Schicker: Ziel der Europäischen Mobilitätswoche umgesetzt

nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit für Wiens Kinder

Wien (OTS) - Im Rahmen eines Mediengesprächs präsentierte Verkehrsstadtrat DI Rudolf Schicker am europaweiten autofreien Tag, der die Europäische Woche der Mobilität 2004 abschließt, gemeinsam mit dem Direktor der AUVA - Landesstelle Wien, Ing. Johann Kaiser, und der Koordinatorin für FußgängerInnen- und Jugendangelegenheiten, DI Gabriele Steinbach, nachhaltige Projekte zur Verbesserung der Sicherheit unserer Kinder auf Wiens Straßen.

Die European Mobility Week verfolgt das Ziel, nachhaltige Maßnahmen zu entwickeln sowie Aktivitäten zu setzen, die eine Verkehrsverlagerung hin zum Umweltverbund (Gehen, Radfahren, Öffentlicher Verkehr) bewirken. Heuer lautete das Motto: "Safe Streets for Children - Sichere Straßen für Kinder".

"Die Hebung der Verkehrssicherheit für unsere Kinder ist ein europaweit verankertes Ziel. Mit dem Masterplan Verkehr für Wien soll die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 halbiert werden. Um die Risiken im Straßenverkehr für die jungen Menschen zu senken, muss neben den Unfallzahlen auch die Verkehrsmittelwahl der Jugendlichen berücksichtigt werden", erläuterte Verkehrsstadtrat Schicker. Wolle man städtische Mobilitätsprobleme nachhaltig lösen, müsse auf das Verkehrsverhalten der Kinder eingewirkt werden. Schließlich würde die Entscheidung junger Menschen zwischen dem Auto oder dem Umweltverbund unsere Zukunft bestimmen.

Die Verkehrssicherheit der jüngsten VerkehrsteilnehmerInnen stehe somit für die Stadt an vorderster Stelle. Neben der Umsetzung von baulichen Maßnahmen initiiere und begleite die Stadt Wien daher auch Projekte wie 'Schulwegpläne', 'Radfahren ab 10' oder 'Fahrradfreundliche Schule', mit denen Kinder und Jugendliche an ein verantwortliches Verhalten im Straßenverkehr herangeführt würden, so Schicker abschließend.

Der Erstellung von Schulwegplänen kommt in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung zu. "2.686 Schulanfänger aus 38 Schulen in sieben Wiener Bezirken erhalten in Kürze genaue Pläne mit dem sichersten Schulweg und Tipps zur Bewältigung der gefährlichsten Verkehrsstellen. Unter der Projektleitung der AUVA-Landesstelle Wien, die auch drei Viertel der Kosten übernimmt, werden bis Ende 2008 alle Wiener Volksschulen mit Schulwegplänen ausgestattet sein. Parallel dazu versucht das Expertenteam, Gefahrenstellen so schnell wie möglich zu beseitigen. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien, den Bezirken, Lehrern, Elternvertretern und den vier Unfallverhütungsexperten der AUVA konnten seit August bereits einige 'Hot Spots' entschärft werden. Die Pläne werden zudem laufend aktualisiert," zeigte sich Direktor Kaiser sehr zufrieden.

Projekt Schulwegpläne

Kinder sind in unserer komplexen, hoch technisierten Verkehrswelt sehr gefährdet. Besonders im Schulalter ist große Vorsicht geboten, denn mit der schrittweisen, selbstständigen Teilnahme der Schulkinder am Verkehrsgeschehen erreicht die Zahl der verunglückten Kinder im achten Lebensjahr einen Spitzenwert.
Diese Tatsache haben die MA 46 - Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten und das Kuratorium für Verkehrssicherheit im Jahr 2002 zum Anlass genommen, eine Initiative für mehr Sicherheit am Schulweg zu starten.
Eltern und LehrerInnen wurden dabei in die Überlegungen mit einbezogen.

Im Jahr 2002 wurde vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im Auftrag der Magistratsabteilung 46 die Pilotstudie "Schulwegplan" durchgeführt, wobei für das Schuljahr 2002/2003 Schulwegpläne für drei Wiener Volksschulen erstellt wurden.

Dabei wurde folgendermaßen vorgegangen:

o Ermittlung der Wohnstandorte; o Verteilung von Fragebögen an Eltern und LehrerInnen (gegangene Wege, benützte Öffentliche Verkehrsmittel, Gefahrenstellen aus Sicht der Eltern/ Kinder - standardisierte Checkliste) o Analyse des Unfallgeschehens (Unfälle mit Personenschaden im Schulumfeld) o Begehung des Schulumfeldes durch Verkehrsexperten des KfV und der MA 46 im Beisein von Vertretern des jeweiligen Bezirkes o Problemanalyse o Erarbeitung von Sanierungsvorschlägen und Weiterleitung an die zuständigen Behörden/ Magistratsdienststellen o Erstellung des Schulwegplanes o Präsentation des Schulwegplanes in der jeweiligen Schule

Die Schulwegpläne zeigen:

o welche Wege unter den aktuell gegebenen Bedingungen die sichersten sind; o an welchen Stellen besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist; o jene Gefahrenstellen, die möglichst gemieden werden sollten.

Die Ergebnisse dieser Pilotstudie sind auf so positive Resonanz gestoßen, dass für das Schuljahr 2003/2004 Schulwegpläne für neun weitere Wiener Volksschulen erstellt wurden. Pro Schule sind für den jeweiligen Bezirk in diesem Schuljahr Kosten in der Höhe von 3.000 Euro entstanden, um die Leistungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit abgelten zu können.

Im Jahr 2004 ist die Federführung und inhaltliche Verantwortlichkeit für die Erstellung der Schulwegpläne auf die AUVA - Landesstelle Wien über gegangen. Dadurch hat sich der Kostenbeitrag für den jeweiligen Bezirk auf 1.000 Euro pro Schule reduziert. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung wirken die Verkehrssicherheitsexperten der Magistratsabteilung 46 nunmehr bei der Erstellung der verkehrssicherheitstechnischen Analyse mit.

Um die bisher erarbeiteten Schulwegpläne für Alle zugänglich zu machen, richtet die Magistratsabteilung 46 zur Zeit eine eigene Internetseite ein. Voraussichtlich im Oktober 2004 gibt es für 51 Wiener Volksschulen Schulwegpläne zum Ansehen und Downloaden unter http://www.schulweg.wien.at/ (ab Oktober).

Projekt "Sicher Rad fahren - Radfahrprüfung schon mit 10"

Dieses Projekt ist eine Aktion für die 4. Klassen der Wiener Volksschulen zur Förderung der frühen Radfahrprüfung. Neben der Theorie wird den Kindern mit viel Praxis gelehrt, wie sie das Verkehrsgeschehen bewältigen können und damit ihre Verkehrssicherheit deutlich erhöhen.

Ziele der Aktion:

o Erziehung zu einem verantwortungsbewussten Verhalten im Verkehr o Besseres Kennen lernen von Verkehrszeichen o Richtiges Anwenden von Verkehrsregeln o Adäquates Einschätzen von Verkehrssituationen o Längere Nutzungsdauer des Radfahrausweises o Sichere, regelbewusste und angemessene Benützung des Fahrrades

Mit der Radfahrprüfung können Kinder bis zu 2 Jahre früher eigenständig und unabhängig von anderen Personen zur Schule fahren, Freizeitziele erreichen und somit umweltfreundlich mobil sein.

Im Schuljahr 2003/2004 haben an der Aktion 32 Schulklassen, das sind ca. 710 Kinder, teilgenommen. Aufgrund der großen Nachfrage und hohen Akzeptanz wird die Aktion "Sicher Rad fahren - Radfahrprüfung schon mit 10" im Schuljahr 2004/2005 wieder stattfinden.

"Sicher Rad fahren - Radfahrprüfung schon mit 10" ist ein Kooperationsprojekt. Das Projektmanagement erfolgt über die Magistratsabteilung 46 und den Stadtschulrat für Wien. Die Durchführung der Aktion liegt in den Händen des ARBÖ-Wien, der nach erfolgreich abgelegter Radfahrprüfung den Radfahrausweis direkt vor Ort ausstellt.

Projekt "Fahrradfreundliche Schule"

Das Projekt "Fahrradfreundliche Schule" wurde vor einem Jahr gestartet. Zielgruppe sind die Schülerinnen und Schüler der 5. - 8. Schulstufe an Wiener Pflichtschulen und Bundesschulen - teilnehmen kann eine ganze Schule aber auch einzelne Schulklassen. Mit dem Projekt sollen sicherheitspädagogische, ökonomische, ökologische und soziale Interessen im Bereich Mobilität aufeinander abgestimmt werden.

Dabei sollen folgende Ziele erreicht werden:

o eine aktive und intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Mobilitätsverhalten o eine nachhaltige Verbesserung der Akzeptanz des Fahrrades als umweltfreundliches Verkehrsmittel; o das Erkennen der Notwendigkeit von richtiger Ausstattung und optimaler Schulung als Beitrag zur Verkehrssicherheit; o die Förderung von Kompetenzen im Hinblick auf partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr; o die Vernetzung von Schule und Verkehrsumwelt; o die Schaffung einer "fahrradfreundlichen Atmosphäre in der Schule".

Die interessierten Schulen sollten im Schuljahr 2003/2004 Möglichkeiten und Wege finden, diese Ziele praxisorientiert und aktiv umzusetzen.

Die teilnehmenden Schulen/ Schulklassen konnten das Prädikat "Fahrradfreundliche Schule" erreichen, indem sie aus den Modulen

o Mobilität (Mobilitätsverhalten) o Fahrradnutzung (Attraktivierung - wodurch?) o Prävention und Verkehrssicherheit o Technik (Fahrrad-, Ausrüstungscheck, Reparaturen) o Erste Hilfe

ein bis zwei Themenbereiche vertieft bearbeiten und dokumentieren.

Folgende 6 Schulen haben im Schuljahr 2003/2004 am Projekt teilgenommen und werden mit dem Prädikat "Fahrradfreundliche Schule 2004" ausgezeichnet:

o BG, BRG 3 (HIB) Boerhavegasse o Evangelisches Gymnasium Argentinierstraße o Kooperative Mittelschule Gassergasse o Kooperative Mittelschule Enkplatz I o G, RG Bernoulli-Gymnasium o GRG, ORG 22 Heustadelgasse

In jeder der teilnehmenden Schulen wurden beeindruckende Leistungen erbracht, die weit über das Mindesterfordernis für eine erfolgreiche Teilnahme am Projekt hinaus gegangen sind. Der Bogen spannte sich dabei von Geschicklichkeitsparcours, Eiertests mit Demo-Helmen, StVO-Quiz und praktischer Anleitung in Erster Hilfe bis hin zu ganztägigen Radausflügen.

In Anbetracht dieser guten Erfahrungen wird das Projekt "Fahrradfreundliche Schule" im Schuljahr 2004/2005 fortgesetzt.

Kooperationspartner sind die Magistratsabteilung 46 und der Stadtschulrat für Wien. Unterstützt wurde das Projekt im Schuljahr 2003/2004 vom ARBÖ-Wien, und der AUVA.

Weitere Informationen unter:

o http://www.wien.gv.at/verkehr/sicherheit/ o http://www.wien.gv.at/verkehr/stadtverkehr/ o http://www.auva.at/wien

(Schluss) kel

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DI Thomas Keller
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