"Neues Volksblatt" Kommentar: "Lückenschluss" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 23. September 2004

Linz (OTS) - =

Wenn eine Leistung für hilfsbedürftige Menschen wie
das Pflegegeld seit acht Jahren nicht valorisiert - also immer weniger wert - wurde, sollte eine Anpassung als überfälliger Lückenschluss eigentlich außer Streit stehen. Ein Plus von zwei Prozent, wie es nun im Gespräch ist, ist da sicher nicht übertrieben. Dass der Finanzminister entsprechende, quer durch alle Parlamentsparteien gehende, Wünsche zuletzt stets abzublocken gewusst hat, hat freilich einen sehr realen finanziellen Hintergrund. Denn selbst ohne Erhöhung werden die Ausgaben für das Pflegegeld, die sich im Vorjahr schon auf nicht weniger als 1,3 Milliarden Euro beliefen, in den nächsten Jahren durch die Bevölkerungsentwicklung ganz massiv steigen.
Zugleich liegt im Pflegebereich - aus den erwähnten demografischen Gründen - ein enormes, bisher weder vom pflegerischen noch vom beschäftigungspolitischen Standpunkt ausgeschöpftes Job-Potenzial. Eine (immer wieder diskutierte) stärkere Verknüpfung des Pflegegeldbezugs mit konkreten Pflegeleistungen könnte da, als
auch konjunkturell und finanziell interessant, näherer Betrachtung unterzogen werden.

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