Schwarzböck: Einkommensminus 2003 - Bauern nicht weiter belasten

Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe muss gewährleistet sein

Wien (AIZ) - "Im Vorjahr ist das bäuerliche Einkommen in Österreich um 4% gesunken. Gleichzeitig stehen unsere Bauern vor enormen Herausforderungen, wie EU-Erweiterung, Umsetzung der GAP-Reform, weitere Liberalisierung des Agrarhandels im Rahmen der WTO, Anwendung des neuen heimischen Tierschutzgesetzes mit strengen Auflagen und Kostensteigerungen im Bereich der Sozialversicherung. Die bäuerlichen Unternehmen vertragen daher keine weiteren Belastungen mehr. Die Politik auf EU-, Bundes- und Länderebene ist deshalb dringend gefordert, bei der Konkretisierung all dieser politischen Vorhaben keinen weiteren Druck auf die Betriebe auszuüben, um die wirtschaftliche Entwicklung nicht nachhaltig negativ zu beeinflussen", stellte der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, zum nun vorliegenden Bericht über die Lage der Land- und Forstwirtschaft 2003 (Grüner Bericht) fest.

"Ohne Perspektive wird sich in wenigen Jahren in den heutigen Kerngebieten der Landwirtschaft der Strukturwandel enorm beschleunigen. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern wäre die logische Folge eines übermächtigen ökonomischen Drucks ohne Gegensteuerungsmaßnahmen", gab Schwarzböck zu bedenken.

Mehrere Ursachen des Einkommensrückgangs

Die Hauptursachen für den Einkommensrückgang bei den Bauern im Jahr 2003 waren Verluste bei der Schweinehaltung als Folge tiefer Erzeugerpreise. Ebenfalls negativ wirkte sich der niedrige Erzeugerpreis bei Milch aus. Konkret stellte sich das Jahr 2003 wie folgt dar: Der Pflanzenbau musste zum Teil erhebliche Ertragseinbußen bedingt durch Hitze und Trockenheit hinnehmen. Unter Einrechnung der damit verbundenen Preiseffekte lag der Wert der pflanzlichen Produktion in etwa auf dem Vorjahresniveau.

In der tierischen Produktion hingegen gab es massive Preiseinbrüche: Bei einem Anstieg der Schweineproduktion um 1,5% kam es zu einem neuerlichen Preisverfall um 7,3%. Der Produktionswert sank von EUR 605 Mio. im Jahr 2002 auf EUR 579 Mio. im Vorjahr. Dies bedeutete ein Minus von 4,2%. Negativ zu Buche schlug auch der Rückgang der Erzeugerpreise für Milch um 6,3% bei einem geringfügig reduzierten Produktionsvolumen. Der Milchbereich verzeichnete somit einen insgesamt wertmäßigen Rückgang um 6,4% von EUR 887 Mio. im Jahr 2002 auf EUR 830 Mio. im vergangenen Jahr.

Konkrete Gegensteuerungsmaßnahmen

"In enger Kooperation zwischen Landwirtschaftsminister und Interessenvertretung haben wir frühzeitig zur Sicherung des Agrarstandortes Österreich entscheidende Weichenstellungen in der Umsetzung der GAP-Reform vorgenommen. Wir wollen damit Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und die Rolle der landwirtschaftlichen unternehmerischen Tätigkeit stärken. Unsere Entscheidung für den österreichischen Weg der GAP-Umsetzung mit gekoppelten Ausgleichszahlungen im Rinderbereich zur Sicherung der Produktion in den benachteiligten Regionen ist daher grundsätzlich richtig", so Schwarzböck.

Nun gelte es, eine nachhaltige Finanzierung der GAP-Reform sicherzustellen und eine verstärkte finanzielle Ausstattung für die Ländliche Entwicklung im Sinne einer Verbesserung der flankierenden Maßnahmen zu erreichen. Konkret gehe es dabei neben der Sicherung der Bergbauernförderung und der Agrarumweltmaßnahmen auch um die Forcierung der Investitionsförderung, um jene Betriebe gezielt zu stärken, die sich den Herausforderungen des Marktes offensiv stellen wollen.
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