AK Test: krebserregendes Acrylamid in Kaffee und Pommes frites

Hersteller ignorieren wissenschaftliche Erkenntnisse

Salzburg (OTS) - Acrylamid ist eine im Tierversuch krebserregende Substanz, die vor ca. 2 Jahren erstmals in Lebensmitteln erforscht wurde, und deren Bildung eng mit der Erhitzung verschiedener Lebensmittel zusammenhängt. Dieser Stoff findet sich u.a. in Kartoffelchips und Toastbrot, Kaffee und tiefgekühlten Kartoffelprodukten wie Pommes frites. Die AK-Konsumentenberater haben sich den Muntermacher und die Tiefkühl-Pommes näher angesehen.

Bei tiefgekühlten Kartoffelprodukten kann die Bildung von Acrylamid weitgehend verhindert werden, wenn man die Fritteuse auf nicht mehr als 175 Grad und das Backrohr auf nicht mehr als 200 Grad erhitzt. "Wir wollten wissen, inwieweit die Hersteller diese wissenschaftliche Erkenntnis beachten und bei den Zurbereitungshinweisen auf den Packungen berücksichtigen. Das Ergebnis ist äußerst unbefriedigend", sagt Stefan Göweil, AK-Konsumentenberater. Untersucht wurden 50 Produkte für Fritteuse und/oder Backrohr. Bei 72 % der Backrohr-Fritten lag die Herstellerempfehlung über 200 Grad, bei 44 % der Fritteusen-Pommes über 175 Grad! "Die AK fordert deshalb von den Herstellern, die Temperaturangaben auf den Packungen nach unten zu kor-rigieren!"

Enorme Schwankungen wiesen verschiedene Kaffees auf: die Bandbreite lag bei 51 untersuchten Produkten zwischen 3,5 und 61,5 Mikrogramm pro Liter. Die höchsten Werte zeigte Kaffee aus Espressomaschinen (24,2 bis 61,5 Mikrogramm), Löskaffee hatte 9,05 bis 17,95 Mikrogramm, Filterkaffee 3,5 bis 19,2 Mikrogramm. "Die Bandbreite innerhalb einer Kaffeeart zeigt auch, dass es für die Hersteller noch Potential zur Reduktion von Acrylamid gibt", sagt Stefan Göweil. "Deshalb fordern wir, dass dieses auch ausgeschöpft wird und die Acrylamidbelastung auf das technisch Machbare reduziert wird!"

Die WHO empfiehlt nicht mehr als 1 Mikrogramm pro kg Körpergewicht und Tag. Erwachsene starke Kaffeetrinker können sich also schon einen Großteil der Dosis mit dem Muntermacher holen. Je nach Produkt kann das zwischen 10 und 50% der täglichen Aufnahmemenge sein. Ein besonderes Augenmerk ist auf Kinder zu legen: durch ihr geringes Körpergewicht können sie rasch die höchste empfohlene Tagesdosis Acrylamid aufnehmen. "Eltern sollten deshalb zu Hause darauf achten, die Pommes frites nicht zu sehr zu erhitzen. Für Gastronomiebetriebe fordern wir, dass die Behörde auch die richtige Einstellung der Friteusen kontrolliert", sagt Göweil.

Hintergrund und Details der Studie finden Sie unter www.ak-sbg.at

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