Pröll und Leitl: Neue Nachhaltigkeitsagenda bei Getränkeverpackungen

Leitl: Weiterer Meilenstein auf Österreichs Weg der Nachhaltigkeit - Pröll: Haben dem rückläufigen Trend einen Riegel vorgeschoben

Wien (PWK 694) - Umweltminister Josef Pröll und WKÖ-Präsident Christoph Leitl präsentierten heute, Montag, in der Wirtschaftskammer Österreich eine neue "Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen". Darin verpflichtet sich die Wirtschaft, alle Getränkeverpackungen, die an Letztverbraucher abgegeben werden, zu mindestens 80 Prozent wieder zu befüllen oder stofflich zu verwerten. Die neue Selbstverpflichtung erweitert die bereits vor vier Jahren abgeschlossene Vereinbarung und gilt für den Zeitraum 2005 bis 2007.

"Mit der Selbstverpflichtung II haben wir nun die zweite Stufe der Trägerrakete gezündet und einen europaweit einmaligen Weg eingeschlagen, der Österreich in die Lage versetzt, seine führende Stellung im Bereich der Umwelttechnologie auszubauen", betonte Präsident Leitl: "Die Erfahrungen in Deutschland zeigen, dass Zwang schlechtere Ergebnisse bringt als eine freiwillige Kooperation aller beteiligten Kräfte".

Falsch sei, so Leitl, jede Polarisierung "Einweg kontra Mehrweg". Beides habe seine Berechtigung. Mit der neuen Vereinbarung werde die Wahlfreiheit des Konsumenten gesichert. Er wird weiterhin zwischen Ein- und Mehrweg wählen können.
Mit der neuen "bottle-to-bottle"-Verwertung (aus alten PET-Flaschen werden neue) kann die Nachhaltigkeit der Getränkeverpackungen optimiert werden.

Ganz wichtig, so Leitl weiter, ist auch mehr gezielte Information der Konsumenten. Dies soll auch als Instrument zur Stabilisierung der Mehrweganteile eingesetzt werden. Für Informations- und Werbemaßnahmen (Entwicklung eines neuen Mehrweg-Logos, Durchführung von Mehrweg-Wochen u.a.m.) stellt die Wirtschaft jährlich 75.000 Euro bereit. Der Handel wird umfassend über Mehrweg informieren und Mehrweg-Aktionen preislich unterstützen. Als organisatorisches Instrument wird noch in diesem Monat eine WKÖ-Arbeitsgemeinschaft ("ARGE Nachhaltigkeitsagenda") gegründet.

Minister Pröll hob hervor, dass ein zuletzt sinkender Mehrweganteil die Neubewertung und Präzisierung der bisherigen Selbstverpflichtung notwendig machte. Nun bestehe eine klare Verpflichtung aller betroffenen Branchen. Also nicht nur der Abfüller, sondern auch des Handels und der Importeure. Ein Erreichen der 80 Prozent-Quote gewährleistet, dass der derzeitige Mehrwerganteil stabil bleibt und gleichzeitig die stoffliche Verwertungsquote erhöht werden kann. "Es ist dies ein wichtiger Beitrag zur Optimierung der Materialeffizienz bzw. Ressourcenschonung". Das bottle-to-bottle-Recycling ("eine hochwertige Schiene der stofflichen Verwertung") soll bis 2007 auf 6.000 Tonnen gesteigert werden. Der Focus wird auf nachhaltige und regionale Stoffkreisläufe gelegt.

Dieter Moser, Generaldirektor von Coca Cola Beverages Österreich, und Alois Wichtl, Obmann des Bundesgremiums des Lebensmittelhandels und Mitglied der Geschäftsführung von Metro Cash & Carry, zeigten sich erfreut, dass es nach intensiven Verhandlungen zu dieser Vereinbarung gekommen ist. Damit werde der erfolgreiche geordnete österreichische Weg fortgesetzt. "Wichtig ist, dass bei uns Chaos vermieden werden kann", hob Wichtl mit einem Seitenblick auf Deutschland hervor. Dem Konsumenten werden zwei Systeme nebeneinander und damit eine breite Wahlmöglichkeit geboten. Moser unterstrich, dass die neue Agenda den neuen Technologien Rechnung trägt und damit Beispielswirkung über Österreich hinaus habe. (hp)

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