Cartellverband fordert internen Numerus Clausus für die Zulassung zum Magister- und Doktoratsstudium

Anrechnung von ehrenamtlichem Engagement und Qualitätssicherung an den FHs sind weitere Anliegen

Wien (OTS) - Das frischgewählte Präsidium des Cartellverbandes präsentierte heute, Donnerstag, im Rahmen eines Pressegesprächs, seine bildungspolitischen Forderungen. Als größter Studenten- und Absolventenverband des Landes läßt der ÖCV mit einem Vorschlag aufhorchen, der die exorbitante Drop-out-Rate an den Unis senken und die Absolventenquote gleichzeitig steigern würde. "Die 3-Gliedrigkeit des Studiums muss dahingehend ausgebaut werden, dass man sich nach dem Bakkalaureat für das Magisterium qualifizieren muss und ebenso nur die Besten zum Doktorat zugelassen werden", erläutert ÖCV-Präsident Johannes Eitzinger. Ein interner Numerus-Clausus soll dafür sorgen, dass es viele Akademiker mit einer Basisausbildung gibt (Bakkalaureat), dem Arbeitsmarkt angemessen genügend Akademiker mit tiefer gehendem Wissen (Magisterium), und einige Doktoren die sich tendenziell der Wissenschaft widmen. Die Universitäten sollten autonom entscheiden können, wie sie diesen Numerus Clausus einsetzen. "Man kann einen festgelegten Notenschnitt, eine bestimmte Anzahl von Plätzen für den zweiten und dritten Teil des Studiums oder eine Anzahl von zu erreichenden ECTS-Punkten für diese Entscheidung heranziehen", meint Eitzinger.

Im Rahmen dieses "Bonuspunktesystems" schlägt der ÖCV auch eine Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement in studentischen Organisationen vor. "Viele Fähigkeiten erwerben Studenten außerhalb der Uni-Betriebes, durch ihre Bereitschaft in der Zivilgesellschaft Leistungen unentgeltlich zu erbringen.", betont der ÖCV-Präsident. Da dies ein wichtiger Teil der Aus- und Persönlichkeitsbildung sei, solle es auch in Form von Bonus ECTS-Punkten anerkannt werden.

Dabei drängt sich die Forderung nach einem endgültigen Umstieg von den althergebrachten Semesterwochenstunden zu dem European Credit Transfer System (ECTS), auf. "Im Moment werden beide ‘Leistungswährungen’ verwendet, bzw. von manchen Studienrichtungen sogar nur die alten Wochenstunde. Dadurch wird nur Verwirrung gestiftet und Vergleiche werden verzerrt", so Eitzinger.

Abschliessend kritisiert der Cartellverband den "Wildwuchs der letzten Jahre in der heimischen Fachhochschullandschaft". Die Zahl der Studiengänge sei zuletzt regelrecht explodiert, die Zahl der Bewerber jedoch nur ungleich hoch angestiegen. "Das führt zwangsläufig zu einem Qualitätsverlust, den die Absolventen am Arbeitsmarkt zu spüren bekommen", erklärt Eitzinger und rechnet vor:
"Die Arbeitslosigkeit der FH-Absolventen ist im Vorjahresvergleich um 37,7% Prozent gestiegen". Der ÖCV fordert daher schärfere Regeln für die Akkreditierung neuer Studiengänge sowie ein Qualitätsmanagementsystem. Denn "gerade im Bereich der Fachhochschulen muss das Credo ‘Qualität vor Quantität’ gelten", schliesst Eitzinger. (Schluss)

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