Leitl: EU-Vorschläge zur Arbeitszeitrichtlinie bestätigen Linie der WKÖ

Ansatz für einjährigen Durchrechnungszeitraum sollte noch verstärkt werden

Wien (PWK644) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sieht in den heute vorgelegten Vorschlägen der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Arbeitszeitrichtlinie einen richtigen Vorstoß. WKÖ-Präsident Christoph Leitl betont, dass "mit dem Vorschlag, den bisher viermonatigen Durchrechnungszeitraum für die wöchentliche Höchstarbeitszeit per Gesetz auf zwölf Monate ausdehnen zu können, Brüssel auf der Linie der österreichischen Wirtschaft liegt. Dies ist ein wichtiger Ansatz zur dringend notwendigen Flexibilisierung der Arbeitsmärkte." Allerdings wäre eine noch mutigere Lösung wünschenswert, geht Leitl einen Schritt weiter: "Wir sprechen uns dafür aus, dass die einjährige Durchrechnung in der Richtlinie als allgemeine Regel verankert wird."

Durch die Einführung eines Jahresarbeitszeitkontos könnte Mehrarbeit in der Hauptsaison mit kürzeren Arbeitszeiten in auftragsschwächeren Monaten ausgeglichen werden. "Für die Unternehmen rechnet sich das, weil sie die Produktivität erhöhen und damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. Und die Beschäftigten profitieren, weil ihre Arbeitsplätze gesichert sind bzw. zusätzliche Stellen entstehen", erklärte Leitl. Zudem würden viele Betriebe, die heute auftragsbedingt sehr flexibel arbeiten müssen, aus der Grauzone neben dem Gesetz herauskommen. Leitl: "Es kann nicht sein, dass noch heute zahlreiche Betriebe nur neben einem zu restriktiven Arbeitszeitgesetz existieren können. Die EU hat diesen Wettbewerbsnachteil Europas erkannt und setzt nun einen Schritt in Richtung Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum." Auf Österreich umgelegt würde die Einführung eines Jahresarbeitszeitkontos auf Basis der derzeitigen 40-Stunden-Woche rund 25.000 zusätzliche Jobs bringen.

Darüber hinaus sieht der Richtlinienvorschlag einen neuen Ansatz für die Bereitschaftszeit vor. Wird innerhalb der Bereitschaft keine Arbeitsleistung erbracht, so ist auch keine Anrechnung auf die Gesamtarbeitszeit vorgesehen. Dieser Ansatz ist praxisorientiert und wird von der österreichischen Wirtschaft begrüßt.

"Ich bin zuversichtlich, dass Rat und Europaparlament den Kommissionsvorschlag im weiteren Entscheidungsfindungsprozess zum Vorteil der Wettbewerbsfähigkeit Europas noch verbessern werden", so

Leitl abschließend. (Ne)

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