Gusenbauer: Frauen und Saisonarbeiter sind Hauptverlierer der Pensionsharmonisierung

Einkommensverluste von 20 Prozent und mehr drohen

Wien(SK) "20 Prozent und mehr an Pensionsverlusten drohen durch die sogenannte Pensionsharmonisierung der Regierung", warnte SPÖ-Bundesparteivorsitzender Alfred Gusenbauer am Mittwoch im Rahmen der Aktuellen Stunde im Parlament vor massiven Einkommensverlusten, welche Frauen und Saisonarbeiter am härtesten treffen werden. "Anstatt den Anspruch an ein harmonisiertes Pensionssystem zu erfüllen, und gleiche Beiträge zu schaffen, die zu gleichen Leistungen führen, doppeln sie die Pensionskürzungen von 2003 auf und führen damit viele Menschen, vor allem Frauen, in die Armut", zeigte sich Gusenbauer über die soziale Gewissenlosigkeit der Regierung empört.****

Als "Hauptleidtragende" der Pensionsharmonisierung machte der SPÖ-Vorsitzende die Frauen aus. Durch ihre unterschiedlichen Erwerbsbiographien und ihre Hauptbeschäftigung in Teilzeit-Arbeitsverhältnissen haben Frauen "ganz massive Pensionskürzungen" zu erwarten, da in Zukunft nicht mehr die 15 besten Jahre, sondern das Erwerbseinkommen des gesamten Lebens für die Pensionsberechnung herangezogen werde, führte Gusenbauer aus. Als "massive Ungerechtigkeit" empfand Gusenbauer außerdem die Tatsache, dass Frauen de facto von der Schwerarbeiterregelung ausgeschlossen seien - und empörte sich in Richtung Schüssel: "Denken Sie etwa, Frauen können keine Schwerarbeit leisten?" Was die von der Regierung geplante Anrechnung von Kindererziehungszeiten betreffe, so könne diese die massiven Verluste nicht ausgleichen.

Die zweite Gruppe der Hauptverlierer der Pensionsharmonisierung seien die Saisonarbeiter, da diese mit immer wieder kehrenden Zeiten der Arbeitslosigkeit konfrontiert seien, betonte Gusenbauer - und wies auf eine weitere "massive Ungerechtigkeit hin. Wenn es eine Frau sei, die Saisonarbeit leiste, dann sei die Belastung doppelt so hoch.

Was die oft betonte private Vorsorge betreffe, machte Gusenbauer darauf aufmerksam, dass ein heute 48 oder 49-Jähriger nicht mehr viel Zeit habe, sich eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen.

Als "die eigentliche negative Überraschung" bei der ganzen Pensionsdebatte wertete Gusenbauer die Tatsache, dass die Regierung zwar eine Pensionsharmonisierung angekündigt habe, dabei jedoch nicht gesagt habe, dass es zu weiteren Kürzungen, vor allem bei den Arbeitern und Angestellten kommen werde. Das entspreche in keiner Weise den Kriterien der Gerechtigkeit, Fairness und Verlässlichkeit und führe in weiterer Folge dazu, dass das Vertrauen ins Pensionssystem, vor allem bei vielen jungen Menschen, extrem geschädigt werde. Der nun vorliegende Begutachtungsentwurf für die Pensionsharmonisierung entspreche in keiner Weise den Erwartungen und bedürfe massiver Korrekturen, so Gusenbauer abschließend.(Schluss)lm

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