Herbstkonferenz der Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs in Klagenfurt am 29.9.2004

Die Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs trafen sich am 28. und 29.9.2004 zu ihrer Herbstkonferenz in Klagenfurt

Wien (OTS) - Hauptthemen ihrer Arbeitssitzungen waren****

der Kinderbeistand, der in Scheidungsverfahren für betroffene Kinder und Jugendliche eingeführt werden soll. Wenn sich die Eltern trennen, sind sie oft nicht in der Lage, ausreichend objektiv auf das Wohl ihrer Kinder zu schauen, weil sie zu sehr mit der Neugestaltung der eigenen Lebenssituation beschäftigt sind. Vor allem in jenen Fällen, in denen die Elternteile gänzlich unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was nach der Trennung das Beste für ihre Kinder sein würde und bei wem die Kinder leben sollten, braucht es eines objektiven und allein dem Kindeswohl verpflichteten Kinderbeistandes, wie die tägliche Arbeit der Kinder- und JugendanwältInnen immer wieder zeigt.
Bei einer Fachtagung am 7.10. in Salzburg wollen die Kinder- und JugendanwältInnen gemeinsam mit hochkarätigen ExpertInnen aus Justiz, Pädagogik und Psychologie das Anforderungsprofil dieses Kinderbeistandes anhand internationaler Modellprojekte herausarbeiten. Das BMJ hat die Einführung des Kinderbeistandes bereits grundsätzlich begrüßt und befürwortet.

Außerdem fordern die Kinder- und Jugendanwaltschaften einen "außergerichtlichen Familienausgleich" im Vorfeld der richterlichen Entscheidungsfindung:

Parallel bzw. verpflichtend im Vorfeld zum gerichtlichen Verfahren sollten Strukturen überlegt werden, die analog zum Außergerichtlichen Tatausgleich in einem geregelten Verfahren zur Stärkung der Selbstverantwortung der Eltern beitragen.

Kinderrechte im Österreichkonvent

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften unterstützen vehement die Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung, einer Forderung, die zur Zeit auch im Österreichkonvent diskutiert wird.
Österreich hat zwar bereits 1992 die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben, fundamentale Kinderrechte wie das Recht auf Fürsorge und Wohlergehen, auf das Kontaktrecht zu den Eltern, das Recht auf Partizipation, das Gewaltverbot oder das Verbot wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung sind nach wie vor nicht verfassungsrechtlich abgesichert.

Harmonisierung der Jugendschutzgesetze

Jugendschutz ist in Österreich Ländersache. Das hat zur Folge, dass die Regelungen für Ausgehzeiten und Alkoholverbote in den Ländern unterschiedlich geregelt sind und sich Jugendliche und deren Aufsichtspersonen entsprechende Informationen einholen müssen, wenn sie in ein anderes Bundesland fahren.
Die KiJA fordern daher seit längerem einheitliche Jugendschutzbestimmungen.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Klagenfurt
Fr. Mag. Astrid Liebhauser
Tel: 080022 - 1708

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