Start der Europäischen Mobilitätswoche in Wien

Verkehrsstadtrat Schicker stärkt mit dem Masterplan Verkehr für Wien den umweltfreundlichen Verkehr

Wien (OTS) - Im Rahmen des "Autofreien Tages" sollen die Städte
die Chance nutzen, um mit geeigneten Maßnahmen den motorisierten Individualverkehr einzudämmen und die Bevölkerung zur verstärkten Nutzung von umweltgerechten Formen der Fortbewegungsarten anzuspornen.

"Es gilt, der Bevölkerung die Auswirkungen ihrer spezifischen Verkehrsmittelwahl ins Bewusstsein zu rufen", betont dabei Stadtrat Schicker. Ein einziger Tag reiche aber nicht aus, um all das umzusetzen. Deshalb werden die Aktivitäten vieler europäischer Städte auf eine ganze Woche ausgedehnt und als "European Mobility Week" präsentiert. Als europaweites Motto für 2004 wurde "Safe Streets for Children - Sichere Straßen für Kinder" gewählt.

In Wien soll gemäß dem Masterplan Verkehr die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 halbiert werden. Ziel der Europäischen Mobilitätswoche sei es, die Risiken im städtischen Straßenverkehr zu reduzieren und den Zusammenhang zwischen der Verkehrsmittelwahl und den Unfallzahlen vor allem bei Kindern und jungen Menschen zu verdeutlichen. "Das heurige Thema bietet den Städten eine gute Gelegenheit, neue Partnerschaften mit Schulen einzugehen", ist Schicker überzeugt. "Die Europäische Mobilitätswoche will auch dazu beitragen, städtische Mobilitätsprobleme längerfristig zu lösen, denn die jungen Menschen werden durch ihre Entscheidung zwischen dem Auto oder dem Umweltverbund die Zukunft bestimmen", so der Verkehrsstadtrat weiter. Neu sei deshalb auch, dass die von den teilnehmenden Städten zu unterschreibende Charta eine Verpflichtung enthält, Initiativen für dauerhafte Maßnahmen zu setzen.

Förderung des Fuß-, Rad- und Öffentlichen Verkehrs

Ein wichtiges Ziel des Masterplan Verkehr für Wien ist die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs von 35% auf 25% bis 2020 zugunsten des öffentlichen Verkehrs, des Radverkehrs und der FußgängerInnen:

Schon heute ist die 4. Ausbaustufe der U-Bahn in Planung, damit ein nahtloser Übergang von der derzeitigen 3. Ausbaustufe erfolgen kann. Auch die tangentialen Straßenbahnlinien werden in Wien massiv ausgebaut. Dem öffentlichen Verkehr in der Stadt wird durch die Schaffung von Busspuren, die Errichtung eigenständiger Gleiskörper und die Einflussnahme auf die Ampelschaltungen weiter Vorrang eingeräumt.

Der Anteil des Radverkehrs soll bis 2010 auf 8% verdoppelt werden. Bis 2008 werden dafür 30 Millionen Euro in den Radverkehr investiert, das Radwegenetz soll bereits bis 2006 auf 1000 km anwachsen.

Die Attraktivität des Zu-Fuß-Gehens soll durch vorgeschriebene Mindestgehsteigbreiten von 2 m, durch die Beseitigung von Barrieren, durch die Schaffung ertastbarer und akustischer Leitsysteme und längere Grünzeiten erhöht werden.

"Die Verbesserungen der Umweltbedingungen sind somit ein durchgängiges Prinzip des gesamten Masterplans, reduzieren bzw. stabilisieren sie doch die KFZ-Fahrleistungen, mit denen die CO2-Emissionen aus dem Sektor Verkehr ja unmittelbar zusammenhängen", unterstreicht Stadtrat Schicker. Es zeige sich, dass die Erreichung der Umweltziele in hohem Maß von rechtlichen Regelungen (schärfere Grenzwerte in Folge technischer Innovationen), Lenkungsinstrumenten (Gebühren, Steuern, Tarife) sowie der Beeinflussung des Verkehrsverhaltens (Bewusstseinsbildung, Mobilitätsmanagement und Maßnahmen für den ruhenden Verkehr) abhängig sei.

Gerade im Bereich der Bewusstseinsbildung und einer darauf abgestimmten Öffentlichkeitsarbeit resultiere durch den Masterplan Verkehr einiges an Maßnahmen, wie etwa die Weiterentwicklung der Parkraumbewirtschaftung anhand des Pilotprojektes Stadthalle im 15. Bezirk, die Einführung des betrieblichen Mobilitätsmanagements im Amtshaus Niederhofstraße oder die aktive Teilnahme an der Europäischen Mobilitätswoche 2004.

Schickers Forderungen zur Senkung der Treibhausgase

Neben den bewusstseinsbildenden Schritten seien auch technologische Maßnahmen in Verbindung mit rechtlichen Regelungen notwendig, um speziell die Treibhausgase im Verkehrsbereich zu reduzieren:

Laut Schicker würden für PKW, LKW und Busse bereits mehrere EU-Richtlinien bestehen, die Abgasemissionsgrenzwerte ("Euro-Normen") für konventionelle Schadstoffe festlegen. Für den Ausstoß von CO2 gäbe es derzeit lediglich Empfehlungen der Kommission, einen Grenzwert für neu zugelassene PKW bis spätestens 2010 festzulegen. "Als wichtiger Schritt zur Verringerung der Treibhausgase ist somit auf EU- und Bundesebene die Einführung verbindlicher CO2-Grenzwerte für PKW, LKW und Busse notwendig", fordert der Verkehrsstadtrat.

Ebenso seien die Emissionen von Maschinen und Geräten in einer EU-Richtlinie geregelt, wobei hier weitaus höhere Emissionen als bei PKW’s oder LKW’s zugelassen wären. In Verbindung mit der langen Lebensdauer und der somit geringeren Flottenerneuerung würde dieser Sektor damit immer mehr an Bedeutung gewinnen. "Somit ist ebenfalls für Off-Road-Maschinen und Geräte eine Angleichung an die Emissionsgrenzwerte für PKW und LKW erforderlich und es müssen auch hier verbindliche CO2-Emissionsgrenzwerte festgelegt werden", ist Schicker überzeugt.

Auch sei für Off-Road-Geräte nach der Typisierung keine weitere Überprüfung mehr vorgesehen. Dies könne dazu führen, dass der Treibstoffverbrauch im Laufe der Zeit deutlich zunimmt. "Aufgrund der langen Lebensdauer von Off-Road-Geräten müssen ebenso wie für PKW und LKW ständig wiederkehrende Pickerl-Überprüfungen vorgeschrieben werden", unterstrich Stadtrat Schicker.

Letztendlich fordert der Verkehrsstadtrat eine möglichst rasche Einführung des Partikelfilters für Dieselfahrzeuge. Der enorme Anstieg dieselbetriebener Autos erfordere dabei eine flächendeckende Einführung dieses Filters, um die vereinzelten Maßnahmen der Automobilhersteller zu ergänzen. Hierbei käme dem Umweltminister eine tragende Rolle zu, schloss Schicker.

Weitere Informationen zu dem Thema:

o Verkehr: http://www.wien.gv.at/index/verkehr.htm o Start der Europäischen Mobilitätswoche in Wien: http://www.wien.gv.at/spezial/mob/

(Schluss) kel

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