Neuer Pensionskassen-Vergleich bringt direkte Erfolgsmessung für Kunden

Vierteljährliche Berechnung durch OeKB Ergebnisse im Internet abrufbar - Aktienanteil für Vergleich ausschlaggebend

Wien (PWK668) - Das Interesse an der "Zweiten Säule" der Altersvorsorge hat 2004 weiter stark zugenommen, die Pensionskassen starten daher eine Informationsoffensive. Im ersten Halbjahr 2004 wurde ein Wertzuwachs von 3,3 Prozent erzielt, was einen weiteren Zuwachs für das zweite Halbjahr erwarten lässt.

Mit einer "Transparenz-Initiative" bieten die Pensionskassen ihren Kunden außerdem künftig einen direkten Vergleich ihrer Veranlagungsergebnisse. Die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) erstellt einen vierteljährlichen Leistungstest, mit dem fünf unterschiedliche Veranlagungsgruppen online verglichen werden können.

"Ist meine Betriebspension bestmöglich angelegt?" Diese Frage stellen sich jährlich mehr als 400.000 Österreicherinnen und Österreicher. So viele Menschen haben bereits Anspruch auf eine Pension bei einer Pensionskasse. Wer wissen will, wie sich seine Pension im Vergleich zu anderen entwickelt, konnte bisher nur die Gesamtergebnisse der Pensionskassen miteinander vergleichen. "Mit dem neuen Leistungstest nach Veranlagungsgruppen bieten wir für Arbeitgeber und Arbeitnehmer künftig konkrete Vergleichsmöglichkeiten", erklärt Mag. Christian Böhm, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, der am Mittwoch gemeinsam mit OeKB-Vorstandsmitglied Dr. Johannes Attems diese Initiative für mehr Transparenz in einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierte.

Pensionskassen verwalten die Betriebspensionen in Gruppen und legen diese mit unterschiedlich hohem Aktienanteil an ("Veranlagungs- und Risikogemeinschaften"). Mehr Aktien bedeuten mehr Chance auf Ertrag, dafür aber mehr Risiko, während ein kleinerer Aktienanteil weniger Risiko, aber auch geringere Ertragschancen bringt. Die Ergebnisse dieser Veranlagungsgruppen bei den einzelnen Kassen waren für Arbeitnehmer bisher nur schwer miteinander vergleichbar. Ab Oktober 2004 werden nun die einzelnen Gruppen gesondert ausgewiesen. Böhm:
"Bei einem Auto-Test werden ja auch Kombis mit Kombis oder Sportwagen mit Sportwagen verglichen und nicht Familien-Limousinen mit Roadstern. Die neue Tabelle zeigt für Kunden genau diese Unterscheidung. Damit können Kunden die Leistung ihrer Pensionskasse mit den Ergebnissen ähnlicher Veranlagungsgruppen der Pensionskassen messen."

Der neue Leistungstest wird vierteljährlich von der OeKB berechnet. "Als unabhängige Instanz garantieren wir, dass die Vergleichstabelle nach objektiven Kriterien erstellt wird", kommentiert Attems. Berechnet werden die Ergebnisse von fünf Veranlagungsgruppen mit einem Aktienanteil von unter 16 bis über 40 Prozent. Die Veranlagung ist entweder "defensiv", "konservativ", "ausgewogen", "aktiv" oder "dynamisch". "Die Ergebnisse werden auf der Website der OeKB veröffentlicht. Jeder Kunde kann somit online überprüfen, wie seine Veranlagungsgruppe abschneidet", erklärt Attems.

Wer diesen neuen Vergleich nützt, sollte aber auch beachten, dass die vierteljährlichen Ergebnisse nur eine Momentaufnahme sind und daher wenig über die langfristige Entwicklung der Pension aussagen. "Kapitalmärkte können sich kurzfristig stark positiv oder negativ entwickeln. Bei Pensionen zählt aber primär das langfristige Ergebnis", so Attems weiter.

Im ersten Halbjahr 2004 haben die Pensionskassen bereits ein Veranlagungsergebnis von 3,3 Prozent erwirtschaftet. "Und zu diesem Ergebnis kommt noch das zweite Halbjahr dazu. Der langfristige Jahresdurchschnitt der Pensionskassen beträgt 6,9 Prozent. Betriebspensionen liegen damit besser als viele andere Formen der Altersvorsorge", unterstreicht Böhm. Nach den weltweit schwierigen Veranlagungsjahren 2001 und 2002 sowie dem guten Jahr 2003 sei das weiterhin eine positive Entwicklung.

Die öffentliche Diskussion und Verunsicherung über die Zukunft der Altersvorsorge habe 2004 die Nachfrage nach Betriebspensionen massiv verstärkt. Die Pensionskassen starten daher eine Informationsoffensive, um noch mehr Unternehmen und Arbeitnehmern den Nutzen der "Zweiten Säule" nahe zu bringen. Die große Nachfrage nach Information über Betriebspensionen wird mit einer neuen, detaillierten Broschüre und mehreren Veranstaltungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer beantwortet. Die Broschüre kann kostenlos beim Fachverband der Pensionskassen unter http://www.pensionskassen.at bestellt werden. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Fritz Janda
Tel.: (++43) 0590 900-4108
0664/5406197
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002