Chronische Hepatitis C - Erkennen, Abklären, Heilen

Wien (OTS) - Am 17. September 2004 gaben Experten in einem Satelliten-Symposium im Rahmen der 35. Jahrestagung der Ges. f. Innere Medizin einen Überblick über die spezifische Situation der Hepatitis C in Österreich. Dabei wurden u. a. neue Therapiekonzepte und Erkenntnisse vorgestellt und die Gründe für die Stigmatisierung der Betroffenen thematisiert.

Heimtückische Krankheit mit schleichendem Verlauf

"Typisch für diese Erkrankung ist, dass sie keine typischen Symptome aufweist. So bleibt die HCV Virusinfektion meist Jahre oder Jahrzehnte unbemerkt und nimmt dann in 80% aller Fälle einen chronischen Verlauf" so OA. Dr. Franz Hackl, vom Krankenhaus der Elisabethinen Linz.

Möglichen Langzeitfolgen einer unbehandelten Hepatitis C:
Leberzirrhose, die zu einem Leberkarzinom oder Leberversagen führen kann. Univ.-Prof. Dr. Markus Peck-Radosavljevic, AKH Wien: "Rund 90.000 Österreicher haben Hepatitis C. Ein Großteil, ohne es zu wissen."

Hepatitis C wird nur durch Blut übertragen

"Die Diagnose Hepatitis C bedeutet für die Betroffenen oft eine Stigmatisierung", so Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Vogel, Med. Universität Innsbruck, "Das Allgemeinwissen zur Hepatitis C ist durch Sensationsmeldungen zur möglichen Gefährlichkeit und dem Risiko der Übertragung geprägt. Vor diesem Hintergrund wirkt die häufig mangelhafte Kenntnis mancher Ärzte zur Problematik besonders schwerwiegend."

Univ.-Prof. Dr. Petra Munda, AKH Wien: "Die Menschen sind verunsichert. Ich bin oft mit Fragen wie 'Darf ich meinem Enkerl noch ein Busserl geben' oder 'Muss ich mein Verhalten im täglichen Leben ändern?' konfrontiert. Dabei erfolgt die Übertragung nur durch Blut. Im alltäglichen sozialen Umgang besteht keine Ansteckungsgefahr!"

Abklären selbst bei geringstem Verdacht

Hat ein Mensch erhöhte Leberwerte, sollte der behandelnde Arzt unbedingt an das eventuelle Vorliegen einer chronischen Hepatitis C denken. Eine serologische Untersuchung auf HCV-Antikörper (ELISA-Test) bzw. der direkte Virusnachweis (durch virale Nukleinsäure) im Blut mittels PCR-Test schaffen Klarheit.

Univ.-Prof. Dr. Michael Trauner, Med. Universitätsklinik Graz:
"Eine Leberbiopsie ist für die Diagnosestellung nun nicht mehr nötig, sondern dient ausschließlich der Abschätzung des Schweregrades der Lebererkrankung und wird zumeist nur noch bei Patienten mit einem Virus vom Genotyp 1 und 4 empfohlen."

Hervorragende Heilungschancen bei frühzeitiger Therapie

Univ.-Prof. Dr. Peter Ferenci, AKH Wien: "Die Therapie der chronischen Hepatitis C hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend geändert. Heute ist die Kombination von pegyliertem Interferon alfa, z.B. PEGASYS(R), mit Ribavirin, z.B. COPEGUS(R), der Therapiestandard."

Durch die sog. Pegylierung wird der Abbau des Medikamentes im Blut verlangsamt. Die neuen pegylierten (alfa) Interferone sind daher länger wirksam und müssen - im Gegensatz zu den "alten" nicht-pegylierten - nur 1x statt 3x pro Woche gespritzt werden. Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen werden dadurch bedeutend geringer.
Durch diese Neuentwicklungen konnte die Heilungsrate von Hepatitis C in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert werden. Vor allem die bisher schwer behandelbaren Gruppen der mit dem Genotyp 1- (= die häufigste Untergruppe in Österreich) oder Genotyp 4-Virus infizierten Patienten profitieren von der neuen Therapie.

Prof. Ferenci: "Und je früher therapiert wird, desto besser sind die Heilungschancen, da die Ansprechraten mit zunehmendem Alter abnehmen!"

Die Aussagen des Symposiums auf einen Blick

Praktisch alle Genotyp 2 oder 3 Patienten können mit der modernen Kombinations-Therapie von pegyliertem Interferon alfa mit Ribavirin geheilt werden.

Von den Genotyp 1 Infizierten sind es laut österreichischen und internationalen Daten 50%, die dauerhaft geheilt werden können! Daher: Die Therapie der Hepatitis C zahlt sich durchaus aus - sowohl aus gesundheitlicher als auch ökonomischer Sicht. Es müssen Anstrengungen unternommen werden, die Patienten frühzeitig zu identifizieren und sobald wie nur möglich einer - individuell maßgeschneiderten - Therapie zuzuführen.

Abstracts der ReferentInnen unter:
http://www.hepatitisC.steinringer.at, Username: Presse
Passwort: Presse

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Barbara Urban
medical media consulting
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Dr. Christine Wurmbrand
Roche Austria GmbH
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