Fonds Gesundes Österreich informiert zum Wechselspiel zwischen Körper und Seele

10. Oktober: Welttag für seelische Gesundheit

Wien (OTS) - Der Welttag für seelische Gesundheit soll weltweit für mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber psychischen Problemen und Beschwerden sorgen. Heuer steht das komplexe Wechselspiel zwischen körperlicher und seelischer Gesundheit im Zentrum der internationalen Informationsoffensive. Wie wichtig die Pflege der Seelischen Gesundheit für das umfassende Wohlbefinden ist - darauf macht auch der Fonds Gesundes Österreich aufmerksam.

Der Volksmund weiß es schon lange: Körperliche Beschwerden und seelische Befindlichkeit haben viel miteinander zu tun. Da hat jemand "die Nase voll", es bleibt einem "die Luft weg" oder "zerreißt einem das Herz". Da "liegt einem etwas im Magen" oder eine "Laus ist über die Leber gelaufen", da geht einem etwas "unter die Haut". Auf das komplexe Wechselspiel zwischen Körper und Psyche Gesundheit macht jetzt der Fonds Gesundes Österreich zum Welttag für seelische Gesundheit aufmerksam, der in diesem Jahr weltweit unter dem Motto "Das Zusammenspiel von seelischer und körperlicher Gesundheit" steht.

Der Welttag für seelische Gesundheit wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der World Federation for Mental Health (WFMH) ins Leben gerufen. Er findet jährlich am 10. Oktober statt, um auf Fragen der psychischen Gesundheit aufmerksam zu machen.

"Wir wissen heute, dass sich seelische Probleme auch, oder manchmal sogar vorwiegend, in körperlichen Symptomen äußern können", sagt Dennis Beck, Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich. "Ebenso, wie eine gesunde Seele dem Körper viel Kraft geben kann, können sich psychische Probleme durch Beschwerden an körperlichen Schwachstellen zeigen. Umgekehrt beeinflussen auch chronische körperliche Erkrankungen das seelische Wohlbefinden massiv."

Bei einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung, schätzen Psychosomatik-ExpertInnen, (Anm.: Quelle Österreichische Psychosomatikges.) treten psychisch verursachte Erkrankungen auf. Fast die Hälfte der PatientInnen, die ihren Praktiker aufsuchen, sind psychosomatisch krank, leiden also an Beschwerden, die nicht oder nur zu einem Teil organische Ursachen haben.

Die Ursachen für solche Beschwerden sind ebenso vielfältig wie ihre Auswirkungen. Stress, Ärger, Sorgen, Angst und Aggression, ungelöste Konflikte oder Trauer können unter anderem zu den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen führen. Ständige Erschöpfung und Müdigkeit oder eine Schwächung des Immunsystems sind ebenso typische Anzeichen wie Herzbeschwerden, Reizdarm, Magenschmerzen, Hautausschläge, Asthma und Atemnot, Blasenschwäche oder ständige Rücken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Appetitverlust.

Wenn der Körper nach Hilfe ruft

"Die psychische Komponente von vielen körperlichen Beschwerden wird heute intensiver untersucht denn je," sagt die Psychologin und Sozialepidemiologin Mag. Dr. Maria Schmidt-Leitner, Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich. "Dadurch werden auch die Zusammenhänge immer offensichtlicher."

So haben etwa Forscher der Duke University in Durham (North Carolina) herausgefunden, dass Ärger und Depressionen massiv zum Entstehen eines Herzinfarkts beitragen können - und zwar auch dann, wenn typische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder ungünstige Blutfettwerte fehlen. Und eine britische Studie mit mehr als 5.000 Teilnehmern zeigte auf, dass Menschen mit Depressionen ein drei Mal höheres Risiko haben, Herzprobleme aufgrund von Arterienblockaden zu erleiden als psychisch gesunde Menschen. (Quelle: WFMH)

Gereizter Darm, gereizter Mensch?

Eine interessante Untersuchung zum Thema "Depression und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen" hat kürzlich Univ.-Prof. Dr. Gabriele Moser, Internistin an der Universitätsklinik für Innere Medizin IV am Wiener AKH, publiziert. Wichtigstes Ergebnis: Es lässt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Depression und schweren entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn nachweisen. Beide Erkrankungen sind chronisch, von immer wieder auftretenden, für Betroffene sehr belastenden Entzündungsschüben gekennzeichnet und werden in der Fachwelt als "Inflammatory Bowel Disease" (IBD) zusammengefasst. Knapp 30 Prozent der IBD-Patienten, so die aktuelle AKH-Studie, leiden an Depressionen, das sind deutlich mehr als in der Durchschnittsbevölkerung. Außerdem zeigte die Untersuchung, dass jene IBD-Betroffenen, die zugleich auch depressive Symptome aufweisen, häufiger und in kürzeren Abständen an akuten Krankheitsschüben leiden als ihre nicht-depressiven Leidensgenossen.

Deutlich hat die Wissenschaft derartige Verbindungen auch für die so genannten funktionellen gastrointestinalen Beschwerden, wie vor allem das Reizdarmsyndrom, nachgewiesen. Bis zu 60 Prozent der von Reizdarm Betroffenen, das haben Untersuchungen gezeigt, haben auch mit psychischen Problemen wie Depression, Angst oder massivem Stress zu kämpfen. (Quelle: AKH)

Hilfe für die Seele

"Derartige Beschwerden sind ein wichtiges Alarmsignal des Körpers, der uns damit sagen will, dass das körperlich-seelische Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht geraten ist", sagt Dr. Schmidt-Leitner. "Bei kurzzeitig auftretenden Störungen lässt sich oft mit einfachen Selbsthilfe-Maßnahmen schon viel ausrichten. Zum Beispiel ausreichender Schlaf, Entspannungsübungen, Bewegung und Sport oder einfach Abwechslung, etwa schönes Wochenende mit Freunden", empfiehlt die Expertin. Wenn sich allerdings keine Verbesserung einstellt, oder wenn die körperlichen Beschwerden immer mehr einschränken, sollte eine medizinische Abklärung gemacht werden. "Werden keine organischen Ursachen gefunden, handelt es sich um psychosomatische Beschwerden. Dann kann es auch sinnvoll sein, Rat bei PsychologInnen oder PsychotherapeutInnen zu suchen. ExpertInnen können dabei helfen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln mit dem Ziel, Ihr Leben selbstbestimmt und konstruktiv zu gestalten", empfiehlt Dr. Schmidt-Leitner.

Fonds Gesundes Österreich: "Schau auf dich"

Mit einer neuen Informationsoffensive zum Thema "Seelische Gesundheit", - der zweiten im Rahmen der Serie "Es ist nie zu spät den ersten Schritt zu tun", die der Fonds Gesundes Österreich in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen durchführt, wird einerseits aufgezeigt, wie sehr die psychische Gesundheit auch das körperliche Wohlbefinden beeinflussen kann. Andererseits werden auch zahlreiche Tipps gegeben, wie jede und jeder Einzelne im Alltag auf das seelische Gleichgewicht und Wohlergehen achten kann. "Eine Kernfrage im Zusammenhang mit der Förderung seelischer Gesundheit ist, über welche Ressourcen, welche Quellen der Lebensfreude und Lebenslust und über welche Fähigkeiten, mit Problemen umzugehen, eine Person verfügen soll, um ihre seelische Gesundheit optimal pflegen zu können", sagt Dennis Beck. "Primär wollen wir dazu motivieren, dass jede/r Einzelne über die eigenen Lebensumstände nachdenkt und für sich selbst herausfindet, was ihr oder ihm selbst gut tun. Das ist das beste Mittel zur individuellen Pflege des seelischen Wohlbefinden im Alltag und damit auch zur ganzheitlichen Gesundheit."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft zum «Welttag für seelsiche Gesundheit (World Mental Health Day)» am 10. Oktober in Erinnerung, dass psychisches Wohlbefinden ein Gut ist, das wir pflegen und erhalten müssen. Hier 10 Tipps zur Erhaltung der seelischen Ausgeglichenheit:

  • Balance finden: Versuchen Sie, im Frieden und Ausgleich mit sich selbst zu sein.
  • Genießen Sie bewusst: Nehmen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse ernst und finden Sie heraus, was Ihnen Freude macht. Genießen Sie, was Sie endlich einmal nur für sich selbst tun.
  • Pflegen Sie Kontakte mit Ihren FreundInnen: Das Zusammensein mit wirklichen FreundInnen ist unter anderem deshalb so angenehm und wohltuend, weil man Austausch, Trost und Anteilnahme findet, weil man sich mit.
  • Unterstützung geben und annehmen: "Geteiltes Leid ist halbes Leid", sagt schon ein altes Sprichwort. Tatsächlich hilft es enorm, Problem mit anderen zu teilen.
  • Aufgeschlossen sein für Neues: Pflegen Sie doch Ihre Neugier und geben Sie Ihrem Leben wieder einmal neue Impulse.
  • Soziales Engagement: Solche neuen Wege können Sie auch in Vereinen, Gemeinschaften und Sozialinitiativen finden.
  • Unerledigtes anpacken: Was uns gefühlsmäßig am meisten beschäftigt und immer wieder durch den Kopf geht, muss so schnell wie möglich angepackt werden.
  • Prioritäten setzen: Lernen Sie, zwischen "dringend" und "wichtig" zu unterscheiden. Wir haben alle nur ein begrenztes Reservoir an Energie, das wir nutzen können. Daher gilt es auch zu entscheiden, wofür Sie die Energie einsetzen.
  • Kontakt zu sich selbst herstellen: Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers und Ihrer Seele wahr - und vor allem: Nehmen Sie sie ernst.
  • Schärfen sie ihre Wahrnehmung: Welche Situationen, Menschen oder Dinge engen mich ein, erdrücken mich, machen mich stumm, und welche machen mich lebendig und bereichern mich? Sehen Sie genau hin, was Ihnen gut tut, und was nicht - und ziehen Sie Ihre Konsequenzen daraus.

Rückfragen & Kontakt:

B & K - Bettschart und Kofler Medien- und
Kommunikationsberatung GmbH.
Dr. Birgit Kofler-Bettschart
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kofler@bkkommunikation.at

Fonds Gesundes Österreich
Mag. Markus Mikl
Tel (01) 895 04 00
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