Ärztekammer: Ärztliche Direktoren sind Ärzte und Manager

Durch Auslagerungen drohen Qualitätseinbußen unter dem Diktat der Ökonomie - Ärztekammer strikt gegen Spitalsauslagerungen

Wien (OTS) - Zu einer - neuerlichen - massiven Verstimmung
zwischen dem Gesundheitsministerium und der Ärzteschaft haben die jüngsten Äußerungen von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat in der aktuellen Ausgabe des "Falter" geführt, wonach es sinnvoll sei, Krankenhäuser in Betreiberfirmen auszulagern. Jetzt würden Spitäler von Medizinern geführt, "und die sind keine Ökonomen", heißt es in dem Bericht. Damit wirft sie der leitenden Ärzteschaft indirekt wirtschaftliche Inkompetenz vor.****

Der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner weist diese Aussagen empört zurück. Für den Ärztechef ist dies "nichts anderes als ein weiterer Versuch, die Gesundheitspolitik dem Diktat der Ökonomie zu unterwerfen und Mediziner aus allen Entscheidungspositionen zu drängen".

Der Primarärztereferent der Wiener Ärztekammer, Robert Hawliczek, verweist darauf, dass alle derzeitigen leitenden Ärztinnen und Ärzte österreichweit eine entsprechende Managementausbildung vorweisen müssen. "Eine solche Ausbildung ist Voraussetzung dafür, sich für eine leitende Position in einem Spital überhaupt erfolgreich bewerben zu können." Damit sei laut Hawliczek hinreichend sichergestellt, dass Ärzte in Entscheidungspositionen auch über die notwendige Managementkompetenz verfügten. "Nennen Sie mir dagegen bitte einen Spitalsverwalter in Österreich, der auch Medizin studiert hat", kontert der Primarärztereferent in Richtung Gesundheitsministerin.

Für Dorner sind Ärztinnen und Ärzte als Spitalsdirektoren "jedenfalls so selbstverständlich wie Juristen als Justizminister". Die Gesamtkompetenz in Bezug auf die Notwendigkeiten eines Spitalsbetriebs hätte ausschließlich die leitende Ärzteschaft und nicht die Ökonomen. Weiters verfügten alle Spitäler ebenso selbstverständlich über eigene Verwaltungsdirektoren, die den leitenden Ärztinnen und Ärzten in wirtschaftlichen Angelegenheiten zur Seite stünden. Dorner: "Die Wunschvorstellung Rauch-Kallats geht in eine völlig falsche Richtung. Eine "bessere" Betriebsführung durch Ökonomen würde sich nur dann ergeben, wenn es gleichzeitig zu massiven Leistungsminimierungen oder Rationierungen zulasten der Patienten komme." Dazu würde sich die Ärzteschaft aber niemals hergeben. (hpp)

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