-Schäden nur einen leichten Gewinnanstieg. Insgesamt erwarten wir jedoch auch dieses Mal wieder eine freundliche Berichtssaison. Die Ergebnissteigerungsraten sollten aber etwas geringer ausfallen, als im letzten Quartal. Mit einem nach wie vor zu Rekordständen neigenden Ölpreis und einem eher schwach erwarteten US-Arbeitsmarktbericht sollten sich die Kurssteigerungsraten an den Aktienmärkten in der nächsten Woche in Grenzen halten.

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