Müllverbrennungsanlage Arnoldstein ging offiziell in Betrieb

Großes Goldenes Ehrenzeichen für Altbürgermeister Steinlechner

Klagenfurt (LPD) - Nach zwei Jahren Bauzeit und einer Investitionssumme von rund 85 Millionen Euro wurde heute, Samstag, die weltweit modernste Müllverbrennungsanlage (MVA) von Wirtschaftsreferent LHStv. Karl Pfeifenberger und Kärntens Umweltlandesrat Reinhart Rohr in Arnoldstein offiziell in Betrieb genommen. Pro Jahr werden hier künftig 80.000 Tonnen Restmüll aus Kärntner Haushalten nach dem neusten Stand der Technik behandelt. Die daraus gewonnene Energie wird für die Fernwärme in Arnoldstein sowie zur Stromerzeugung genutzt. Damit habe die Politik alle Versprechungen gegenüber der Arnoldsteiner Bevölkerung, die sich bei einer Volksbefragung mit 58 Prozent für den Bau der MVA ausgesprochen hatte, auf Punkt und Beistrich eingehalten, so Rohr, der im Rahmen der Eröffnungsfeier gemeinsam mit Pfeifenberger Altbürgermeister Gerwald Steinlechner für die Verdienste um die Marktgemeinde und den Wirtschaftsstandort Arnoldstein mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten ehrte.

Die Inbetriebnahme der MVA bezeichnete Rohr als "historischen Moment" und "weiteren Meilenstein einer ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Umwelt- und Abfallwirtschaftspolitik". Wie Rohr betonte, werde der Hausmüll unter Erfüllung aller umweltrelevanten Auflagen thermisch und umweltfreundlich verwertet und gleichzeitig die daraus gewonnene Energie, die einem Heizwert von 20 Millionen Liter Heizöl entspricht, als Fernwärme und als Strom optimal genutzt. Die Fernwärme- und Stromproduktion werde die Emissionen der Haushalte deutlich reduzieren und somit die Luftqualität im Raum Arnoldstein deutlich verbessern, strich Rohr die umwelt- und energierelevanten Eckdaten hervor.

Gleichzeitig wird das Fernwärmenetz in Arnoldstein zu Europas modernstem Daten-Highway. Im Zuge der Leitungsverlegung hat die Telekom Austria damit begonnen, Glasfaserkabel zur Datenübertragung mitzuverlegen. In einem europaweit einzigartigen Pilotprojekt werden alle im Versorgungsbereich der Fernwärme liegenden Haushalte an die weltweit schnellste und modernsten Telekommunikationstechnik angebunden, so Rohr. Der innovative Betrieb der thermischen Verbrennungsanlage leistet für Pfeifenberger und Rohr aber auch einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Industriestandortes Arnoldstein und werde sich positiv auf die wirtschaftliche Lage der Gemeinde auswirken. Schon jetzt seien im Industriepark rund um die Verbrennungsanlage mehr Menschen beschäftigt, als zur Blütezeit der Bleiberger Bergwerks-Union (BBU), deren Niedergang Anfang der 90er-Jahre schwere umwelttechnische und wirtschaftliche Turbulenzen ausgelöst hatte.

Die beiden Landespolitiker erinnerten daran, dass die Sanierung und Wiederbelebung des Industrieparks, als auch die große Zustimmung der Bevölkerung zum Bau der Müllverbrennung, nur durch konsequente Arbeit und einer ehrlichen Informationspolitik gelungen sei. Der Umweltreferent dankte in diesem Zusammenhang seinen Vorgängern Herbert Schiller und Elisabeth Sickl, sowie allen am Gelingen beteiligten Gemeindevertretern und Fachexperten. Lob aber vor allem für die Kärntner Restmüllverwertung (KRV), der es gelungen sei, trotz Gegenwind und massivem Lobbying andere Anbieter, eine moderne Anlage auf Basis ausgereifter und bewährter Technik zu errichten. Mittlerweile würden sich in Arnoldstein fast täglich internationale Experten aus der ganzen Welt die Klinke in die Hand geben, um die Verbrennungsanlage für ihre Länder zu begutachten, sagte Rohr.

Eine hohe Auszeichnung gab es für Gerwald Steinlechner. Der Altbürgermeister erhielt für seine Verdienste um die Marktgemeinde und den Wirtschaftsstandort Arnoldstein nach einstimmigem Beschluss der Landesregierung das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten. Pfeifenberger und Rohr strichen dabei den Einsatz Steinlechners bei der Umstrukturierung des Industrieparks, der Errichtung der Müllverbrennung und der Fernwärme, der Entwicklung des ÖBB-Güterumschlagzentrums sowie die Leistungen bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Arnoldstein, Kranjska Gora (Slowenien) und Tarvisio (Italien) hervor. So war Steinlechner auch Mitbegründer der internationalen jährlichen Sternwanderungen "Tour 3" und "Ski-Tour 3" sowie Mitkämpfer der ersten Stunde im Rahmen der Dreiländerolympiabewerbung "senza confini".

Im Anschluss an den Eröffnungsfestakt hatten die Gäste die Gelegenheit, die Müllverbrennungsanlage bei einem Tag der offenen Tür hautnah und "brandaktuell" von innen zu erleben.
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