IWO-Österreich warnt: Irreführung der Heizungsbesitzer durch unseriöse "Heizkosten-Vergleiche"

Wien (OTS) -

  • Kostenvergleich macht nur zusammen mit Bedarfsvergleich Sinn
  • IWO-Österreich fordert Beachtung der ÖNORM für Heizungsvergleiche
  • Nur Vergleiche von unabhängigen Institutionen sind ernst zu nehmen

Immer öfter finden sich in den Medien so genannte "Heizkosten-Vergleiche", die bei näherem Hinsehen buchstäblich Äpfel mit Birnen vergleichen. Das IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) warnt ausdrücklich vor solchen Berechnungen: Die interessierten Heizungsbesitzer werden dadurch nicht informiert, sondern in die Irre geführt - oft durchaus mit Absicht, wie es scheint. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass sich diese Vergleiche in keinster Weise um die ÖNORM M 7140 für den Vergleich von Heizungssystemen kümmern?

Jüngster steirischer "Heizkosten-Vergleich" als Negativ- Beispiel

Jüngstes Beispiel ist der zuletzt publizierte Vergleich der Steirischen Landwirtschaftskammer, der - angesichts der wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder dieser Institution wenig überraschend - den Brennstoff Holz als besonders günstig ausweist. Dabei wurden jedoch offensichtlich Heizsysteme mit unterschiedlichen Wirkungsgraden verglichen. Durch die Verwendung der Bezeichnung "Verbrauch" wurde dies freilich verschleiert. Kein Wunder:
Hackschnitzelanlagen weisen gegenüber Öl- und Gasheizungen oft einen um bis zu 30% geringeren Wirkungsgrad auf, was das gesamte Kostenbild völlig verändert. Weiteres Problem: Ausgerechnet diese vergleichsweise ineffizienten Heizungen verursachen auch noch bei der Anschaffung empfindlich höhere Kosten.

IWO-Österreich fordert: Heiz-Kosten auf Basis des Bedarfs vergleichen

Brennstoffe sollten daher nach Ansicht des IWO-Österreich generell nur vor dem Hintergrund ihres Energieinhaltes bzw. aus einer einheitlichen Basis an zu erzielender Wärme verglichen werden. So sind zur Erzielung des gleichen Outputs an Wärme unterschiedliche Mengen der verschiedenen Brennstoffe nötig. Jeder seriöse Vergleich muss daher die reinen Kosten pro Mengeneinheit nach der benötigten Menge gewichten. Erst eine solche Berechnung liefert als Ergebnis die einzige für den einzelnen Heizungsbesitzer wirklich relevante Information: Wieviel kostet es, eine konkrete Wohnung bzw. ein Haus mit den verschiedenen Brennstoffen zu heizen - und welcher davon ist der günstigste?

Heizungs-Entscheidung: Langfristige Investition auch langfristig beurteilen

Da es sich bei der Entscheidung für einen bestimmten Brennstoff um eine langfristige Entscheidung handelt, sollten dafür auch die langfristigen Kosten als Grundlage herangezogen werden. Die Momentaufnahme zu einem bestimmten Stichtag ist wenig aussagekräftig und für den Konsumenten kaum verlässlich. Seriöserweise sollte für Kostenvergleiche zumindest die Preisentwicklung während eines Jahrzehnts herangezogen werden.

IWO-Österreich fordert ÖNORM-konforme Vergleiche

Am nähesten an den Bedürfnissen sind freilich Kostenvergleiche, die neben den Brennstoffen auch die Investitionskosten der Heizungsanlage berücksichtigen. So sind bei Biomasse-Einzelheizungen die Anschaffungskosten deutlich höher als bei einer Ölheizung. Sie konnten daher in der Vergangenheit durch den Brennstoff nicht aufgefangen werden. Genau darum definiert die ÖNORM M 7140 genaue Kriterien für den Vergleich von Heizungssystemen. Weil hier aber eine solche Berechnung die Ölheizung fast zwangsläufig als günstigstes System ausweisen muss (zuletzt in einer Berechnung des Österr. Energiekonsumenten-Verbandes), haben die anderen Marktteilnehmer kein Interesse daran, diese objektive Norm zu beachten.

Damit stellt sich die Frage nach der Absicht hinter den zuletzt publizierten Heizungsvergleichen: "Die meisten Vergleiche werden mit der fixen Absicht erstellt, einen bestimmten Brennstoff als den günstigsten erscheinen zu lassen. Den Konsumenten kann nur empfohlen werden, sich anzusehen, wer den jeweiligen Vergleich auf welcher Basis berechnet hat. Eine unahängige Institution - etwa der Österr. Energiekonsumenten-Verband - ist das "Gütesiegel" auf einem Heizkostenvergleich. Berechnungen hingegen, die eine Interessenvertretung für ihre Mitglieder anstellt, spiegeln eben nur die Interessen der jeweiligen Interessensgruppe wider, kaum aber die Interessen der Heizungsbesitzer", erklärt dazu Prof. Dr. Walter Tauscher, Energieexperte und Geschäftsführer des IWO-Österreich.

Das IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) ist die Kompetenzstelle der Mineralölwirtschaft für Heizfragen. Seit 1989 als Verein organisiert, bündelt es die Interessen von Heizölproduzenten und Brennstoffhändlern, Kessel- und Tankerzeugern, Herstellern von Kaminsystemen und weiteren Unternehmen sowie Institutionen im Umfeld des Heizsystems Ölheizung. Wichtigste Aufgabe ist die öffentliche Darstellung der Vorteile der Ölheizung sowie die Argumentation für die Ölheizung, speziell ihrer ökonomischen, ökologischen und technologischen Vorteile.

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