VP-Salcher: Mailath-Pokorny setzt mit Ronacher Umbau falschen kulturpolitischen Schwerpunkt

VP-Tschirf überlegt Einschaltung des Rechnungshofes

Wien (VP-Klub): "Ich halte die Millionen Investitionen in das Ronacher für eine falsche kulturpolitische Schwerpunktsetzung, weil hier sehr viel Geld in eine Sparte investiert wird, die eine ungewisse Zukunft hat und sich zumindest teilweise selbst finanzieren sollte. Die 47 Millionen Euro Umbaukosten sowie die folgenden Betriebskosten sind Steuergelder, die weitaus sinnvoller zur Stärkung des Kulturstandortes Wien eingesetzt werden könnten", betont heute der Wiener VP-Kultursprecher, LAbg. Andreas Salcher, anlässlich einer Pressekonferenz.

VP-Klubobmann Tschirf: "Diese enorme Investition ist ein weiteres Zeichen des sorglosen Umgangs mit Steuergeldern. Laufend werden von der SP-Stadtregierung Tarife und Gebühren erhöht, auf der anderen Seite verschwindet Geld in unkontrollierbaren sozialistischen Kolchosenbetrieben." Tschirf erinnert an das Finanzdebakel im Rabenhof und der Josefstadt und kündigt Gespräche mit den anderen Oppositionsparteien hinsichtlich einer Rechnungshofprüfung des Ronachers an.

Am Donnerstag soll im Gemeinderat die Kreditfinanzierung des Umbaus beschlossen werden. SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny wird sich den Maximalrahmen von 46,8 Millionen Euro genehmigen lassen. Dennoch sieht er darin - wie er zuletzt in einer APA Meldung vom 2. September betonte - keine Budgetüberschreitung und auch keine Kostenexplosion. "Das muss der Stadtrat dem Steuerzahler erklären:
Denn wenn geplante 34,1 Millionen Euro Umbaukosten durch die gewählte Art der Finanzierung auf fast 47 Millionen anwachsen, ist das eine Steigerung von immerhin 30 Prozent. Detaillierte Kostenschätzungen liegen anscheinend nicht vor oder wurden der Opposition bis dato nicht übermittelt. Auch die Studie von Jörg Koßdorff, Intendant der Vereinigten Bühnen Graz, welche die Umbaukosten mit 34,1 Millionen Euro beziffert, ist ein gut behütetes Geheimnis in der MA 7. Dass das Geld nicht aus dem laufenden Kulturbudget kommt - was ständig betont wird - ist auch klar. Denn wenn der Kulturstadtrat Gelder dieser Größenordnung abzieht, würde er in starken Argumentationsnotstand bei den Kulturschaffenden kommen, von denen einige das Ronacher Projekt übrigens sehr kritisch sehen", so Salcher weiter.

Zusätzlich 40 Millionen Euro Betriebskosten

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Problematik der laufenden Kosten. Der Umbau werde zwei Jahre dauern, in dieser Zeit werde es keinen Spielbetrieb geben. "Im Jahr 2007 stehen uns dann zwei Musicalbühnen mit enormen Betriebskosten zur Verfügung. Die Subvention aus dem Kulturbudget für die Bespielung der Vereinigten Bühnen Wien wird ab 2007 jährlich etwa 40 Millionen Euro betragen. Und das bei einem Programm, das keiner kennt."

Wien zur Stadt der besten Filmausbildung Europas machen

"Ich bin dafür, Musicals in Wien zu zeigen. Es gibt dafür ein Publikum und es soll auch eine Bühne dafür geben, nämlich das Raimundtheater. Ich schlage vor, einen Bruchteil des Umbau-Geldes in das Ronacher zu investieren und dort kleinere Produktionen und Kabarettisten zu zeigen, wie das schon bisher der Fall war. Das verbleibende Geld soll in die Filmausbildung investiert werden. Mit der Errichtung einer Fachhochschule für Film- und Medienausbildung könnte Wien zur Stadt mit der besten Filmausbildung werden. Anscheinend will sich Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny aber mit dem Ronacher Umbau ein Denkmal setzen. Anders ist nicht zu erklären, warum er für sachliche Argumente nicht zugänglich ist", so der VP-Wien Kultursprecher abschließend.

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