Vorsorgeuntersuchung neu: Ablehnung der Wiener Ärztekammer trotz verbessertem Leistungsangebot

Vorsorgemedizin-Experte und Chefarzt Dr. Klima wundert sich über die Kehrtwendung der Wiener Ärztekammer

Wien (OTS) - "Die ablehnenden Äußerungen der Wiener Ärztekammer zur Modernisierung und Neuregelung der Vorsorgeuntersuchung kann sich unmöglich auf das Angebot des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger beziehen, das der Kammer aktuell vorliegt", wundert sich Dr. Gert Klima, Chefarzt der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse und Mitglied des Verhandlungsteams der Sozialversicherung. In einer Presseaussendung hat die Wiener Ärztekammer am Mittwoch das Konzept zur Vorsorgeuntersuchung (VU) neu als nicht "innovativ und patientengerecht" und als angebliche "Verschlechterung für die Patienten" abgelehnt.
Diese überraschende Aussage, so Chefarzt Dr. Klima, sei durch Fakten sehr leicht zu widerlegen. "Die angestrebte, notwendige Neugestaltung der Vorsorgeuntersuchung auf der Grundlage des internationalen wissenschaftlichen Standes ist aus mehreren Gründen sehr wohl innovativ und patientengerecht", stellt Dr. Klima klar. Leider hat sich in den letzten Monaten abgezeichnet, dass die Wiener Ärztekammer einen anderen Weg gehen möchte.
Innovativ und patientengerecht, so Chefarzt Dr. Klima, sei die "Vorsorgeuntersuchung neu" durch die Erweiterung und Modernisierung des Angebotes: "Es sollen mehr als bisher die Erkenntnisse der modernen Lebensstil-Medizin in die Vorsorgeuntersuchung einfließen." Dabei geht es nicht nur - wie bisher - um die Früherkennung verbreiteter Zivilisationskrankheiten, sondern auch um Aufklärung und Unterstützung bei der gesundheitsfördernden Veränderung des Lebensstils bei den Kernthemen Bewegung, Ernährung und Rauchen. Dr. Klima: "Dabei kommen die Parameter Body-Mass-Index, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin zur Anwendung." In diesem Zusammenhang wird die Beraterrolle der Ärzte deutlich ausgeweitet werden. Dr. Klima: "Der VU-Arzt wird in Zukunft stärker auf die individuelle Lebenssituation der Menschen eingehen und auch weitere zielführende Maßnahmen ansprechen, wie zum Beispiel Raucherentwöhnung, Ernährungs- und Bewegungsberatung."

Neu ist außerdem eine Erweiterung der Darmkrebsvorsorge für Menschen über 50. Dr. Klima: "Als neue Untersuchung soll die Koloskopie zur Darmkrebsvorsorge aufgenommen werden." Bei Pensionisten wird nunmehr auch auf die Hör- und Sehleistung Augenmerk gelegt.
Um noch mehr Menschen zu erreichen, soll es als Neuerung zukünftig auch ein Einladungssystem zur Gesundenuntersuchung geben. Chefarzt Dr. Klima: "All jene, die bisher bei einer VU waren, werden wieder eingeladen. Alle Menschen über 50 werden von der Möglichkeit der Darmkrebsvorsorge informiert, Frauen ab 40 Jahren wird alle 2 Jahre eine Mammographie angeboten."

Von einer generellen Einschränkung des Laborprogramms, wie von der Wiener Ärztekammer fälschlich behauptet, könne in keiner Weise die Rede sein. Gerade in diesem Verhandlungspunkt zeigten beide Parteien noch Verhandlungsbereitschaft, obwohl die Sozialversicherung bei einigen Parametern, die nicht dem internationalem Wissenstand der Medizin entsprechen, zurückhaltender ist. Dr. Klima: "Es wundert mich sehr, dass das angebotene Laborpaket im Sinne der Versicherten von der Wiener Ärztekammer nicht angenommen wird."

Bei den Verhandlungen mit der Österreichischen Ärztekammer, betont Dr. Klima, habe es zuletzt weitestgehende inhaltliche Übereinstimmung gegeben: "Eine gemeinsame Sicht der neuen Vorsorgeuntersuchung liegt durchaus im Bereich des Möglichen, so dass Hoffnung auf eine baldige Einigung besteht."

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