AK: Mehr AK-Musterverfahren bei missglückten Urlaubsreisen

Reiseveranstalter und Airlines immer seltener zu angemessenen außergerichtlichen Angeboten bereit

Wien (OTS) - Schleppende Beschwerdeerledigungen, knausrige Ersatzangebote und ungerechtfertigte Ablehnungen von Konsumentenbeschwerden durch Reiseveranstalter und Fluglinien sind nach der Reisesaison an der Tagesordnung. Die AK hat daher Reisen zu einem Schwerpunkt ihrer Klagstätigkeit gemacht. Gerichtliche Entscheidungen liefern dem Verbraucher notwendige rechtliche Klarheit und sind damit wichtige Hilfestellung bei der Rechtsdurchsetzung. Mehr Klagen wird die Reise-branche mit Sicherheit aber auch zu mehr Kundenorientierung im Beschwerdemanagement anhalten, sind die AK Konsumentenschützer überzeugt.

Die AK Wien hat 12 Reiserechtsfälle eingeklagt, weitere 8 Fälle stehen kurz vor der Klage. Bei vielen Fällen geht es um mangelhafte Erbringung der Leistung, und daraus resultierend um eine angemessene Preisminderung. Aber auch immaterieller Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit sowie Überbuchungen sind Thema. Im Zunehmen sind auch die Rechtsstreitigkeiten mit Airlines. Bei diesen geht es neben Überbuchungen, vor allem um Änderungen von Flugzeiten und Flugabsagen. Drei Reiserechtsprozesse wurden 2004 beendet, wobei es nur in einem Fall zu einem inhaltlichen Urteil kam. In den ande-ren zwei Fällen ließen sich die Reiseveranstalter auf keinen Rechtsstreit ein, und zahlten nach Klagseinbringung. Hier drei Beispiele:

Familie K. freute sich aufs Baden und Schnorcheln im Roten Meer. Wegen eines vorgelagerten Riffs und der geringen Wassertiefe war jedoch daran nicht zu denken. Der Reiseveranstalter anerkannte die Beschwerde überhaupt nicht, und bot aus reiner Kulanz eine siebenprozentige Reisepreisminderung, teilweise in Gutscheinen an. Die AK brachte daraufhin Klage ein, letztlich konnte bei einem gerichtlichen Vergleich eine Preisminderung von 20 Prozent für diesen Mangel erzielt werden.

Herr und Frau P. führte ihre Hochzeitsreise - eine mehrtägige Trekking-Tour und ein anschließender Badeaufenthalt - nach Mexiko. Von der Trekking-Tour zu Beginn ihres Aufenthalts hatten sie wenig. Das Gepäck traf erst nach Ende der Tour am Urlaubsort ein. Wohl oder übel mussten sie denkbar schlecht ausgestattet die Tour in Angriff neh-men. Der Reiseveranstalter lehnte sowohl die geltend gemachte Preisminderung von 25 Prozent des Reisepreises als auch den geforderten immateriellen Schadenersatz ab.

Herr V. hatte einen Flug bei einer deutschen Billigfluglinie gebucht. Ganz kurzfristig wurde er darüber informiert, dass der Rückflug wegen mangelnder Auslastung nicht stattfinden würde. Es wurde nur der Ticketpreis, nicht jedoch die Kosten für den teuren Ersatzflug angeboten.

Die AK erwartet sich von den Musterverfahren nicht nur Klarstellungen der rechtlichen Situation und dadurch auch Hilfestellung bei der Rechtsdurchsetzung. Mehr Klagen wird die Reisebranche mit Sicherheit auch zu mehr Kundenorientierung im Beschwerdemanagment anhalten, sind die AK Konsumentenschützer überzeugt.

Die AK fordert von den Reiseveranstaltern eine sorgsamere Prospektgestaltung, bessere Qualitätskontrollen, rasche Informationsweitergabe bei Leistungsänderungen vor Reiseantritt, gleichwertige Ersatzangebote bei Überbuchung und eine rasche und kulante Beschwerdeerledigung.

SERVICE: Mehr Info und noch mehr Beispiele gibt es im Internet unter http://wien.arbeiterkammer.at.

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