Chancen bei Früherkennung: Rheuma ist keine Alterskrankheit

Stuttgart (OTS) - Moderation (Stationcall/Uhrzeit) Jeder
hundertste Deutsche, so schätzen Ärzte, hat Rheuma - medizinisch gesagt: rheumatoide Arthritis. Und das heißt für viele oftmals Tag und Nacht höllische Schmerzen in den Gelenken. Und weil die Glieder steif sind, wird jeder Handgriff zum quälenden Geschicklichkeitsspiel:

Umfrage: Ja, ich habe Rheuma, meine Mutter hat ebenfalls Rheuma und meine Schwester auch. Und meine Schmerzen sind so stark, dass ich nachts davon aufwache.../...Also, Schmerzen verspüre ich natürlich in den Händen, in den Zehen und bestimmte Bewegungen ausübend - das ist natürlich dann schmerzhaft.../...Also, ich bin selbst nicht betroffen, habe aber einen Onkel, der ganz schlimm Rheuma in den Fingergelenken hat und der muss immer einen Nussknacker benutzen, wenn er zum Beispiel eine Flasche so mit Drehverschluss aufdrehen möchte, weil ihm das sonst zu weh tut.

Moderation

Am Telefon hab ich jetzt Dr. Wolfgang Bolten. Sie sind Facharzt für rheumatische Beschwerden und fordern mehr Aufklärung, weil viele viel zu spät zum Arzt gehen. Was sind typische Symptome und warum ist gerade bei Arthritis die Früherkennung so wichtig?

O-Ton

Die rheumatoide Arthritis ist eine ganz spezielle rheumatische Erkrankung - eine entzündliche rheumatische Erkrankung, die den ganzen Körper betreffen kann und die vor allem an den kleinen Fingergelenken der Hände anfängt. Die Erkrankung ist chronisch, die Erkrankung verläuft über viele Jahre, die Erkrankung ist unheilbar. Wenn man verhindern will, dass es zu Zerstörungen der Gelenke kommt, dann muss man das ganz früh machen. Man muss dann sofort mit einer Therapie anfangen und dann hat man eine gute Chance, dass es nicht zu diesen Zerstörungen der Gelenke kommt.

Moderation

Viele denken, dass rheumatoide Arthritis eine Alterskrankheit ist. Stimmt das?

O-Ton

Die rheumatoide Arthritis ist nicht wie die Arthrose - eine Krankheit, die erst in höherem Alter auftritt - sie ist eine Krankheit, die schon bei Kindern vorkommen kann, und die rheumatoide Arthritis kommt am häufigsten bei jungen Erwachsenen vor - so um die 30, 40 Jahre herum. Und die meisten Veränderungen treten innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Ausbruch auf. Deswegen ist es so außerordentlich wichtig, dass wir ganz früh diese Erkrankung schon erkennen und behandeln. Denn was in der Therapie am Anfang versäumt wird, das lässt sich über die lange Frist nicht wieder gut machen.

Moderation

Was wissen denn die Forscher über die Ursachen? Kann man rheumatoide Arthritis zum Beispiel durch eine gesunde Lebensführung vorbeugen?

O-Ton

Die Ursache dieser rheumatischen Erkrankung ist leider nicht bekannt, man weiß aber, dass viele Menschen veranlagt sind und dass ein Auslöser dazu führt, dass diese Erkrankung dann auch zum Vorschein kommt. Der Auslöser, das können Virusinfekte sein, das können bakterielle Infekte sein, das können hormonelle Störungen sein, Vorbeugung ist vor einem solchen Hintergrund natürlich kaum denkbar.

Moderation

Wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten aus? Gibt es da neue Entwicklungen?

O-Ton

Zuerst einmal ist ganz klar, wir müssen die Schmerzen beseitigen. Das können wir mit herkömmlichen Anti-Rheumatika machen, aber dann, und das ist außerordentlich wichtig, müssen wir dafür sorgen, dass die Erkrankung nicht weiter fortschreitet. Und da gibt es neue Entwicklungen - die Biologika. Mit diesen Biologika können wir den Immunprozess bremsen, der ja die Ursache für dieses ganze Geschehen ist. Dann schreitet die Krankheit nicht weiter fort. Entzündungen, Schmerzen werden seltener auftreten, Schübe treten seltener auf und die Funktion der Gelenke bleibt erhalten.

Moderation

Dr. Wolfgang Bolten, Facharzt für rheumatische Beschwerden, vielen Dank. Und wer mehr zum Thema wissen will: Infos gibt's zum Beispiel im Internet unter http://www.bewegende-momente.de (Stationcall/ Uhrzeit).

ots-Originaltext: Schlenker public relations

Audio(s) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Audio Service, sowie im OTS Audioarchiv unter http://audio.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Schlenker public relations
Telefon: +49 (0)711/649730
redaktion@schlenker-pr.de

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAA0001