Österreichs Hochschulen auf der Überholspur

Landertshammer relativiert OECD-Kritik an der Akademikerquote

Wien (PWK625) - Die in regelmäßigen Abständen auftauchende Kritik an der im OECD-Vergleich geringen Akademikerquote Österreichs müsse zwar als Herausforderung an das heimische Hochschulwesen akzeptiert werden, doch seien bereits in der Vergangenheit von der Bundesregierung viele richtige Weichenstellungen vorgenommen worden, die erst im Laufe der nächsten Jahre wirklich greifen werden, betont der Leiter der bildungspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Michael Landertshammer.

Als Beispiel nennt er die laufende Umstellung der traditionellen Langzeitstudien auf die neuen, gestuften Abschlüsse, die bereits nach einem sechssemestrigen Studium einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss ermöglichen. Landertshammer erwartet sich von dieser europaweiten Anpassung der Hochschulabschlüsse nicht nur mehr Transparenz für Studienwähler und Arbeitsmarkt, sondern auch eine generelle Anhebung beim Studienerfolg und eine verstärkte inhaltliche Bezugnahme der Studienangebote auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes.

"Wir sind hier bereits sehr gut unterwegs. Im Herbst 2003 wurden nicht weniger als 10.600 Bakkalaureatsstudien begonnen." Dies stelle fast eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr dar. Mittlerweile ist mehr als jedes fünfte begonnene Studium ein Bakkalaureatsstudium. Die Umstellung auf die neue Studienstruktur hat im Herbst 2000 mit 4 Bakkalaureats- und 5 Magisterstudien begonnen. Im Studienjahr 2003/04 gab es bereits fast 160 Bakkalaureats- und annähernd 200 darauf aufbauende Magisterstudien an den österreichischen Universitäten. Auch im Fachhochschulwesen werde zur Zeit kräftig umgestellt, stellt Landertshammer fest.

Ferner wird jetzt viel effizienter studiert, als je zuvor: Im Studienjahr 2002/03 haben fast neun Prozent mehr ihr Studium abgeschlossen als im Jahr davor und insgesamt ist die Zahl der Absolventen um 1.488 auf 18.294 gestiegen. Das war ein neuer Rekord. Auch zeigte sich ein deutlicher Anstieg bei der Zahl der abgelegten Prüfungen.

"Zweifelsohne befinden wir uns hinsichtlich der Akademikerquote auf der Überholspur", ist Landertshammer überzeugt und führt als Beweis die Steigerung der Akademikerquote von 7 % im Jahr 1991 auf 14 % im 2002 an. "Aus unserer Sicht ist die Akademikerquote allein jedoch ein schlechter Indikator, denn für uns kommt es in erster Linie darauf an, ob der Hochschulabsolvent tatsächlich in der Wirtschaft einsetzbar ist. Da würden wir uns wünschen, dass die Absolventen als Wegbereiter für technische und organisatorische Innovationen arbeiten, denn in dieser Hinsicht müssen wir in Zukunft sicherlich noch mehr tun als bisher", meint Landerthammer.

Angesichts der hervorragenden Leistungen des berufsbildenden Schulwesens in Österreich, die erst jetzt auch wieder von der OECD anerkannt wurden, müsse jedoch nicht jeder Jugendliche ein Hochschulstudium beginnen, wie dies offensichtlich in vielen anderen OECD-Ländern erforderlich ist, stellt Landertshammer abschließend fest. (Ne)

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