Zivildienst-Reformkommission: Erst verhandeln, dann Eckpunkte präsentieren

Gerechtigkeit für alle Zivildiener statt Lobbying für Trägerorganisationen

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Die Zivildienstreformkommission hat gerade erst zu tagen begonnen, und schon gibt Kommissions-Chef Fredy Mayer die Eckpunkte der geplanten Reform bekannt, obwohl darüber noch gar nicht verhandelt wurde", wundert sich der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder über die Aussagen Mayers in der Montagsausgabe der Tageszeitung "Kurier". Die ÖGJ fordert die Gleichstellung von Präsenz- und Zivildienst - und die sei mit den genannten Eckpunkten nicht gegeben.

Eder kann sich nicht vorstellen, dass die Reduktion von zwölf auf zehn Monate "eine breite Mehrheit finden" werde, wie das im Kurier zitiert wird. "Die jahrelang bestehende Ungerechtigkeit muss ein Ende haben, und das ist nur dadurch möglich, dass der Zivildienst parallel zum Präsenzdienst auf sechs Monate verkürzt wird", fordert der ÖGJ-Vorsitzende.

Gleichstellung müsse außerdem bedeuten, dass die Zivildiener vom ersten Tag ihres Zivildienstes an so viel verdienen müssen wie die Präsenzdiener. "Derzeit müssen sich die Zivildiener von einem Betrag ernähren, der einem besseren Taschengeld entspricht" - im Gegensatz zu den Soldaten, die in der Kaserne verköstigt werden.

"Bei den Aussagen von Fredy Mayer ist leider nicht ersichtlich ob er sie in seiner Funktion als Präsident der Reformkommission getätigt hat oder als Rotkreuz-Chef, der die Kosten seiner Organisation auch künftig minimieren will", sagt Jürgen Eder. Mayer sehe sich offensichtlich mehr als Lobbyist seiner Organisation denn als neutraler Reformer, der eine Lösung im Interesse aller Zivildiener anstrebt.(fk)

ÖGB, 20. September 2004 Nr. 597

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