• 29.09.2004, 11:13:37
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AK Test: krebserregendes Acrylamid in Kaffee und Pommes frites

Hersteller ignorieren wissenschaftliche Erkenntnisse

Salzburg (OTS) - Acrylamid ist eine im Tierversuch krebserregende
Substanz, die vor ca. 2 Jahren erstmals in Lebensmitteln erforscht
wurde, und deren Bildung eng mit der Erhitzung verschiedener
Lebensmittel zusammenhängt. Dieser Stoff findet sich u.a. in
Kartoffelchips und Toastbrot, Kaffee und tiefgekühlten
Kartoffelprodukten wie Pommes frites. Die AK-Konsumentenberater haben
sich den Muntermacher und die Tiefkühl-Pommes näher angesehen.

Bei tiefgekühlten Kartoffelprodukten kann die Bildung von Acrylamid
weitgehend verhindert werden, wenn man die Fritteuse auf nicht mehr
als 175 Grad und das Backrohr auf nicht mehr als 200 Grad erhitzt.
"Wir wollten wissen, inwieweit die Hersteller diese wissenschaftliche
Erkenntnis beachten und bei den Zurbereitungshinweisen auf den
Packungen berücksichtigen. Das Ergebnis ist äußerst unbefriedigend",
sagt Stefan Göweil, AK-Konsumentenberater. Untersucht wurden 50
Produkte für Fritteuse und/oder Backrohr. Bei 72 % der
Backrohr-Fritten lag die Herstellerempfehlung über 200 Grad, bei 44 %
der Fritteusen-Pommes über 175 Grad! "Die AK fordert deshalb von den
Herstellern, die Temperaturangaben auf den Packungen nach unten zu
kor-rigieren!"

Enorme Schwankungen wiesen verschiedene Kaffees auf: die Bandbreite
lag bei 51 untersuchten Produkten zwischen 3,5 und 61,5 Mikrogramm
pro Liter. Die höchsten Werte zeigte Kaffee aus Espressomaschinen
(24,2 bis 61,5 Mikrogramm), Löskaffee hatte 9,05 bis 17,95
Mikrogramm, Filterkaffee 3,5 bis 19,2 Mikrogramm. "Die Bandbreite
innerhalb einer Kaffeeart zeigt auch, dass es für die Hersteller noch
Potential zur Reduktion von Acrylamid gibt", sagt Stefan Göweil.
"Deshalb fordern wir, dass dieses auch ausgeschöpft wird und die
Acrylamidbelastung auf das technisch Machbare reduziert wird!"

Die WHO empfiehlt nicht mehr als 1 Mikrogramm pro kg Körpergewicht
und Tag. Erwachsene starke Kaffeetrinker können sich also schon einen
Großteil der Dosis mit dem Muntermacher holen. Je nach Produkt kann
das zwischen 10 und 50% der täglichen Aufnahmemenge sein. Ein
besonderes Augenmerk ist auf Kinder zu legen: durch ihr geringes
Körpergewicht können sie rasch die höchste empfohlene Tagesdosis
Acrylamid aufnehmen. "Eltern sollten deshalb zu Hause darauf achten,
die Pommes frites nicht zu sehr zu erhitzen. Für Gastronomiebetriebe
fordern wir, dass die Behörde auch die richtige Einstellung der
Friteusen kontrolliert", sagt Göweil.

Hintergrund und Details der Studie finden Sie unter www.ak-sbg.at

OTS0102    2004-09-29/11:13

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