Bischof Sturm: Situation wie in St. Pölten in evangelischer Kirche "undenkbar"

Wien (epd Ö) - Entschieden zurückgewiesen hat der Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche, Mag. Herwig Sturm, die Aussagen von Dr. Ewald Stadler, wonach die evangelischen Kirchen die gleichen Probleme hätten mit der Bewältigung der Sexualität wie die römisch-katholische Kirche (ORF-Sendung "offen gesagt" vom 19. September).

Die Stellungnahme des lutherischen Bischofs hat folgenden Wortlaut:

1. Die Reformatoren haben die Sexualität als wesentliche Kraft der menschlichen Beziehungen und als Gabe Gottes ernst genommen und die Verpflichtung der Priester zur Ehelosigkeit aufgehoben. Evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer wählen in eigener Verantwortung die Gestalt, in der sie ihre Sexualität leben.

2. In den evangelischen Kirchen werden alle Ämter durch Wahl der zuständigen Gremien besetzt und können von denselben Gremien wieder enthoben werden. Eine Handlungsunfähigkeit und Ohnmacht, wie wir sie derzeit in der Diözese St. Pölten erleben, ist in der evangelischen Kirche undenkbar.

3. Evangelische Menschen sind fehlbar wie alle anderen auch. Unsere Kirche hat sich in der Ordnung des geistlichen Amtes und in der Disziplinarordnung klare Regeln gegeben, um bei Unregelmäßigkeiten aller Art rasch und konsequent handeln zu können. Die Würde jedes Menschen, der Schutz gerade der Schwachen in unserer Gesellschaft und das Bemühen, die Botschaft des Evangeliums auch im Leben zu bewähren, haben in unserer Kirche oberste Priorität.

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