"profil": Krenn: "Gefälschtes" Rücktrittsschreiben?

Volksanwalt Stadler ruft im "profil" zur Einstellung von Kirchenbeitragszahlungen auf

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, werden teils schärfste Stellungnahmen von Gegnern und Befürwortern des zurückgetretenen St. Pöltener Diözesanbischofs Kurt Krenn abgegeben.

Friedrich Engelmann, der Herausgeber des ultrakonservativen Katholikenblattes "Der 13.", beschuldigt Kardinal Christof Schönborn, Kurt Krenn mittels "gefälschter Urkunde abgesetzt" zu haben. Engelmann habe "den angeblichen Brief des Papstes" selbst gesehen. Es sei ein Fax mit dem Absender der "Schreibstube des Kardinals und die Unterschrift des Heiligen Vaters in einer Form, wie es sie nicht gibt".

Volksanwalt Ewald Stadler meint: "Die traditionstreuen Katholiken werden künftig ihren Kirchenbeitrag nicht an die Konzilskirche leisten, die sie schon lange nicht mehr seelsorgerisch betreut. Sie werden ihr Geld nicht jener Funktionärsclique geben, die an der Zerstörung der Kirche arbeitet."

Der Politologe Anton Pelinka beurteilt Krenns Rücktritt im "profil" naturgemäß anders: "Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit, meint Andreas Khol. Damit hat er den bedeutendsten österreichischen Beitrag zur Weiterentwicklung des Marxismus seit Otto Bauers Theorie vom Gleichgewicht der Klassenkräfte geleistet. Den vielleicht eindruckvollsten Beleg für Khols These liefert Kurt Krenn. Denn wahr ist, dass vor hundert Jahren Skandale wie die im St. Pöltener Seminar nie öffentlich bekannt geworden wären; und wahr ist, dass Krenns Umgang mit den Priestern und Laien seiner Diözese vor einem Jahrhundert ebenso normal gewesen wären wie seine Kampfansage an "den Liberalismus". Wahr ist aber auch, dass Krenn heute hoffnungslos aus der Zeit fällt, als wäre er auf H. G. Wells Zeitmaschine in einem falschen Jahrhundert gelandet."

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