- 20.09.2004, 15:22:09
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IWO-Österreich warnt: Irreführung der Heizungsbesitzer durch unseriöse "Heizkosten-Vergleiche"
Wien (OTS) -
- Kostenvergleich macht nur zusammen mit Bedarfsvergleich Sinn - IWO-Österreich fordert Beachtung der ÖNORM für Heizungsvergleiche - Nur Vergleiche von unabhängigen Institutionen sind ernst zu nehmen
Immer öfter finden sich in den Medien so genannte
"Heizkosten-Vergleiche", die bei näherem Hinsehen buchstäblich Äpfel
mit Birnen vergleichen. Das IWO-Österreich (Institut für
wirtschaftliche Ölheizung) warnt ausdrücklich vor solchen
Berechnungen: Die interessierten Heizungsbesitzer werden dadurch
nicht informiert, sondern in die Irre geführt - oft durchaus mit
Absicht, wie es scheint. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass sich
diese Vergleiche in keinster Weise um die ÖNORM M 7140 für den
Vergleich von Heizungssystemen kümmern?
Jüngster steirischer "Heizkosten-Vergleich" als Negativ-
Beispiel
Jüngstes Beispiel ist der zuletzt publizierte Vergleich der
Steirischen Landwirtschaftskammer, der - angesichts der
wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder dieser Institution wenig
überraschend - den Brennstoff Holz als besonders günstig ausweist.
Dabei wurden jedoch offensichtlich Heizsysteme mit unterschiedlichen
Wirkungsgraden verglichen. Durch die Verwendung der Bezeichnung
"Verbrauch" wurde dies freilich verschleiert. Kein Wunder:
Hackschnitzelanlagen weisen gegenüber Öl- und Gasheizungen oft einen
um bis zu 30% geringeren Wirkungsgrad auf, was das gesamte Kostenbild
völlig verändert. Weiteres Problem: Ausgerechnet diese
vergleichsweise ineffizienten Heizungen verursachen auch noch bei der
Anschaffung empfindlich höhere Kosten.
IWO-Österreich fordert: Heiz-Kosten auf Basis des Bedarfs
vergleichen
Brennstoffe sollten daher nach Ansicht des IWO-Österreich generell
nur vor dem Hintergrund ihres Energieinhaltes bzw. aus einer
einheitlichen Basis an zu erzielender Wärme verglichen werden. So
sind zur Erzielung des gleichen Outputs an Wärme unterschiedliche
Mengen der verschiedenen Brennstoffe nötig. Jeder seriöse Vergleich
muss daher die reinen Kosten pro Mengeneinheit nach der benötigten
Menge gewichten. Erst eine solche Berechnung liefert als Ergebnis die
einzige für den einzelnen Heizungsbesitzer wirklich relevante
Information: Wieviel kostet es, eine konkrete Wohnung bzw. ein Haus
mit den verschiedenen Brennstoffen zu heizen - und welcher davon ist
der günstigste?
Heizungs-Entscheidung: Langfristige Investition auch
langfristig beurteilen
Da es sich bei der Entscheidung für einen bestimmten Brennstoff um
eine langfristige Entscheidung handelt, sollten dafür auch die
langfristigen Kosten als Grundlage herangezogen werden. Die
Momentaufnahme zu einem bestimmten Stichtag ist wenig aussagekräftig
und für den Konsumenten kaum verlässlich. Seriöserweise sollte für
Kostenvergleiche zumindest die Preisentwicklung während eines
Jahrzehnts herangezogen werden.
IWO-Österreich fordert ÖNORM-konforme Vergleiche
Am nähesten an den Bedürfnissen sind freilich Kostenvergleiche,
die neben den Brennstoffen auch die Investitionskosten der
Heizungsanlage berücksichtigen. So sind bei Biomasse-Einzelheizungen
die Anschaffungskosten deutlich höher als bei einer Ölheizung. Sie
konnten daher in der Vergangenheit durch den Brennstoff nicht
aufgefangen werden. Genau darum definiert die ÖNORM M 7140 genaue
Kriterien für den Vergleich von Heizungssystemen. Weil hier aber eine
solche Berechnung die Ölheizung fast zwangsläufig als günstigstes
System ausweisen muss (zuletzt in einer Berechnung des Österr.
Energiekonsumenten-Verbandes), haben die anderen Marktteilnehmer kein
Interesse daran, diese objektive Norm zu beachten.
Damit stellt sich die Frage nach der Absicht hinter den zuletzt
publizierten Heizungsvergleichen: "Die meisten Vergleiche werden mit
der fixen Absicht erstellt, einen bestimmten Brennstoff als den
günstigsten erscheinen zu lassen. Den Konsumenten kann nur empfohlen
werden, sich anzusehen, wer den jeweiligen Vergleich auf welcher
Basis berechnet hat. Eine unahängige Institution - etwa der Österr.
Energiekonsumenten-Verband - ist das "Gütesiegel" auf einem
Heizkostenvergleich. Berechnungen hingegen, die eine
Interessenvertretung für ihre Mitglieder anstellt, spiegeln eben nur
die Interessen der jeweiligen Interessensgruppe wider, kaum aber die
Interessen der Heizungsbesitzer", erklärt dazu Prof. Dr. Walter
Tauscher, Energieexperte und Geschäftsführer des IWO-Österreich.
Das IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) ist
die Kompetenzstelle der Mineralölwirtschaft für Heizfragen. Seit 1989
als Verein organisiert, bündelt es die Interessen von
Heizölproduzenten und Brennstoffhändlern, Kessel- und Tankerzeugern,
Herstellern von Kaminsystemen und weiteren Unternehmen sowie
Institutionen im Umfeld des Heizsystems Ölheizung. Wichtigste Aufgabe
ist die öffentliche Darstellung der Vorteile der Ölheizung sowie die
Argumentation für die Ölheizung, speziell ihrer ökonomischen,
ökologischen und technologischen Vorteile.
OTS0208 2004-09-20/15:22
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