Haiti braucht noch lange Hilfe

Die CARE Nothilfe in Haiti ist voll angelaufen. Pressekonferenz im Krisengebiet: CARE kritisiert sporadische und kurzfristige Nothilfe. Die Probleme Haitis sind nur langfristig lösbar.

Wien/Gonaives (OTS) - Die Hilfsorganisation CARE, die das größte Lagerhaus auf Haiti hat, konnte bis jetzt 261 Tonnen Lebensmittel (Bulgur, Linsen, Öl, Brot) und Wasser im ärmsten Karibikstaat, verteilen. Über 298.000 Menschen sind durch die Überschwemmungen und Schäden, die der Tropensturm "Jeanne" hinterlassen hat, direkt betroffen. Über 1.000 werden noch vermisst, 1.200 sind in den Fluten ertrunken. 4.600 Häuser sind komplett zerstört und viele Menschen leben in Ruinen. Am Montag wurden weitere 250 Leichen gefunden.

CARE hat gestern gemeinsam mit Partnerorganisationen und dem UN Welternährungsprogramm eine Pressekonferenz in Gonaives abgehalten. "Statt für einen kurzen Zeitraum in großem Umfang Hilfsgüter bereit zu stellen und diese Unterstützung dann wieder rapide herunterzufahren, brauchen wir eine langfristige Strategie. Wirbelstürme wie "Jeanne" kehren jedes Jahr wieder. Nur wenn wir ein sehr armes Land, wie Haiti, langfristig unterstützen und den Menschen dabei helfen sich auf Naturkatastrophen vorzubereiten, können Katastrophen wie diese gemildert werden. Nur so können die Ursachen der extremen Armut in Haiti bekämpft werden. Wenn uns das gelingt, könnten wir in den kommenden Jahren tausende - vielleicht hunderttausende - Leben retten und verbessern", sagt Peter Bell, Präsident von CARE USA auf der Konferenz. Er hat sich zuvor ein Bild von der humanitären Situation und der angelaufenen Hilfe gemacht.

Die internationale Gemeinschaft muss sich verpflichten, in den nächsten zehn Jahren verstärkt zum Aufbau Haitis sowie zur Armutsbekämpfung in dem ärmsten aller Karibikstaaten beizutragen. Auf dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen nimmt Haiti nur Rang 150 von 175 ein. Damit liegt es noch hinter Entwicklungsländern wie Bangladesch, Sudan, Uganda oder Simbabwe. 77 Prozent der Haitianer müssen mit weniger als zwei US Dollar pro Tag leben.

87 der 200 permanenten CARE Mitarbeiter sind selbst mit ihren Familien von den Überflutungen betroffen und haben kein Dach mehr über dem Kopf. Die Hilfsorganisation hat das Team inzwischen auf 350 Mitarbeiter aufgestockt.

CARE ist seit der Hurrikankatastrophe von 1954 mit Not- und Entwicklungshilfe in Haiti tätig. Die Organisation arbeitet vor Ort an langfristigen Projekten zur AIDS-Prävention, medizinischen Mutter-Kind-Versorgung, Bildungs- und Einkommensförderung, Ernährungssicherung, Wasserversorgung und Hygiene. CARE arbeitet eng mit lokalen Organisationen zusammen, um die Selbsthilfe vor Ort zu stärken und die nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Interviews: Rick Perera, CARE-Pressesprecher in Haiti (deutsch und englisch), Tel.: +509 527 8221 oder +509 257 6785 Abby Maxman, Leiterin CARE Haiti (englisch) Reinhard Trink, Leiter Nothilfe, CARE Österreich CARE Österreich Spendenkonto PSK: 1.236.000 Blz.: 60000 Kennwort: Haiti

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