Kreditgeschäft: Banken lehnen Vorschlag der Finanzmarktaufsicht zu Mindeststandards ab

Klassisches Beispiel für Überregulierung - bedeutet Verschärfung der Basel II-Umsetzung

Wien (PWK634) - Die Bundeskreditsparte der Wirtschaftskammer Österreich lehnt den von der Finanzmarktaufsicht (FMA) vorgelegten Entwurf für Mindeststandards für das Kreditgeschäft ab und hält dazu fest, dass auch die zwischenzeitlichen Überlegungen der FMA zur Verbesserung des bisherigen Vorschlages nicht ausreichen, um diese Bedenken zu zerstreuen, kritisiert Geschäftsführer Dr. Herbert Pichler in der Stellungnahme der Bundeskreditsparte zu den Mindestanforderungen.

"Die Mindeststandards stellen ein klassisches Beispiel für Überregulierung und überzogenen bürokratischen Zusatzaufwand dar, der in unternehmerische Abläufe und Organisation eingreift und die bevorstehenden Umsetzungsprobleme von Basel II verschärfen würde", betont Pichler. Der vorliegende Entwurf der Mindeststandards für das Kreditgeschäft greife tief in die Aufbau- und Ablauforganisation von Banken ein und verstärke die formalistischen Tendenzen im Kreditgeschäft, wonach die Automatisierung des Kreditgeschäftes zu deutlich hervorgehoben wird.

Darüber hinaus kritisiert die Bundeskreditsparte das Konzept der Trennung "Markt/Marktfolge" im Hinblick auf die Gesamtverantwortung des Vorstandes als alleiniges Organisationskonzept. Ebenso bestünden erhebliche Zweifel über die rechtliche Basis für die Herausgabe derartiger Mindestanforderungen.

Pichler macht aufmerksam, dass die vorgesehenen Dokumentationen und Berichtpflichten umfassende Kapazitäten erfordern würden und insbesondere für kleine und mittlere Banken im Hinblick auf die Betriebsgröße sowie Art und Umfang der Geschäfte weit überzogen wären.

Aus Basel II und zusammenhängenden EU-Regelungen werden Änderungserfordernisse auch in den von den Mindestanforderungen betroffenen Bereichen erwartet. Nachhaltige kostenintensive Änderungen im Kreditgeschäft schon im Vorfeld aufzubauen, hätten einen mehrmaligen Änderungsbedarf zur Folge, so der Bundesgeschäftsführer abschließend. (Ne)

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