Ökostrom ja - aber sicher nicht um jeden Preis !

Papierindustrie unterstützt Bartenstein-Vorschlag und fordert rasche Novellierung

Wien (PWK624) - Kein Verständnis für die Kritik am Ökostrom-Novellierungsvorschlag des Wirtschaftsministers zeigt die Papierindustrie. Es zeige sich nun, so Austropapier, die Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, dass es den Kritikern nicht primär um die Zukunft der Ökostromerzeugung, sondern vor allem um Quersubventionen anderer Bereiche geht. Denn sonst könnte wohl kaum eine "Allianz der Vernünftigen" so unverantwortlich argumentieren und den ungebremsten Ökostrom-Ausbau mit kostendeckenden Tarifen für großteils ineffiziente Anlagen fordern.

"Schon heute ist Österreich das mit Abstand ökostromfreundlichste Land der EU. Wem es jetzt wirklich um die Absicherung der Ökostrom-Erzeugung geht, der muss den Novellierungsentwurf unterstützen. Wer ihn leichtfertig als Fehlentwicklung einstuft, übersieht, dass ein Fördersystem volkswirtschaftlich verträglich sein muss, und dass die Ökostrom-Förderung ohnedies eine der teuersten Wege der CO2-Reduktion darstellt.

Aus diesem Grund müssen Effizienz und Wirtschaftlichkeit der unterstützten Projekte weit stärker beachtet werden als bisher. Die Politik muss jetzt die Kostenbremse ziehen, und der Novellierungsvorschlag bietet dazu gute Ansätze. Er dient zur nachhaltigen Absicherung der Ökostrom-Förderung. Die wesentlichen Eckpunkte - gesetzliche Verankerung des Fördervolumens, Einführung von Effizienzkriterien, gezielte Förderung der wirtschaftlichsten Anlagen, Festlegung degressiver Einspeisetarife, verbesserte Staffelung der Netzzuschläge - machen das Fördersystem berechenbar und zukunftssicher, und das bei gleichzeitiger Anhebung des Ökostrom-Ausbauziels von 4 auf 6%", stellt Oliver Dworak, Umwelt- und Energieexperte von Austropapier, klar.

Die Papierindustrie ist der größte industrielle Ökostromerzeuger und setzt bereits heute zu 50% erneuerbare Energieträger in hocheffizienten Anlagen ein - allerdings ohne Förderung, weil industrielle Eigenanlagen von der Ökostromförderung ausgeschlossen sind. Dennoch müssen die Betriebe fremde Ökostrom-Anlagen mitfinanzieren. An einigen Standorten betragen die Kosten bereits bis zu 5% des Nettoproduktionswertes, mit steigender Tendenz. Für die im internationalen Standortwettbewerb stehende energieintensive Industrie, die gleichzeitig auch durch Roadpricing, Energiesteuer, Emissionshandel und steigende Stromkosten belastet wird, sind daher rasche kostensenkende Schritte unverzichtbar. Die Politik darf sich nun keinen weiteren Fehler mehr erlauben. (us)

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