ÖVP-Klubklausur: Münz fordert Verlängerung der Lebensarbeitszeit

Aufgabe der Politik, Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere zu schaffen

St. Wolfgang, 30. September 2004 (ÖVP-PK) "Die Schlüsselvariable zur Bewältigung der demografischen Entwicklung in Österreich und Europa ist die Verlängerung der Lebensarbeitszeit", sagte heute, Donnerstag, der Bevölkerungswissenschafter Univ.Prof. Dr. Rainer Münz bei der ÖVP-Klubklausur in St. Wolfgang. Aufgabe der Politik sei es daher, darum zu kämpfen, das faktische Pensionsantrittsalter an des gesetzliche von 65 Jahren anzunähern. "Damit gewinnen wir 22 Jahre, um Massnahmen für die Beschäftigung von älteren Menschen umzusetzen", so Münz. ****

Das Schlagwort der "dynamisch alternden Gesellschaft" gelte für die ganze Welt, insbesondere aber für Europa und Japan, so Münz. Mitte des 21.Jahrhunders werde es weltweit bereits 2 Milliarden über 60-Jährige geben. Der Unterschied zwischen der EU und dem Rest der Welt bestehe aber darin, dass in europäischen Staaten nicht nur die Zahl der Älteren steige, sondern gleichzeitig auch jene der Menschen im Haupterwerbsalter sinke. Im Rest der Welt steige hingegen die Zahl der Erwerbstätigen stärker als die der älteren Menschen.

Die Überalterung der Gesellschaft sei daher kein biologisches Problem, sondern ein demografisch-gesellschaftliches, so Münz. "Die Politik braucht nicht frustriert sein. Man darf von Familienpolitik erwarten, dass aus potenziellen Eltern auch tatsächliche Eltern werden. Aber keine Familienpolitk der Welt kann zu mehr potentiellen Eltern führen." Man könne daher nicht behaupten, dass die Familienpolitik versagt habe, "sondern nach der Babyboom Generation sind einfach weniger Menschen zur Welt kommen", betonte der Bevölkerungsexperte. Was dazu führe, dass es in in 12 Staaten der EU bereits heute mehr Sterbefälle als Geburten gebe, auch wenn die Zuwanderung diese Effekte derzeit noch ausgleiche.

Die Demografische Alterung in Österreich habe bereits Auswirkung auf Kindergärten und Schulen, die Arbeitsmarktentwicklung, das soziale Sicherungssystem und das Gesundheitswesen. Auswege aus dieser Entwicklung würden eine "Veränderung im Kopf" vorraussetzen. "Die Schlüsselvariable stellt dabei die längere Lebensarbeitszeit dar, die ein lebenslanges Lernen vorraussetzt." Aufgabe der Politik sie es daher Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Menschen zu schaffen, da heute geborene Kinder erst 2030 aktiv im Arbeitsleben eingreifen könnten. "Es muss daher attraktiver für Betriebe werden, Menschen länger im Betrieb zu halten und für den Einzelnen weniger attraktiv früher abschlagsfrei in Pension zu gehen", so Münz abschließend.

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