Gaßner/Oberhaidinger: Gestrecktes Gas für österreichische KonsumentInnen?

Verdacht auf Manipulation beim Heizwert von Gas

Wien (SK) Laut einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" wird deutschen KonsumentInnen "gestrecktes" Erdgas verkauft, allerdings zum selben Preis wie normales Erdgas. Laut "Spiegel" werde in Deutschland Erdgas, das zum Heizen verwendet wird, mit Zusatzstoffen (bspw. Flüssiggas-Luftgemisch oder gar nur Luft) versehen. Dieser Vorgang diene dazu, den gesunkenen Gasdruck zu erhöhen. Die Senkung des Gasdruckes erfolge insbesondere deswegen, weil aus Energiespargründen die verbrauchte Gasmenge je Haushalt sinkt und gleichzeitig die Zahl der Haushaltanschlüsse steigt, womit sich das Durchleitungsvolumen verringert,fassten die SPÖ-Abgeordneten Kurt Gaßner und Georg Oberhaidinger zusammen. ****

"Bedenklich ist dieser Vorgang, das Erdgas zu strecken, vor allem deswegen, weil dadurch der Heizwert des Gases reduziert wird und die Geräte mehr Gas verbrauchen - allerdings ohne dass deswegen der Preis durch den Anbieter angepasst wird", erläuterte SPÖ-Abgeordneter Kurt Gaßner.

"Da auch in Österreich Erdgasverbraucher, die trotz Einschränkungen beim Heizen und Energiesparmaßnahmen in ihrer Jahresrechnung deutlich gestiegene Verbrauchsmengen vorfinden, erhebt sich der Verdacht, dass auch österreichische Erdgasversorger Zusatzstoffe im Erdgas beimengen und somit der Heizwert zu Lasten der KonsumentInnen reduziert wird", befürchtet SPÖ-Energiesprecher Georg Oberhaidinger.

"Wie können österreichische Konsumentinnen und Konsumenten sicher sein, dass sie nicht auch auf diese Weise durch Mehrkosten, wie in Folge der Strommarktliberalisierung, belastet werden? Der zuständige Minister Bartenstein muss dafür Sorge tragen, dass es in Österreich zu keinen zusätzlichen Heizkostenerhöhungen durch die Hintertür kommt", bekräftigt Oberhaidinger.

Deshalb haben die SP-Nationalratsabgeordneten Gaßner und Oberhaidinger eine parlamentarische Anfrage an den Wirtschaftsminister gerichtet. Folgende detaillierte Fragen sollen klären, ob Gas in Österreich manipuliert wird:

1. Besteht die Möglichkeit, dass österreichische Erdgasversorger dem Erdgas Zusatzstoffe beimischen, um damit beispielsweise einen technisch notwendigen Druckausgleich herzustellen?
2. Wenn ja: Welche Zusatzstoffe können beigemischt werden?
3. Können derartige Beimischungen zu einer Änderung des Heizwertes führen?
4. Wird eine derartige Qualitätsänderung beim Endpreis für die KonsumentInnen berücksichtigt?
5. Wie wird überprüft, ob die Qualität bzw. der Heizwert des Erdgases, das österreichische KonsumentInnen verbrauchen, mit den vorgeschriebenen und verrechneten Werten übereinstimmen?

"Alle Zweifel über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Preisbildung bezüglich des Heizwertes müssen ausgeräumt werden. Minister Bartenstein muss den Österreicherinnen und Österreichern garantieren können, dass sie nicht mehr zahlen, als sie heizen", fordern Gaßner und Oberhaidinger abschließend. (Schluss) ns/mp

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