Niederösterreicher gewinnen internationalen Wettbewerb für junge Wissenschaftler

"Jugend Innovativ" - Sieger gehören zur Welt-Elite. Wien/Dublin (OTS) - Florian Größbacher, Gerhard Schöny und Martin Knöbel haben uns in Dublin, Irland alle Ehre gemacht! Als Rekruten beim Bundesheer wurden sie die letzten Tage beurlaubt, um Ihre Entwicklung "Automatische Stimmvorrichtung für Membranen von Kondensatormikrofonen" vor einer internationalen Jury zu präsentieren. Teilnahmeberechtigt wurden die Schüler der HTBLuVA Mödling durch ihren Sieg beim größten österreichischen Schulwettbewerb Jugend-Innovativ. Als Sieger des ersten Preises können sie sich über EUR 5.000,- und einen Reisepreis zum London International Youth Science Forum freuen.

Auch Lukas Brenner und Christoph Ritzberger (aus Salzburg), beide Schüler der HTBLA Braunau/Inn aus Oberösterreich, haben Grund zum Feiern. Ihr Projekt über ein "Alternatives Verfahren zur Pflege von Swimmingpool-Wasser" brachte ihnen einen Reisepreis zum Europäischen Patentamt nach München ein.

Paul Schinninger vom BG/BRG Leibnitz, Steiermark, hat mit seinem Projekt "Musik und Gehirn" zwar keinen offiziellen Preis erhalten, ist aber um eine tolle Erfahrung und viele neue Kontakten reicher. Alleine das harte nationale Ausscheidungsverfahren zu gewinnen und die Möglichkeit zu haben, dabei zu sein, ist eine großartige Leistung.

Die besten jungen Wissenschaftler sind gegeneinander antreten, 105 junge Menschen aus 34 Ländern haben 74 innovative Projekte präsentiert, die von 15 namhaften Wissenschaftlern beurteilt wurden.

Jana Zach, zuständig in der aws für Jugend Innovativ "wieder einmal haben unsere Schüler bewiesen, dass sie in der internationalen Liga mitspielen! Jugend Innovativ als größter österreichischer Schulwettbewerb fördert junge Wissenschaftler in den Kategorien Business, Science, Engineering und Design. Ab November 2004 starten wir wieder in die neue Runde und freuen uns schon jetzt über alle Bewerbungen."

Der heutige Tag wird jedenfalls für viele unvergessen bleiben: der Höhepunkt des heutigen Abends steht noch bevor: ein Empfang bei der Irischen Präsidentin Mary McAleese für unsere Teilnehmer!

~ Alle Infos zum Mitmachen gibt es unter http://www.jugendinnovativ.at Mehr zu den Projekten: "Automatische Stimmvorrichtung für Membrane von Kondensatormikrofonen" ~

Dem Projektteam Martin Knöbel, Florian Größbacher und Gerhard Schöny der HTBLuVA Mödling gelang mit der Konstruktion, Fertigung und der Inbetriebnahme ihrer Stimm- und Messvorrichtung im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend Innovativ" erstmals die vollkommene Automatisierung und Verbesserung des bisher üblichen manuellen Produktionsschrittes beim Stimmen von Membranen.

Üblicherweise werden Mikrofon-Großmembrane händisch gestimmt. Die Nachteile des bisherigen Fertigungsablaufes liegen vorwiegend in der Abhängigkeit von Bedienpersonal und in der Größe des Toleranzbereiches. Da der manuelle Fertigungsprozess sehr ungenau ist, müssen die fertigen Membrane nachträglich vermessen und in Gruppen klassifiziert werden. Danach müssen für Doppelmembransysteme jeweils zwei ähnliche Membrane gesucht und die Elektronik um die Abweichung korrigiert werden. Der beim Stimmprozess entstehende Lärm ist überdies eine große Belastung für die sich im Umkreis befindlichen Personen.

Mit der Entwicklung dieser Stimmvorrichtung ist es erstmals möglich, den "Problemschritt" der Großmembran-Mikrofonfertigung auszuschalten. Die Membrane können mit so geringen Abweichungen gestimmt werden, dass ein nachträgliches Vermessen und Klassifizieren nicht mehr von Nöten ist. Der Vorteil der Innovation besteht darin, dass drei bisher manuell ausgeführte Fertigungsschritte automatisiert werden, und damit Fertigungstoleranzen verringert, der Ausschuss minimiert und durch das Wegfallen der bisher nötigen Arbeitsschritte eine erhebliche Beschleunigung des Produktionsverlaufs gegeben ist. Dadurch lassen sich auch die Produktionskosten verringern, was die Wettbewerbsfähigkeit am internationalen Markt verbessert.

Projektanten: Martin Knöbel, Florian Größbacher, Gerhard Schöny Gruppensprecher: Martin Knöbel Email: knoe@gmx.net, Tel.: 0650-449 49 49 Weitere Informationen zum Projekt: Prof. Dr. Michael R. Diglio michael.diglio@htl.moedling.at, Tel.: 0699-197 129 99 HTBLuVA Mödling Tel.: 02236-408 office@htl.moedling.at

"Alternatives Verfahren zur Pflege von Swimmingpool-Wasser"

Konventionelle Pflegemaßnahmen für Swimmingpools erfordern nach wie vor den Einsatz von Chemikalien. Manchmal kommt es beim Dosieren von Chemikalien zum Absenken des pH-Wertes bzw. beim Hantieren mit Chlortabletten durch unsachgemäße Handhabung zu Verätzungen. Zudem lagern diverse Chemikalienbehälter häufig an für Kinder leicht erreichbaren Plätzen und stellen allein dadurch eine erhebliche Gefahr dar.

Lukas Brenner und Christoph Ritzberger, Schüler der HTBLA Braunau/Inn, haben sich daher entschlossen, konventionelle Pflegemaßnahmen zu untersuchen und ein alternatives Verfahren zu entwickeln oder Chemikalien zu finden, die es ermöglichen, ein Swimmingpool gefahrlos, einfach, kontinuierlich, ohne großen Wartungs- und Pflegeaufwand sowie stabiler und gleichmäßiger zu betreiben. Dazu wurde eine Modellanlage gebaut und mit der erforderlichen Messelektronik ausgestattet. Um Vergleichsdaten zu gewinnen wurde das Versuchspool mit den üblichen Chemikalien behandelt. Parallel dazu entwickelten die beiden Schüler ein für die Swimmingpool-Pflege neues Elektrolyseverfahren bei dem als Ausgangsstoffe Natriumsulfat (Glaubersalz) und Natriumchlorid (Kochsalz) eingesetzt werden.

Mit diesem innovativen Elektrolyseverfahren, das für den Wettbewerb "Jugend Innovativ" eingereicht wurde, lässt sich der pH-Wert gezielt senken und kontinuierlich aktives Chlor in geringen Mengen erzeugen. Auf den Einsatz gefährlicher Chemikalien kann verzichtet werden. Die Dimensionierung einer Anlage für ein übliches Swimmingpool auf Basis der Messdaten hat gezeigt, dass die Kosten dafür marktfähig sind.

Projektanten: Lukas Brenner, Christoph Ritzberger Gruppensprecher: Lukas Brenner brennerlukas@gmx.at, Tel.: 07722-87869 Weitere Informationen zum Projekt: Dr. Josef Wagner, Nick0001@aon.at, Tel.: 07722-66133 HTBLA Braunau/Inn Tel.: 07722-83690 htl.braunau@eduhi.at

"Musik und Gehirn"

Untersuchungen amerikanischer Wissenschafter zur Wirkung von Musik auf die Gehirntätigkeit haben bemerkenswerte Erkenntnisse zutage gebracht. In Experimenten haben die Forscher nachgewiesen, dass die räumlich-zeitliche Vorstellung von Testpersonen nach Anhören einer Mozart-Sonate besser war als bei Vergleichsgruppen, die nichts hörten oder Entspannungsübungen machten.

Paul Schinninger, Schüler des BG/BRG Leibnitz, hat basierend auf diesen Ergebnissen Experimente durchgeführt, in denen er die Wirkung von Musik auf das räumlich-zeitliche Vorstellungsvermögen von 12- bis 13-jährigen Schülern schultypenübergreifend untersucht und seine Erkenntnisse im Rahmen des Projekts "Jugend Innovativ" eingereicht.

283 Probanden aus Gymnasium, Musikhauptschule, Real- und Hauptschule wurde eine Denkaufgabe gestellt, die das räumlich-zeitliche Vorstellungsvermögen beansprucht. Die Schüler/innen mussten in zwei Durchgängen ein Faltmuster erkennen und reproduzieren. Zwischen diesen beiden Durchgängen wurden sie in drei Gruppen eingeteilt: die Referenzgruppe (Kontrollgruppe) verbrachte zehn Minuten in Ruhe, die Pop-Gruppe hörte zehn Minuten lang "Killing me softly", die Mozart-Gruppe hörte zehn Minuten der "Sonate für 2 Klaviere in D-Dur, KV 448". Eine Gegenüberstellung der Ergebnisse beider Durchgänge zeigt, dass die prozentuelle Steigerung der Fähigkeit, die gestellte Aufgabe zu lösen, bei der Referenzgruppe 12.5%, bei der Pop-Gruppe 16.7%, bei der Mozart-Gruppe hingegen 38% betrug. Daraus ist zu schließen, dass die Musik von Mozart zwar nicht die Intelligenz oder den IQ erhöht, wie die Schlagzeilen in den Medien oft behaupten, wohl aber komplexe Denkvorgänge beim Lösen räumlich-zeitlicher Aufgaben unterstützt und erleichtert.

Projektanten: Paul Schinninger (mit Unterstützung von 15 Assistenten) Gruppensprecher: Paul Schinninger paul_schin@hotmail.com, Tel.: 03455-432 Weitere Informationen zum Projekt: Mag. Christof Lang, cie.lang@aon.at, Tel.: 03457-4063 BG/BRG Leibnitz Tel.: 03452-76423 landl@bgbrgleibnitz.at

Weiterführend Informationen und Fotos - http://www.eucontestireland.com/ - www.jugendinnovativ.at

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