Kärnten, Steiermark und Slowenien gehen gemeinsame Wege einer nachhaltigen Energiepolitik

LR Rohr unterzeichnete mit LHStv. Schöggl und Staatssekretär Slokar interregionale Energieleitlinie

Klagenfurt (LPD) - Die österreichischen Bundesländer Kärnten und Steiermark sowie die Republik Slowenien wollen künftig gemeinsame Wege bei der Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik gehen. Die politischen Vertreter LR Reinhart Rohr (Kärnten), LHStv. Leopold Schöggl (Steiermark) und der slowenische Staatssekretär für europäische und internationale Beziehungen, Marko Slokar, unterzeichneten heute, Mittwoch, im Rahmen der internationalen Konferenz für erneuerbare Energie und interregionale Zusammenarbeit (SEPiRAP) in St. Kanzian am Klopeinersee eine gemeinsame Erklärung.

Die wesentlichen Punkte der länderübergreifenden Energierichtlinien beinhalten die langfristige Sicherung der Energieversorgung bei best möglicher Ausnutzung aller Energiesparpotentiale und aller Formen erneuerbarer Energieträger wie etwa Biomasse, Wasserkraft oder Wind- und Solarenergie.

Slokar bezeichnete die Unterzeichnung der gemeinsamen Energieleitlinien als "neue Ära der Zusammenarbeit in einem sehr wichtigen Bereich". Slowenien könne damit rasch die Maßnahmen in den Bereichen Treibhausgas-Reduktion und erneuerbare Energie mit der EU harmonisieren. Slokar ist überzeugt, die Ziele der Kyoto-Protokolle im Rahmen der Energie-Leitlinien erreichen zu können.

Schöggl sieht in der Umsetzung der Energie-Leitlinien einen wesentlichen Schritt hin zu einer Entwicklung Richtung regionaler Unabhängigkeit in der Energieversorgung, die im Lichte der Ölpreis-Entwicklung immer mehr zu einer wichtigen wirtschaftlichen Standortfrage werde. Die Schwerpunkte seien eine Optimierung bei der Wasserkraft als auch der Ausbau von Biomasse- und Biogasanlagen, so Schöggl.

Wie Rohr im Rahmen der Pressekonferenz im Anschluss an die Unterzeichnung betonte, hätten Slowenien, die Steiermark und Kärnten damit einen wesentlichen Schritt zur weiteren CO2-Reduktion im Sinne der Kyoto-Ziele gesetzt. Österreich habe sich im Kyoto-Vertrag verpflichtet. Die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2010 um zumindest 13 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Im geografischen Raum Kärnten-Slowenien-Steiermark sieht Rohr ein ausreichendes Potential an natürlichen Ressourcen für erneuerbare Energieträger gegeben. Die Region gehöre zu den waldreichsten Gebiete in Europa. Und jährlich wachse mehr Holz nach als verbraucht werde.

Wie Rohr weiters betonte, betrage der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergieaufkommen in Kärnten bereits mehr als 40 Prozent. Rund hundert Biomasseanlagen seien derzeit in Betrieb, Tendenz steigend, so Rohr, der in diesem Zusammenhang auch das kürzlich am Industriepark St. Veit/Glan neu eröffnete Biogas-Zentrum erwähnte. Mit neuen Förderrichtlinien will Rohr den Anreize für die Verwendung von Alternativenergie verstärken und damit neue Arbeitsplätze in diesem Zukunftsbereich schaffen. Dazu hat Rohr heuer die Förderung neuer Technologien zur Ökostromerzeugung in Kärnten eingeführt. Rund 3,5 Millionen Euro stehen dafür in den nächsten drei Jahren zusätzlich zur Alternativenergieförderung in Höhe von 4,5 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.

Die zweitägige interregionale Alternativenergiekonferenz in St. Kanzian bildet auch den Abschluss des EU-kofinanzierten Interreg-III-A-Programmes SEPiRAP zwischen Österreich und Slowenien. In mehreren Konferenzen und Arbeitsgruppen haben Experten aus Kärnten, der Steiermark und Slowenien seit März 2003 unter der Projektkoordination der Umweltschutzabteilung des Landes Kärnten und in Kooperation mit dem Verein energie.bewusst.kärnten Ziele, Projekte und Umsetzungsmöglichkeiten einer grenzüberschreitenden Energiepolitik ausgearbeitet. Das Projekt wird nun von den drei Partnerländern weitergeführt. Eine unabhängige Expertenkommission wird in regelmäßigen Treffen die Umsetzung der beschlossenen Energierichtlinien begleiten und gleichzeitig die weiteren Ziele und Projekte der interregionalen Zusammenarbeit zwischen Kärnten, Steiermark und Slowenien festlegen.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at/index.html

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL0006