"Innovative Arzneimittel künftig schwerer zu verschreiben als Suchtmittel"

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber warnt vor den negativen Folgen der "Chefarztpflicht Neu".

Wien (OTS) - Jan Oliver Huber, Generalsekretär des
Branchenverbands Pharmig, geht mit der neuen Verordnung zur Chefarztpflicht einmal mehr hart ins Gericht. "Wenn die Verordnung zur Chefarztpflicht so, wie sie derzeit am Tisch liegt, von der Ministerin erlassen wird, sind Suchtmittel künftig leichter und unbürokratischer vom Arzt zu verschreiben als innovative Medikamente. Das ist völlig absurd."

Im Fall von Suchtmitteln muss der verschreibende Arzt in der Regel dokumentieren, warum eine Verordnung notwendig ist, sonst ist jedoch keine Kontrolle erforderlich. Anders ist die Situation künftig bei neuen, qualitativ hochwertigen Arzneimitteln: Geht es nach der aktuellen Verordnung der Ministerin, muss der verschreibende Arzt per Fax beim Chefarzt anfragen, ob er ein innovatives Medikament verschreiben darf oder nicht. Bei fünf Millionen Verordnungen von chefarztpflichtigen Präparaten pro Jahr bedeutet das mindestens zehn Millionen Faxe. Dabei muss der Arzt außerdem genau begründen, warum er ein chefarztpflichtiges Präparat verschreiben will. "Dieses Übermaß an Bürokratie macht es den Ärzten so gut wie unmöglich, innovative Medikamente weiterhin zu verschreiben." glaubt Huber. "Die Ärzte hätten dann noch weniger Zeit, sich um ihre Patienten zu kümmern, viele wollen und können das den Patienten einfach nicht antun."

Dazu kommt, dass den Ärzten künftig Sanktionen bis hin zum Entzug des Kassenvertrags drohen, wenn sie "auffällig" werden und zu viele chefarztpflichtige Arzneimittel verschreiben. "Man tut alles, um die Ärzte unter Druck zu setzen und ihre Verordnungsfreiheit einzuschränken", kritisiert der Generalsekretär der Pharmig. "Dieser Strafcharakter ist eines modernen Staates nicht würdig." Huber abschließend: "Wir appellieren an die Vernunft der Ministerin, diese Verordnung nochmals zu überdenken. Sollte sie in der derzeitigen Form kommen, sehe ich für die Patienten und das gesamte Gesundheitssystem schwarz."

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