WACHSAMKEIT UND WARNSYSTEME: WIE MENSCH UND TECHNIK NEBELUNFÄLLE VERHINDERN KÖNNEN

KfV untersucht Effizienz der neuen Warnanlage auf der Westautobahn - Mensch bleibt Schlüsselstelle für die sichere Fahrt durch den Neb

Wien (OTS) - Westautobahn zwischen Seewalchen und Schörfling, 30. September 2002: Acht Tote, 76 Verletzte, 22 Schwerverletzte, 131 beteiligte Personen. Die Schreckensbilanz einer Massenkarambolage von 75 Pkw und 25 Lkw. Der Alptraum jedes Autofahrers. Auslöser: Nebel und unangepasstes Fahrverhalten. Gefragt sind Maßnahmen, die solche Horrorszenarien verhindern können. Die Technik hilft Auffahrunfälle vermeiden - Schlüsselstelle ist und bleibt aber der Mensch. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) informiert über die derzeit laufende Effizienz-Analyse der Nebel-Warnanlage Seewalchen, über die aktuelle Statistik der Nebelunfälle und Verhaltensregeln für die sichere Fahrt durch den Nebel.

Warnanlage Seewalchen: KfV untersucht Effizienz des neuen Systems

Seit Ende 2003 ist auf der Westautobahn im Bereich Seewalchen eine Warnanlage der ASFINAG in Betrieb. Diese Anlage warnt vor Nebel und sonstigen gefährlichen Witterungseinflüssen ebenso wie vor Unfällen, Baustellen und Staus. Ein kurzer Text am Display wie etwa "Nebel", "Schneefall", "Stau" oder "Unfall" liefert dem Fahrer in Kombination mit optischen Warnsignalen in Kürze die wichtigsten Informationen. Ob sich dieser auch tatsächlich danach richtet und sein Fahrverhalten den Straßen- und Witterungsumständen anpasst, wird bereits von Fachleuten näher unter die Lupe genommen: Das KfV untersucht derzeit im Auftrag der ASFINAG und mit Unterstützung der oberösterreichischen Landesregierung die Effizienz des neuen Systems. Bei Erfolg im oberösterreichischen Seengebiet sollen weitere Anlagen dieser Art auf Österreichs Autobahnen zum Einsatz kommen.

Von A wie Abstand bis W wie Wetter

Neben der reinen Warnfunktion misst diese neue Anlage übrigens auch Fahrgeschwindigkeiten und Abstände und speichert sämtliche Wetterwerte und Fahrbahnzustände wie etwa Wasserfilmdicke, Sichtweite und Fahrbahntemperatur. Eine wahres Datenmeer also, das genau analysiert werden will.

Sicher durch den Nebel: Schlüsselstelle Mensch

Diese neue Art der Autobahn-Informationstechnik ist fraglos ein Segen, dennoch: Kein Warnsystem der Welt kann in Sachen Sicherheit Wunder wirken - Schlüsselstelle ist und bleibt der Mensch. Die richtige Reaktion auf die erhaltenen Informationen liegt in der Verantwortung des Fahrers.

Zur Erinnerung die wichtigsten "Nebel-Regeln":

  • Bei Nebelfahrten heißt es trotz trüber Aussichten klaren Kopf bewahren: Die Vernunft am Volant muss über Zeitdruck und Terminstress siegen - angepasstes Tempo und ausreichender Abstand sind das absolute A & O.
  • Niemals blindlings in Nebelwände einfahren! Bei schlechten Sicht-und Fahrbahnverhältnissen ist das Fahren auf Sicht besonders wichtig. Dies gilt ebenso im Kolonnenverkehr, denn auch Ihr Vordermann hat keine "Radaraugen". Speziell bei Nebel den gesamten Anhalteweg Abstand halten: Bei 50 km/h bedeutet das drei Sekunden Abstand - und kein "Anklammern" am Vordermann!
  • Bei der Fahrt durch den Nebel Fernlicht ausschalten - sonst besteht die Gefahr der Selbstblendung. Nebellicht und Nebelschlussleuchten generell nur bei Sichtbehinderung, z.B. durch Nebel, Regen und Schneefall, verwenden. Nebelscheinwerfer dürfen auch auf engen oder kurvenreichen Strecken verwendet werden. Richtwert: Wird man selbst durch Nebelschlussleuchten anderer Fahrzeuge geblendet, sollte man auch die eigene abdrehen.
  • Fahren Sie mit Abblendlicht auch am Tag - zu Ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Begrenzungslicht allein sollte nur bei abgestelltem Fahrzeug verwendet werden.

Nebelunfälle - die Statistik

Die KfV-Experten analysierten das Nebel-Unfallgeschehen im Zeitraum 1990 bis 2003 - mit folgenden Ergebnissen:

  • Nebelunfälle machen nur 1,2 Prozent aller Verkehrsunfälle aus.
  • 68 Prozent der Nebelunfälle ereignen sich im Freiland.
  • Fast ein Drittel aller durch Nebel bedingten Verkehrsunfälle ereignen sich zwischen 06.00 und 09.00 Uhr früh.
  • Mehr als drei Viertel aller Nebelunfälle werden im Zeitraum Oktober bis Jänner verzeichnet, die meisten (22,5 Prozent) im November.
  • Fahranfänger sind überproportional häufig in Nebelunfälle verwickelt: Der Anteil der 18- bis 19-jährigen Unfall-Lenker ist um ganze 36 Prozent höher als beim Unfallgeschehen unter normalen Witterungsbedingungen.

Wien, 29.9.2004

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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