Piercings: Cool, aber nicht ungefährlich

Hamburg (OTS) - Pink tut es, Robbie Williams tut es, Lenny Kravitz tut es und Stefan Kretschmar tut es. Viele coole Musiker und Szene-Sportler lassen sich piercen und auch für deutsche Schulkinder ist das Piercing inzwischen fast so normal wie Ohrringe oder eine Halskette. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, solange die jungen Leute nicht sich selbst und andere gefährden. Die Zahl der Unfälle, die durch Piercings im Schulunterricht verursacht wurden, hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dr. Stefan Hussy, Leiter der Präventionsabteilung des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover, rät Sportlehrern deshalb, darauf zu achten, dass die Kinder ihre Piercings während des Sports entfernen oder abkleben:

O-Ton 20 sec.: "Piercings gehören nicht in den Sportunterricht, denn sie stellen eine Verletzungsgefahr für den Gepiercten, aber auch für seine Mitschüler dar - das gilt übrigens auch für Uhren und Schmuck. Der Sportlehrer ist für die Sicherheit verantwortlich und ich rate ihm, Schüler dann vom Unterricht auszuschließen, wenn sie nicht auf die Schmuckstücke verzichten können beziehungsweise sie ablegen können."

In Österreich hat die Regierung bereits auf die Unfallgefahr durch Piercings reagiert. Das dortige Unterrichtsministerium verbot im letzten Herbst das Tragen von Piercings während des Sportunterrichts. Auch in Deutschland sind Verbote denkbar, allerdings erst als letztes Mittel:

O-Ton 19 sec. "Wir setzen aber auf Information der Jugendlichen, und hoffen auch auf eine Vorbildfunktion von bekannten Sportlern, die ja auch das vorleben und ihre Piercings oder Schmuckstücke abtapen. Als Beispiel dafür kann man ja die letzte Europameisterschaft im Fußball sehen, wo ein, denke ich, Idol wie Christiano Ronaldo aus Portugal das ja sehr gut vorgelebt hat und sich seine Schmuckstücke an den Ohren abgetapet hat."

Susanne Woelk von der Aktion DAS SICHERE HAUS weiß, bei welchen Sportarten die Gefährdung durch Piercings besonders hoch ist:

O-Ton 17 sec. "Wer sich viel bewegt, fördert die Reibung an bestimmten Stellen, und das kann zu Entzündungen führen, besonders eben an gepiercten Stellen, die noch nicht ganz verheilt sind. Einige Sportarten wie zum Beispiel das Joggen sind auch mit Piercings unproblematisch, aber bei Mannschafts- oder auch bei einigen Ballsportarten können Piercings zum Risiko werden."

Wer Fragen zu den gesundheitlichen Risiken durch Piercings hat, sollte sich zunächst an seinen Hausarzt wenden. Auch unter http://www.netdoktor.de finden Sie zahlreiche Informationen.

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ots-Originaltext: Aktion Das Sichere Haus

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Dr. Stefan Hussy, GUV Hannover
Tel: +49 (0)511 / 8707-215

Dr. Susanne Woelk, Aktion DAS SICHERE HAUS
Tel.: +49 (0)40 / 29 81 04 62

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