Oper andersrum am 19. September im ORF

Ein Abend - zwei Dokus - viel Oper

Wien (OTS) - Ein Thema - ein Abend - Aufsehen erregende Dokumentationen: Unter diesem Motto steht seit Anfang 2004 das Spätabendprogramm in ORF 2: Die ORF-Hauptabteilung Kultur bietet in diesem Zeitsegment monothematische Abende mit Dokumentationen und Dokumentarfilmen vom Feinsten. Im Herbst wird das Programm rot-weiß-rot - mit Inhalten so vielfältig wie die Kultur selbst, und filmästhetischen Annäherungen so einzigartig wie deren Gestalter. Die Highlights: Dokus über "Unbequeme Österreicher" wie Hermann Nitsch, Michael Haneke, Günter Brus etc. und ein Abend zum Thema "Crime made in Austria" (3. Oktober), in dem hinter den Schatten des "dritten Mannes" geblickt wird. Der Beginn aber steht unter dem Motto "Oper andersrum" und präsentiert am Sonntag, dem 19. September, zwei filmisch und thematisch außergewöhnliche Zugänge zu Mozart und Wagner - in Form des Briten Richard White, der eine Oper in seinem Wohnzimmer aufführen will ("Die Oper im Wohnzimmer", 23.10 Uhr, ORF 2) und des Dokumentarfilmers Jon Else, der den "Ring des Nibelungen" auf 55 Minuten verkürzt - und in "Sing Faster" (0.10 Uhr, ORF 2) aus einem besonderen Blickwinkel erzählt.

"Die Oper im Wohnzimmer", Sonntag, 19. September, 23.10 Uhr, ORF 2

Ein faszinierender Dokumentarfilm über die Verwirklichung eines Traums: Der ehemalige Opernsänger Richard White (ein echter britischer Exzentriker) will eine Mozart-Oper im eigenen Wohnzimmer aufführen und kämpft deshalb gegen das Unverständnis der Lokalbehörden einerseits und gegen den Unwillen seiner Nachbarn andererseits.
Das ruhige Dorf Claxton in Norfolk gewinnt schon bald einen Ruf, der die Musikenthusiasten Großbritanniens anzieht, was wiederum den ruhegewohnten Dorfbewohnern gar nicht recht ist. Dokumentarfilmerin Mira Erdevicki begleitete White während der Vorbereitungen für sein absurdes Vorhaben und gewährt satirische Einblicke in das Kulturverständnis der britischen Mittelschicht.

"Sing Faster", Sonntag, 19. September, 0.10 Uhr, ORF 2

Wagners "Ring des Nibelungen" einmal anders: Der Dokumentarfilmer Jon Else verkürzte das 17-stündige Epos in einer Inszenierung der San Francisco Opera auf 55 Minuten und erzählte es ganz aus der Sicht jener, die sonst im Dunkeln bleiben: der Bühnenarbeiter und -techniker. Zwischen ihren Einsätzen bleibt den dienstbaren Geistern im Hintergrund Zeit für eine Partie Schach oder für einen Blick auf die Sportübertragung im Fernsehen.
"Mehr als zwanzig Jahre lang habe ich nur Filme über Atomkrieg, Aufstände, wirtschaftliche Not, Umweltzerstörung und institutionelle Gier gemacht", erzählte Else. "Jetzt war es Zeit, etwas Musikalisches zu machen, etwas Zugängliches und Unterhaltsames. Wagners Ring-Zyklus scheint dafür eine eigenartige Wahl gewesen zu sein, aber ich denke, es hat geklappt." Der Preis: die Filmmakers Trophy 1999 beim renommierten Sundance-Festival.

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