Vom Aufreger zum Anreger: Werbung auf Staubnetzen

Wien (OTS) - Sie waren "Aufreger", jetzt sollen sie "Anreger" werden: Staubnetze sind Teil einer Baustelleneinrichtung und schützen den Straßenraum vor Staubemissionen. Diese Netze werden vermehrt zu großformatiger Werbung genutzt. Planungsstadtrat Rudolf Schicker traf nun mit den in Wien tätigen Werbefirmen eine Einigung zur Regulierung und Verfahrensvereinfachung der Staubnetzwerbung. Schicker sagte eine maximale Dauer des Genehmigungsverfahrens von 14 Tagen durch die MA 46 zu.

Fachlich formuliert: Die Intention der Stadtgestaltung ist es, den stadträumlichen und architektonischen Maßstab von historisch wertvollen Gebäuden und des urbanen Straßenraumes wahrnehmbar zu erhalten. Im Idealfall ist für PassantInnen dadurch die Fassade des Gebäudes gut zu erkennen, die Werbung stellt eine anregende Belebung des Gesamtbildes dar.

Wozu ein Übereinkommen?

Die Interessen der Werbung und Stadtgestaltung kollidieren dann, wenn überdimensionierte Werbeflächen den historisch gewachsenen Straßenraum dominieren und den menschlichen Maßstab der Architektur in den Hintergrund drängen.
Die neue Regelung soll die Anforderungen der Stadtgestaltung sicherstellen und gleichzeitig den Werbefirmen den nötigen Aktionsraum gewährleisten.

Staubnetzwerbung soll nur auf "aktiven" Baustellengerüsten stattfinden, das bedeutet: Keine Staubnetze ohne Baugerüst, kein Baugerüst ohne Baustellentätigkeit

Vereinbart wurde im Detail

In Schutzzonen und dem Weltkulturerbebereich Wien Innere Stadt und Schönbrunn sollen folgende Regeln gelten:

o Auf einfärbigen unbedruckten Staubnetzen ist Werbung auf max. 20% der Fläche einzuschränken o Wenn auf dem Staubnetz die zu renovierende Fassade abgebildet wird (Fassadenspiegelung) kann die effektive Werbefläche auf max. 40% der bedruckten Staubnetzfläche vergrößert werden o Künstlerisch aufbereitete Werbung, welche die Maßstäblichkeit der Architektur und des baulichen Umfeldes thematisiert ist über die gesamte Fassadenfläche zulässig, ist jedoch durch die MA19 zu begutachten zu lassen. o Außerhalb von Schutzzonen darf die Werbefläche die gesamte eingerüstete Fassadenfläche betragen. Die Werbung ist auf die reale Baudauer zu begrenzen. o Ausnahmen von den getroffenen Regelungen (z.B. ohne Baugerüst, an Feuermauern, außergewöhnliche Dimensionierung, ...) sind von der MA19 Architektur und Stadtgestaltung auf die Einfügbarkeit in das örtliche Stadtbild zu überprüfen.

Das Bewilligungsverfahren wird von der MA46 abgewickelt. Das Verfahren soll maximal 14 Tage dauern. Die Interessen der Anrainer werden durch die Bezirksvertretung gewahrt. Fragen zum Stadtbild werden von der MA19 geklärt. Den Werbefirmen wurden für den Regelfall (ohne Ausnahme) kurzfristige Verfahrenszeiten zugesichert.

Der Text der Vereinbarung im Wortlaut wird demnächst auf der Homepage der MA 19 ( http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/ ) abrufbar sein. (Schluss) lf

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