Suchtpräventionsoffensive der Stadt Wien

Ab Herbst ist flächendeckende Suchprävention an Wiener Volksschulen möglich

Wien (OTS) - Eine Offensive in der Suchtprävention präsentierten Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a. Renate Brauner und der Wiener Drogenkoordinator MA Michael Dressel am Montag im Rahmen einer Medienkonferenz.

Die Suchtprävention ist fixer Bestandteil einer umfassenden Gesundheitsförderung und schließt Fragen des Drogen-, Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenmissbrauchs, sowie nicht substanzgebundene Süchte als gleichbedeutend mit ein. Sie erfordert eine ganzheitliche Sichtweise und muss im Rahmen eines pädagogischen Prozesses umgesetzt werden.****

"Gerade Bildungs- und jugendpolitische Maßnahmen bilden den notwendigen Handlungsrahmen. Suchtprävention darf aber nicht auf punktuelle Maßnahmen und Abschreckungsmethoden reduziert werden, sondern muss eine öffentliche Sensibilisierung erzielen und langfristig wirken", legte Renate Brauner die Grundsätze dar.

Darüber hinaus haben verschiedene Untersuchungen den deutlichen Wunsch der WienerInnen gezeigt, noch mehr Präventionsprogramme in den Bereichen legale und illegale Drogen zu haben. "Dieser Wunsch entspricht unserer Intention, frühestmöglich mit der Prävention zu beginnen. Auch in diesem Sinne steht unser Ansatz, ab Herbst auch an den Volksschulen eine flächendeckende Prävention einzuführen", so Renate Brauner. Gerade das Institut für Suchtprävention stelle hier eine zentrale Schnittstelle dar.

Institut für Suchtprävention im Fonds Soziales Wien

Das Institut für Suchtprävention (ISP) im Fonds Soziales Wien (FSW) ist das Kompetenzzentrum und die Kommunikationsdrehscheibe für suchtpräventive Aktivitäten und Projekte in Wien. Die MitarbeiterInnen haben für alle Alterstufen neue Suchtpräventionsprogramme entwickelt oder für Wien adaptiert.

Grundsätzliche Ziele bei der Umsetzung dieser Programme sind:
wissenschaftliche Fundierung, Bedarfsorientierung und Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit erreicht das Institut für Suchtprävention, indem es nicht nur am Verhalten der Menschen ansetzt, sondern auch an den Bedingungen und Strukturen in denen sie leben, lernen und arbeiten.

Stadträtin Brauner: "Seit vielen Jahren arbeitet die Wiener Drogenhilfe erfolgreich in allen Bereichen der Suchtprävention. Mit dieser Präventionsoffensive im Bereich der primären Vorbeugung sind wir ganz nahe an den Wünschen besorgter Eltern."

Suchtprävention an allen Wiener Volksschulen

"Eigenständig werden" ist ein Programm zur Suchtprävention und Gesundheitsförderung an Volksschulen. Hintergrund dieses Programms ist der von der WHO geforderte Lebenskompetenzansatz in der Erziehung, der auf die Stärkung der Persönlichkeit von SchülerInnen abzielt. Das Programm wurde vom IFT-Nord, Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung erstellt und wird teilweise durch die Mentor-Stiftung, den Fonds Gesundes Österreich sowie den FSW finanziert. Es wird nach dem "train the-trainer"-Modell vorgegangen:
In Kooperation mit Fortbildungseinrichtungen wie dem Pädagogischen Institut und dem Verein Dialog werden LehrerInnen in mehrtägigen Schulungen mit den Grundsätzen suchtpräventiver Arbeit vertraut gemacht. "Eigenständig werden" wird bereits in über 30 Wiener Volksschulen umgesetzt und wird ab Herbst 2004 über LehrerInnen-Fortbildungen allen Wiener Volksschulen zur Verfügung stehen.

Drogenkoordinator Dressel: "Wir haben die Möglichkeit, in Wien modernsten "State of the Art" der Suchtprävention umzusetzen. Die Programme, die wir entwickelt und ergänzt haben, basieren auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zur Umsetzung steht im ISP ein multiprofessionelles Team zur Verfügung.
Ich weiß aus Gesprächen mit BürgerInnen und vor allem Eltern in den Bezirken, dass Suchtprävention ein wichtiges Thema ist. Diesem Thema wollen wir uns im neuen Schuljahr noch stärker als schon bisher widmen."

Weitere Projekte der Suchtprävention in Wien

o "Miteinander Leben"

Ziel von "Miteinander Leben" ist es, all jene Personen, die professionell mit Kindern und Jugendlichen ab der 5. Schulstufe arbeiten, zu systematischen suchtpräventiven Aktivitäten in ihrem jeweiligem Arbeitsfeld zu veranlassen. Das Projekt wird in Form einer Fortbildungsreihe im Bezirk umgesetzt. Zielgruppen sind MultiplikatorInnen, Eltern, politisch Verantwortliche und MitarbeiterInnen in lokalen Initiativen.

o "Generation E" - Werkstatt für kreative Elternarbeit

"Generation E" ist ein Produktentwicklungsprojekt, in dem suchtpräventive Angebote für die ganze Familie entwickelt und in standardisierter Form ausgearbeitet werden.
Allgemeine Zielsetzung des Projekts ist die Förderung einer gesunden und kreativen Lebensgestaltung bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Familie, unter anderem mit dem Ziel der Verhinderung einer Suchtentwicklung.

o "Schultüte"

Die "Schultüte" bietet Eltern, die sich in Erziehungsfragen unsicher fühlen, einen Leitfaden mit Anregungen für verschiedene Handlungsmöglichkeiten. Wie Grenzen setzen? Wie Freiräume ermöglichen? Fragen, auf die nicht immer die Antworten parat sind. Dennoch kann der Umgang mit dem daraus resultierenden elterlichen Verhalten Auswirkungen beim Entwickeln von Sucht haben. Auf der Homepage von schultuete.at können interessierte Eltern auch Fragen an ExpertInnen richten.

o MultiplikatorInnenausbildung

Im Rahmen der Ausbildungsmaßnahmen für MultiplikatorInnen werden im Jahr 2004 vom Institut für Suchtprävention folgende Schwerpunkte gesetzt: Fortbildung für MitarbeiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit. MitarbeiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit (z.B. Jugendzentren) werden im Rahmen eines Lehrgangs Kompetenzen zu den Themen Sucht, Drogen und Suchtprävention vermittelt.

o Kooperation mit der MAG ELF

Im Rahmen einer Kooperation mit der MAG ELF werden MitarbeiterInnen der Magistratsabteilung durch das Institut für Suchtprävention personalkommunikative und strukturelle Inhalte und Fähigkeiten aus dem Bereich der Suchtprävention vermittelt. Die MitarbeiterInnen werden nach Abschluss der Fortbildungsreihe in ihrer alltäglichen Praxis noch kompetenter auf gefährdete, konsumierende und/oder suchtkranke Kinder, Jugendliche und deren Eltern eingehen können.

o Betriebliche Suchtprävention im Lehrlings- und im Erwachsenenbereich

Im Rahmen der Betrieblichen Suchtprävention sollen Betriebe aktiv angesprochen und das Bewusstsein für den Nutzen von Präventionsaktivitäten geweckt werden. Ziel ist, Unternehmen, die an betrieblicher Suchtprävention interessiert sind, durch Marketing-/PR-Maßnahmen für die gemeinsame Entwicklung sowie Durchführung struktureller Maßnahmen und Schulungsmaßnahmen im Bereich betrieblicher Suchtprävention/Gesundheitsförderung zu gewinnen. (Schluss) brc

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