ARBÖ: Kfz-Haftpflichtprämien steigen höchst unterschiedlich

Höhere gesetzliche Mindestdeckungssummen führen bei 25 Prozent der Kfz-Haftpflichtversicherten zu Prämienerhöhungen

Wien (OTS) - Ab 1. Oktober 2004 wird in Österreich die gesetzliche Mindestdeckungssumme für die Kfz-Haftpflichtversicherung von 1,09 Millionen (15 Millionen Schilling) auf 3 Millionen Euro (41,3 Millionen Schilling) erhöht.

Eine entsprechende EU-Richtlinie wurde damit auch in Österreich umgesetzt. Der ARBÖ begrüßt diesen höheren Versicherungsschutz als längst überfälligen Schritt des Gesetzgebers. Weitere Erhöhungen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckungssummen müssen folgen. Für alle Lenker und Beifahrer in Kraftfahrzeugen sind hohe Deckungssummen wesentlich

Der ARBÖ empfiehlt allen Zulassungsbesitzern, sich auf freiwilliger Basis über die gesetzliche Mindestdeckungssumme hinaus zu versichern. Bei einem Verkehrsunfall mit Getöteten oder mehreren Verletzten kann die gesetzliche Mindestdeckungssumme nicht ausreichen, zumal es auch in Österreich immer öfter zu hohen Schmerzengeldforderungen und Zuspruch durch die Gerichte kommt.

Was manchen Versicherten zu wenig bewusst ist: Wer einen höheren Unfallschaden verschuldet, der über die Deckungssumme der Versicherung hinausgeht, muss aus eigener Tasche zahlen - viele ein Leben lang.

Drei Viertel aller Kraftfahrer haben schon jetzt eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 3 Millionen Euro oder höher abgeschlossen. Damit ändert sich für 75 Prozent der Kfz-Versicherungsnehmer durch die neue gesetzliche Regelung nichts.

Von der Erhöhung der Mindestdeckungssumme betroffen sind rund 25 Prozent Kfz-Haftpflichtversicherte. Diese Autofahrer brauchen in der Sache nicht selbst aktiv zu werden. Das Kraftfahrzeug-Haftplichtversicherungsgesetz (KHVG)legt eindeutig fest, dass für alle Kfz-Haftpflichtversicherten ab 1. Oktober 2004 automatisch die neue höhere Versicherungssumme gilt. Sukzessive werden von den Versicherungen neue Polizzen zugesandt werden.

Wie eine ARBÖ-Umfrage bei den Kfz-Versicherungen zeigt, werden sich die Prämien bis zu 6 Prozent verteuern, je nachdem wie lange man versichert war und wie groß der Abstand zur neuen Mindestdeckungssumme ist.

Die Kfz-Haftplichtversicherungen haben dem ARBÖ bei seinen Recherchen Durchschnittswerte, Bandbreiten oder Höchstwerte bekannt gegeben.

Zur Orientierung: Überblick in alphabetischer Reihenfolge

Versicherer Erhöhung auf 3 Mio. Euro --------------------------------------------------------------

Allianz Elementar ....... + 4,5 Prozent (maximal)
Basler .................. + 3 Prozent (im Durchschnitt)
Der Anker ............... + 2,9 Prozent (maximal)
Donauversicherung ....... + 5 Prozent (maximal)
Generali ................ + 2 bis 3 Prozent
Granata Österreich Vers. + 3 Prozent (maximal)
Grazer Wechselseitige ... + 1,02 bis 3,66 Prozent

Hanover Versicherung..... keine Erhöhung* Kärntner Versicherung ... + 5,5 Prozent (maximal) Niederösterreichische Vers. alles noch offen

ÖÖ Versicherung ......... + 3,3 Prozent (maximal)
Raiffeisen Versicherung.. + 3,5 Prozent (maximal)
Salzburger Versicherung . + 3,5 bis 4 Prozent SK-Versicherung.......... keine Erhöhung*
Tiroler Versicherung .... + 0,95 bis 6 Prozent
Uniqa ................... + 3,5 Prozent (maximal)
VAV ..................... + 1,9 bis 2,9 Prozent
Wiener Städtische ....... + 3,75 Prozent (maximal)
Wüstenrot ............... + 1 Prozent (Durchschnitt)
Züricher Versicherung ... + 2,9 Prozent (maximal)
Victoria ................ + 2,3 Prozent (Durchschnitt)
Voralberger Versicherung. + 4 Prozent (maximal)

*weil alle Verträge schon auf 3 Mio. Euro umgestellt

Zusätzliche ARBÖ-Tipps:
* Wer bis Jänner(drei Monate nach dem Inkrafttreten) noch keine Information über eine Prämienerhöhung wegen Anhebung der Mindestdeckungssumme erhalten hat, muss keine nachträgliche Prämienerhöhung aus diesem Titel mehr zu akzeptieren.
*Wie bei jeder Prämienerhöhung haben die Versicherungsnehmer das Recht, den Versicherungsvertrag zu kündigen und sich eine neue Versicherung zu suchen.
*Die geltende Versicherung sollte man erst aufkündigen, wenn man eine neue Versicherung gefunden hat.
*Kündigen kann man nur innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Prämienerhöhung.

Der ARBÖ warnt alle Kfz-Haftpflichtversicherungen davor, die gewährten Bonifikationen für Frauen ("Lady-Bonus") aufgrund von Studien über angeblich aggressives Verhalten der Fahrerinnen abzuschaffen. "Der ARBÖ würde sich mit aller Macht dagegen wehren, solche Erhebungen als Vorwand für eine Reduktion von Versicherungsvorteilen zu nehmen, die aufgrund des realen Schadensverlaufs zustande gekommen sind", stellt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar fest.

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