Heinisch-Hosek: Zwei Millionen Frauen sind die Verliererinnen der Pensionsreform

Wien (SK) "Ganz wenige Frauen werden ganz kurze Zeit von der Pensionsreform profitieren. Und das sind diejenigen, die unter die Hacklerregelung fallen", stellte SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Mittwoch im Nationalrat klar. "Ich bleibe auf dem Boden der Tatsachen und begebe mich nicht in das Reich der Dichtung", betonte Heinisch-Hosek, die Aussagen von Bundeskanzler Schüssel kritisierend. Sie glaube auch nicht, dass irgendeine arbeitspolitische Maßnahme in diesem Pensionspaket vorhanden sei, kritisierte Heinisch-Hosek: "Ältere Arbeitnehmerinnen werden auf der Straße, in der Abhängigkeit und in der Altersarmut landen". ****

Als erstes Faktum für die Benachteiligung von Frauen im Rahmen der Pensionsharmonisierung nannte die Frauensprecherin ein Rechenbeispiel: Eine 41-jährige Handelsangestellte mit zwei Kindern, die 1000 Euro netto verdiene und ihr halbes Leben lang Teilzeit gearbeitet habe. Diese Frau habe demnach auch Kindererziehungszeiten aufzuweisen. "Wir sehen die Aufwertung der Kindererziehungszeiten als sehr positiv", erklärte Heinisch-Hosek, "aber wenn sie solche Frauen als Gewinnerinnen darstellen und sie glauben machen, dass die Anrechnung der Kindererziehungszeiten den Gesamtverlust der Lebensdurchrechnung wettmachen, dann haben sie sich getäuscht." Faktum sei, dass diese Frau 38 Prozent verliere. Die Aufwertung der Kindererziehungszeiten würden den Verlust zwar geringer machen, aber diese Frau bekäme dennoch 224 Euro im Monat weniger.

Als zweites Faktum verwies Heinisch-Hosek Bundeskanzler Schüssel auf einen Rechenfehler: Es seien nämlich nicht 1250 Euro im Monat, sondern nur 1.154 Euro, wenn man den 13. und 14. Monatsgehalt dazu rechne. "Und das ist dann schon um einiges weniger, was diese Ausgleichszulage betrifft", sagte Heinisch-Hosek. Zudem würde der Betrag erst für Kinder gelten, die ab 2005 geboren werden, alles davor werde parallel gerechnet und differenziert ausgerechnet.

Faktum Nummer drei: Die Möglichkeit von Frauen, drei Jahre vor dem Regelpensionsalter in den Ruhestand zu gehen, werde von dieser Bundesregierung auch verwehrt. "Dieser sogenannte Korridor ist gleich Frühpension mit hohen Abschlägen, gilt nur für Männer und nicht für Frauen bis 2028", erklärte die Frauensprecherin.

Als letztes Beispiel verwies Heinisch-Hosek auf die Schwerarbeiterregelung, die für Frauen de facto nicht gelte. "Frauen können nicht in diesen Genuss kommen. Und ich erwarte mir, dass die Schwerarbeit für Frauen endlich einmal definiert werde", kritisierte Heinisch-Hosek. (Schluss) gg

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