"Neues Volksblatt" Kommentar: "Asyl" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 21. September 2004

Linz (OTS) - =

Auch wenn beim gestrigen Asylgipfel noch nicht der
große Wurf herausgekommen ist: Alleine dass länger als geplant miteinander geredet wurde, lässt den Schluss zu, dass die Mehrheit der Länderchefs und der Innenminister an einem Strang ziehen wollen. Auffallend ist die Übereinstimmung zwischen Minister Strasser und dem Wiener Bürgermeister Häupl als Vorsitzendem der LH-Konferenz, was straffällig gewordene Asylanten be-
trifft. Der bekundete Wille diese abzuschieben, sofern es die gesetzliche Lage erlaubt, ist wohl auch als Antwort auf die Vorfälle der letzten Zeit zu sehen. Sollte damit aus der Unterbringungs-Debatte ein bisschen die Luft herausgenommen werden können, dann ist das aus Sicht aller Beteiligten zu begrüßen. Denn zu sehr ist mancherorts die Asylantenfrage nicht nur zum heißen Stammtischthema geworden, sondern auch von so manchem in Stammtischmanier öffentlich diskutiert worden. Ob jetzt noch drei Wochen über Zahlen gebrütet wird, ist dann zweitrangig, wenn am Schluss herauskommt, dass niemandem das Dach über dem Kopf verwehrt wird, der Anrecht auf Asyl hat.

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